Südafrika Die Kluft der Armut spaltet das Land
Nach dem Tod von Nelson Mandela bleibt auch die Frage: Wie geht es den Schwarzen heute in Südafrika - also den Menschen, für die er gekämpft hat? Politische Gleichheit hat Mandela für sie erreicht. Und er hat sein Land versöhnt.
Tausende Trauergäste versammelten sich am Dienstag zu der Trauerfeier für Mandela, um ihn gemeinsam zu feiern. Mehr als 60 Staats- und Regierungschefs aus aller Welt kamen.
Der Leichnam Mandelas ist nun in Pretoria aufgebahrt. Vereint in ihrer Trauer stehen die Südafrikaner an, schwarze, weiße, farbige, jung und alt, stundenlang. Alle sind sie gekommen, um einem Nationalhelden ihre letzte Ehre zu erweisen.
"Er hat so viel für uns getan", sagt eine Frau. "Aber wir haben noch einen langen Kampf vor uns."
Die Kluft zwischen Schwarzen und Weißen wird tiefer. 2001 verdiente der durchschnittliche weiße Haushalt 12.000 Euro mehr im Jahr als der durchschnittliche schwarze. 2011 betrug der Unterschied knapp 21.000 Euro.
Gleichheit an den Wahlurnen hat Nelson Mandela den Südafrikanern gebracht. Hier bringen Arbeiter ein Bild von Mandela in Kapstadt an. Von seinem Traum von tatsächlicher Gleichheit ist das Land immer noch weit entfernt.
Die Unzufriedenheit wächst. Nun, mit Mandelas Tod, scheinen manche der Jüngeren die Geduld zu verlieren.
Sie verlieren auch die Geduld mit ihrer Führung. Bei der Trauerfeier für Mandela wurde Präsident Jacob Zuma ausgepfiffen. Zuma hat mit Korruptionsvorwürfen zu kämpfen, in den Wochen vor Mandelas Tod dominierten Berichte über seinen immer teurer werdenden Wohnsitz auf Staatskosten die Schlagzeilen.