Super-Gedenkjahr Zwei Kriege und ein Mauerfall
Im kommenden Jahr stehen zahlreiche Gedenken an: Vor 100 Jahren begann der Erste Weltkrieg, vor 75 Jahren der Zweite, und die Mauer fiel vor 25 Jahren - darauf sollte die Regierung vorbereitet sein. Bislang hat jedoch nur Bundespräsident Joachim Gauck Pläne geschmiedet.
Am 28. Juni 2014 wird sich der Ausbruch des Ersten Weltkriegs zum 100. Mal jähren: An dem Tag bestieg Franz Ferdinand von Österreich-Este eine offene Karosse, fuhr durch Sarajevo und wurde von einem serbischen Nationalisten erschossen. Mit der Julikrise, die daraufhin eskalierte, war der Beginn des Krieges besiegelt.
Ab August 1914 befanden sich die Mittelmächte Deutschland und Österreich-Ungarn gegen Frankreich, Großbritannien und Russland im Krieg. Die "Urkatastrophe" des 20. Jahrhunderts endete im November 1918 mit der militärischen Niederlage Deutschlands.
Die Zahl der Toten und Verletzten bis 1918 war immens: Weltweit starben rund neun Millionen Soldaten und sechs Millionen Zivilisten. Allein am Hartmannswillerkopf starben etwa 30.000 deutsche und französische Soldaten. Noch heute erinnert der Friedhof auf dem Berg in den Vogesen an die grausamen Schlachten. Dort will der Bundespräsident am 3. August 2014 Frankreichs Präsident François Hollande treffen.
Vor 75 Jahren begann der Zweite Weltkrieg mit dem Angriff auf Polen: Das Foto zeigt Wehrmachtssoldaten, die am 1. September 1939 einen Schlagbaum an der deutsch-polnischen Grenze einrissen. Zwei Tage später erklärten die polnischen Schutzmächte England und Frankreich dem Deutschen Reich den Krieg.
Der deutsche Überfall auf Polen bildete den Auftakt des Zweiten Weltkriegs mit Kämpfen zunächst in Nord- und Westeuropa. Ein Krieg des Diktators Adolf Hitler - der weltweit über 50 Millionen Menschenleben forderte. Mit der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht endeten am 8. Mai 1945 der von Deutschland entfachte Krieg und damit auch die zwölfjährige NS-Herrschaft.
Ein weiterer Jahrestag: der Fall der Mauer am 11. November 1989. Die Öffnung eines Teils der deutsch-deutschen Grenzübergänge wird 2014 ein Vierteljahrhundert her sein.
Bilder von feiernden DDR-Bürgern, die zum Teil erstmalig den Boden der Bundesrepublik Deutschland betraten - und Bilder von ostdeutschen Grenzsoldaten, die das auch offiziell möglich machten.
Der Gedenktage nicht genug, wird Joachim Gauck im Jahr 2014 wohl den Bogen von der "Urkatastrophe" des 20. Jahrhunderts, dem Ersten Weltkrieg, zur "Wiedervereinigung Europas" schlagen. Gemeint ist der Beitritt von Polen, Tschechien, Ungarn, der Slowakei und den baltischen Staaten zur Europäischen Union - am 30. April 2004.