Studenten: So war das erste Semester im Studium - DER SPIEGEL
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Studenten erzählen So lief das erste Semester

Zum ersten Mal allein wohnen, neu in einer fremden Stadt anfangen, das Uni-Leben kennenlernen - und die Prüfungsphase durchstehen: Hier erzählen neun Studierende, wie das erste Semester für sie lief.
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Bentje, 18, studiert Stadtplanung
"Ich finde mein Studentenleben viel entspannter als die Schulzeit. Ich lebe in einer WG, bin für mich selbst verantwortlich und arbeite neben der Uni in der Stadtplanung. Mein erstes Semester hat mir sehr gut gefallen. Ich bin mit den Aufgaben zurechtgekommen und war nicht unter- oder überfordert.

Manche finden, es sei zu viel Stoff, zwei haben schon abgebrochen. Es ist wirklich viel, aber nicht schwer. Meine feste Gruppe kenne ich seit der Einführungswoche und wir sprechen in der Klausurenphase viel darüber, was wir lernen. Wir treffen uns auch oft zum Kochen und hatten sogar eine kleine Weihnachtsfeier."

Foto: Maria Feck
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John, 21, studiert Ostasien mit Schwerpunkt Japan und Physik
"Nach dem Abi hatte ich angefangen, Ingenieurwissenschaften zu studieren. Darauf hatte ich aber schnell keine Lust mehr. In meiner Schulzeit habe ich ein Auslandsjahr in Tangshan, China, gemacht. Ich mag die asiatische Popkultur, Animes, Videospiele, Kunst und japanische Autoren.

Am Anfang war ich trotzdem nicht ganz sicher, wie das nun wird, aber mein neues Studium macht richtig Spaß. Ich mag vor allem den Sprachkurs und die kulturellen Einblicke. Meine Kommilitonen sind alle etwas introvertiert, aber nett."

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Till, 18, studiert dual Maschinenbau
"Technische Mechanik ist der reine Wahnsinn. Unser Prof ist total lustig und sympathisch. Er lockert die Vorlesung mit coolen Sprüchen auf und schreibt viel an die Tafel, da schreibe ich mit und passe auch auf. Bisher ist mein Studium echt anstrengender als die Schule. Ich muss dranbleiben.

Zum Ende hin wird's teilweise knapp und ich wünsche mir, ich hätte früher mit dem Lernen angefangen. Weil ich dual studiere und deshalb in den Semesterferien bei Airbus arbeite, ist mein Grundpraktikum direkt abgedeckt und außerdem bezahlt. In Hamburg kann ich gut von meinem Gehalt leben."

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Pia, 21, studiert Sozialökonomie
"Mein Studium hat mich eher positiv überrascht, darum möchte ich damit erst mal weitermachen. Weil ich aus Bayern komme und Hamburg sehr weit von dort weg ist, musste ich mich aber erst mal umgewöhnen.

Freitags habe ich Uni, der Flixbus braucht 14 Stunden und der Zug kostet 100 Euro. Daher kann ich nicht so einfach heimfahren. Über Weihnachten war ich zum ersten Mal nach drei Monaten wieder zu Hause.

Hier in Hamburg lebe ich im Wohnheim und hatte erst eine echt unbequeme Matratze. Da hat mein Papa mir eine bequemere gebracht. Ich vermisse ihn sehr."

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Vincent, 23, studiert Fahrzeugbau
"Autos sind mein Ding: Vor dem Studium habe ich eine Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker gemacht. Trotzdem musste ich viel tun für mein Studium, und einen Tag am Wochenende arbeite ich als Verkäufer in einer Tankstelle. Damit war mein erstes Semester schon stressig, lief aber besser als gedacht.

Ich hatte vorher Angst, keinen Anschluss zu finden, habe aber nette Leute kennengelernt. Mit ein paar Kommilitonen gehe ich zusammen auf Unipartys, oder wir treffen uns bei jemandem zu Hause. Eine kleine Tradition haben wir auch: Freitags treffen wir uns oft bei unserem Stammkiosk zum Wochenausklang."

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Henrik, 19, studiert Psychologie
"Ich studiere Psychologie vor allem, weil ich mich für Verhalten interessiere, und bin sehr zufrieden. In der Prüfungsphase sind die Plätze in der Bibliothek leider knapp, aber dort kann ich mich einfach besser konzentrieren als zu Hause.

Das Studium ist zwar aufwendiger als gedacht, aber ich nehme mir meine Freizeit. Auch wenn ich am Wochenende mal drei, vier Stunden lernen muss, fühle ich mich freier als in der Schule. Außerdem sind meine Kommilitonen echt nett, und wir gehen gerne mal essen oder auf den Kiez."

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Charlotte, 18, studiert Psychologie
"Mein Studium gefällt mir gut, und ich finde es sehr interessant, auch wenn es mit Stress verbunden ist. Manchmal kann ich nicht gut einschätzen, ob ich genug oder richtig lerne, weil wir keine Hausaufgaben machen.

Ich habe auch ein bisschen Angst, die Klausur nicht zu bestehen. Studenten aus höheren Semestern haben erzählt, dass ein Master ohne guten Bachelor nicht zu schaffen ist. Mit meinen Kommilitonen fühle ich mich aber echt wohl, sie sind offen und sympathisch."

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Nico, 21, studiert Bauingenieurswesen
"Zwischen Abi und Uni habe ich ein Jahr Pause gemacht und eine Ausbildung zum Groß- und Einzelhandelskaufmann angefangen. Ich komme aus Berlin und habe nach einem Urlaub in Hamburg entschieden, mit meiner Freundin hierherzuziehen.

Dann habe ich mich direkt im Handball-Verein angemeldet und durch meine Teammitglieder eine Wohnung gefunden. Über den Sport habe ich auch mehr Leute kennengelernt als in der Uni.

Mein Studium gefällt mir und macht mir viel Spaß. Ich hatte es mir nur ein bisschen praktischer vorgestellt. Zum Beispiel in Technischer Mechanik habe ich mir mehr Anwendung gewünscht. Eigentlich gibt es hier genug Baustellen, zu denen wir hätten gehen können."

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Jana, 20, studiert Logistik/Technische BWL
"Ich komme aus einem Dorf an der holländischen Grenze, aber in der Stadt gefällt es mir einfach besser. Meine Schwester wohnt auch in Hamburg, darum bin ich schon oft hier gewesen.

Bei einer Stadtrallye in der Einführungswoche habe ich auch viele Kommilitonen kennengelernt. Für meine acht Klausuren muss ich viel lernen und nächstes Mal würde ich früher anfangen. Aber selbst zu entscheiden, ob ich zur Vorlesung gehe oder nicht, finde ich echt entspannt.

Teilweise ist es auch ähnlich wie in der Schule. Das hätte ich nicht erwartet. In Seminaren bekomme ich direktes Feedback, aber es gibt keine mündliche Note."

Foto: Maria Feck
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?