Sudan: Protestmarsch endet mit Blutvergießen - DER SPIEGEL
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Revolte im Sudan "Nein zu den Warlords, nein zum Militärregime"

Nach dem Massaker in Khartum vom 3. Juni schien der demokratische Protest im Sudan erstickt. Am Sonntag meldeten sich die Demonstranten mit Macht zurück. Der Preis war erneut hoch.
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Zehntausende in Khartum, wohl mehr als hunderttausend im ganzen Land: Obwohl die Militärregierung mit Internetsperren die Mobilisierung erschwerte, kamen die Menschen in Massen, um für eine zivile Regierung zu demonstrieren.

Foto: Umit Bektas/ REUTERS
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Die Wunden des 3. Juni: Vor vier Wochen hatten Sicherheitskräfte ein Protestcamp brutal aufgelöst. Mehr als 500 Verletzte und über hundert Tote waren die traurige Bilanz.

Foto: Gioia Forster/ DPA
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Auch in Erinnerung an die vielen Toten strömten am Sonntag erneut Tausende nach draußen und forderten vom Militärrat, die Macht abzugeben.

Foto: Umit Bektas/ REUTERS
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"Nein zu den Warlords, nein zum Militärregime": Diese junge Frau hält am Sonntag die zentrale Forderung der oppositionellen Kräfte für Freiheit und Wandel (FFC) in eine Kamera.

Foto: Umit Bektas/ REUTERS
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Am Samstag hatte die Militärregierung ihrerseits eine Kundgebung organsiert, die Demokratie-Aktivisten aber zugleich gewarnt: Wer am Sonntag protestieren gehe, sei mitschuldig an etwaiger Gewalt.

Foto: Hussein Malla/ AP
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Mohammed Hamdan Dagalo, genannt Hemedti, gilt als Hauptverantwortlicher für das Massaker vom 3. Juni. Er befehligt die Rapid Support Force (RSF), die schon unter Diktator Omar al-Baschir Demonstranten terrorisierte und aus der Reitermiliz der Dschandschawid hervorging, die in der Darfur-Region des Völkermords beschuldigt wird.

Foto: Hussein Malla/ AP
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Neuer, alter Mann: 60 Kilometer entfernt von den rebellischen Hauptstädtern gerierte Hemedti sich am vorvergangenen Samstag schon wie der ehemalige Militärdiktator Baschir. Auch der reckte stets seinen Gehstock empor, um anzuzeigen: Ich bin die Nummer eins.

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Die Demonstranten im ganzen Land sehen das allerdings anders als der zu Recht gefürchtete Milizenchef und die Führung des TMC.

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Die Demonstranten ließen sich durch die unverhohlenen Drohungen nicht abschrecken.

Foto: Mohamed Nureldin Abdallah/ REUTERS
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Erneut machten sie deutlich: Das Militär soll nach dem Sturz von Machthaber Baschir im April nun endlich auch die Macht abgeben.

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Überall in Khartum, hier im Norden der Hauptstadt, aber auch in der Schwesterstadt Omdurman auf der anderen Nilseite, kamen Tausende und schwenkten sudanesische Fahnen.

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Wenig später begannen die Angriffe auf die Demonstranten mit Tränengas. Am Ende starben mindestens sieben Menschen durch Kugeln, mehr als 180 wurden verletzt, viele davon angeschossen.

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Ohnmächtig vom Tränengas: Mitdemonstranten kümmern sich um einen Verletzten

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Die Bilder ähnelten denen der vergangenen Wochen: Am Nachmittag schossen Sicherheitskräfte scharf in die Luft und auf die Protestierenden, die mussten rennen.

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Zwei Frauen ziehen ängstlich die Köpfe ein.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?