Studentin aus Trier Der Fall Tanja Gräff
Der Vermisstenfall Tanja Gräff sorgte in ganz Deutschland für Schlagzeilen.
Die Lehramtsstudentin war von einem Hochschulfest am 7. Juni 2007 in Trier nicht nach Hause zurückgekehrt.
Jahrelang ging die Polizei (hier der Leiter der Sonderkommission "FH", Bernd Michels) davon aus, dass Gräff Opfer eines Verbrechens wurde. Polizeihundertschaften durchkämmten die Wälder rund um die Hochschule, Hubschrauber mit Wärmesensoren flogen die Mosel entlang, Leichenspürhunde sollten Witterung aufnehmen.
Auch enge Freunde und Studienkollegen suchten teilweise mit bis zu hundert Helfern nach der 21-Jährigen. Sie bauten Info-Stände, verteilten Tausende Handzettel, klebten Plakate und machten mit der Webseite "Findet Tanja" bundesweit auf den Fall aufmerksam.
Für die Eltern geriet das Warten und Hoffen zur Tortur. Waltraud Gräff erhob Ende 2014 schwere Vorwürfe gegen die Ermittler. Der Freundeskreis ihrer Tochter sei nicht ausreichend durchleuchtet worden. Auch seien die Beamten einigen Hinweisen viel zu spät nachgegangen. Tanjas Vater starb 2013.
Am 11. Mai 2015 stießen Waldarbeiter am Fuß einer Felswand in unmittelbarer Nähe der Hochschule bei Rodungsarbeiten auf die sterblichen Überresten von Tanja Gräff. Durch Zufall.
Der Fundort war zuvor nicht untersucht worden, weil er stark bewachsen und unzugänglich war.
Experten des Bundeskriminalamts scannten die Felswand ab, um ein dreidimensionales Bild des Gesteins zu erhalten und erkennen zu können, wie das Mädchen gefallen sein muss.
Mit lebensgroßen Puppen wurde das "Sturzgeschehen" vom Felsenhöhenweg in die Tiefe nachgestellt.
Tanja wurde neben ihrem Vater Karl-Hans Gräff bestattet.
Jetzt wurde der abschließende Ermittlungsbericht der Polizei vorgestellt.