Streit um Nofretete Echt oder falsch?
Besucherin mit Nofretete-Büste: Derzeit tobt ein bizarrer Streit um die Büste der Nofretete. Ein schweizer Buchautor hält sie für eine neuzeitliche Fälschung. Wissenschaftlich lassen sich mehrere Indizien finden, die gegen diese These sprechen - aber der ultimative Beweis fehlt.
Augenpartie: Stierlin behauptet, die Nofretete habe niemals ein linkes Auge gehabt. Das rechte besteht aus Bergkristall und mit Ruß gefärbtem Bienenwachs. Ließe sich auch im derzeit blinden linken Auge Wachs nachweisen, könnte man dieses datieren. Bisher hat aber noch niemand nach verräterischen Resten gesucht.
Royals unter sich (am 30. April im Neuen Museum): Der britische Thronfolger Prinz Charles (links) und seine Frau Camilla bewundern die Schönheit der Königin Nofretete. Sie sehen aber nur eine Nachbildung der Büste. Die ägyptische Schönheit wird noch dieses Jahr auf der Museumsinsel in Berlin in ihr neues Quartier umziehen, gebaut vom Architekten David Chipperfield (rechts).
Zahi Hawass: Der ägyptische Chef-Archäologe kämpft dafür, dass die Nofretete wieder nach Kairo kommt, notfalls auch für eine begrenzte Zeit. Die deutschen Behörden haben das bisher mit dem Hinweis auf ungenügende Transportsicherheit des Kunstwerks abgelehnt.
Nofretete: "Es ist nicht redlich, dieses Objekt zu zeigen, obwohl man weiß, dass es nicht echt ist", sagt der Schweizer Henri Stierlin. Dietrich Wildung, der Chef des Ägyptischen Museums in Berlin und lange Zeit mit dem Schweizer befreundet widerspricht energisch: "Wir stellen doch für jährlich bis zu 700.000 Besucher nicht ein irgendwie fragwürdiges Objekt in die Vitrine."