Südkorea Freiwillig in den Pseudo-Knast
Park Hye-ri und zwei Freundinnen machen Fotos, bevor sie sich freiwillig in einen fiktiven Knast einsperren lassen. Die Büroangestellte hat umgerechnet 90 Dollar bezahlt, um dort 24 Stunden zu verbringen.
So wie Park und ihren Freundinnen geht es einigen Südkoreanern. Hier werden sie auf ihren Gefängnisaufenthalt vorbereitet.
Mehr als 2000 haben sich in den vergangenen Jahren freiwillig in das Gefängnis in Hongcheon im Nordosten des Landes einsperren lassen.
Viele von ihnen sind gestresste Büroangestellte oder Studenten, die dem hektischen Arbeitsalltag und den strengen Anforderungen entfliehen wollen.
Meditieren vor dem Einschluss: Die "Häftlinge" bekommen eine blaue Gefängnisuniform.
Auf dem Weg in die Zelle: "Ich war zu beschäftigt", sagt Park. "Ich sollte jetzt nicht hier sein, angesichts der Arbeit, die ich zu erledigen habe. Aber ich habe mich entschieden, eine Pause zu machen und auf mich selbst zu schauen, um ein besseres Leben zu führen."
Die Zellen sind fünf Quadratmeter groß. Es gibt eine kleine Toilette, aber keinen Spiegel.
Die "Häftlinge" schlafen auf dem Boden.
Die Regeln im "Prison Inside Me" sind streng: keine Gespräche mit anderen Insassen, keine Handys, keine Armbanduhren.
Auf der Speisekarte stehen Süßkartoffeln und ein Bananen-Shake zum Abendessen sowie Reis-Porridge zum Frühstück.
Gegessen wird allein in der Zelle.
Park Hye-ri bekommt nach 24 Stunden im Pseudo-Knast ein "Bewährungszertifikat".