StudiVZ Virtuelle Gemein(d)e
StudiVZ-Gründer Michael Brehm, Ehssan Dariani, Dennis Bemmann (von links): Die Köpfe der größten deutschen Studenten-Community fielen mehrmals unangenehm auf. Kritik erntete StudiVZ etwa wegen Verabredungen von Mitgliedern zum Gemeinschafts-"Gruscheln" - also zum heftigen Online-Baggern. Manche nennen es auch Stalking. Bald drückte eine Pannenserie die Stimmung beim Start-up-Unternehmen, bei dem alles so schön begann. Mehr...
Homepage von StudiVZ: Rasantes Wachstum von null auf angeblich rund eine Million Mitglieder. Durch eine Fehlermeldung wurde auf der Studiverzeichnis-Seite kurz angezeigt, wie die Entwickler ihre Entwicklungsordner genannt haben. "Fakebook" - offenbar eine selbstironische Referenz an das große Vorbild "Facebook".
Die "Gruschel"-Funktion, die StudVZ als so einzigartig bewirbt, haben andere Seiten natürlich auch - das Online-Flirten heißt dort nur anders. Im Studiverzeichnis hieß "Gruscheln" zunächst "poke" (siehe Adressleiste), genauso wie bei Seite Facebook.
StudiVZ-Gruppe mit über 700 Mitgliedern, die sich zum "gemeinschaftlichen Gruscheln" verabredet hatten.
Andere "Miss-Wahl"-Gruppe: "Wir suchen die Miss-StudiVZ Dezember 2006."
Erfolgreiches US-Original Facebook: Beim amerikanischen Original sind über acht Millionen Studenten registriert.
Systeminterne Fehlermeldungen: Ist der Vermerk "Fakebook" ein Scherz der Softwareentwickler?
StudiVZ-Gruppe (für Frisbee-Fans): Die Macher selbst sind ziemlich empfindlich. "Folgende Gruppen akzeptieren wir nicht: Gruppen, die Kritik am StudiVZ ausüben, Gruppen, die wir nicht mögen, Gruppen für Meinungs- und Rezeptionsfreiheit", hieß es in einer Mitteilung.
Gruppe "Miss StudiVZ": Auch hier ist eine gewisse Faszination für die Idee der erotischen Studentin nicht zu verkennen.
Profilseite von Ehssan Dariani: "Im Profil oder in sonstigen Bereichen des Portals absichtlich oder in betrügerischer Absicht gemachte Falschangaben - insbesondere das Vortäuschen einer fremden Identität - können zivilrechtliche Schritte nach sich ziehen."
Deutscher StudiVz-Konkurrent Unister: Die Seite setzt auf eine offensive Marketingstrategie mit Stipendien.
Konkurrent Studylounge: Die Rivalen unterscheiden sich eher geringfügig, sie haben alle ihre Lektion bei den US-Vorbildern gelernt.