Studieren in Südafrika Schlafen hinter Stacheldraht
Trotz der Spannungen und gravierenden Ungleichheiten zwischen Ethnien und Besitz, hat Südafrika viel zu bieten. Lina Maisel, 24, (dritte von rechts) hat sich hingetraut und das Land für sich entdeckt. mehr...
Die Township Khayelitsha, mit geschätzt einer Million Einwohnern, befindet sich direkt entlang des Flughafens Kapstadt. Es ist der erste Eindruck, den die Journalismusstudentin und die meisten Touristen von Südafrika bekommen.
Das Studentenheim, in dem die 24-Jährige unterkam, wurde rund um die Uhr von Sicherheitspersonal bewacht und war von Stacheldrahtzäunen gesäumt.
Lina wohnt im gepflegten Ort Stellenbosch, 50 Kilometer von Kapstadt. Rund 40 Prozent der südafrikanischen Haushalte befinden sich jedoch in Townships. Rassentrennung ist in diesen Gebieten allgegenwärtig.
Linas Bekannte Helen ist weiß und Anfang 20. Sie hat ihr gesamtes Leben ins Südafrika verbracht, aber noch nie in einem Minibus gesessen. In Züge oder Busse verirren sich nur wenige Weiße, trotzdem kann sich Lina mit genügend Vorsicht frei bewegen.
Vom Tafelberg hat die Studentin freie Sicht auf Robben Island. Der ehemalige Präsident Nelson Mandela war hier 18 Jahre inhaftiert. Viele Südafrikaner fürchten sich vor der Lücke, die nach dem Tod des 95-Jährigen klaffen könnte.
Nur wenige Stunden von Kapstadt und Stellenbosch sind einige der besten Klettergebiete weltweit zu finden.
Das Universitätsgebäude in Stellenbosch steht in völligem Kontrast zu den Hütten in den umliegenden Siedlungen. Teilweise fühlt sich Lina in dieser Umgebung wie auf einer Insel, abgeschottet vom Rest Südafrikas.
Stellenbosch ist bekannt für seine vielen Weingüter und Anlaufort für zahlreiche Touristen. Auch Lina nimmt an einer Weinverkostung teil, doch nicht ohne Gewissensbisse - einem großen Teil der südafrikanischen Bevölkerung sind solche Genüsse verwehrt.