Swat-Tal Zerstörtes Paradies
August 2010: Die Armee bringt Anwohner mit Gummibooten in Sicherheit.
Touristin im Swat-Tal im Jahr 2002: Früher gehörte die Region im Nordwesten von Pakistan, in der Provinz Khyber-Pakhtunkhwa, zum Besuchsprogramm internationaler Reisegruppen. Hunderttausende von Pakistanern entkamen hierher der Sommerhitze weiter im Süden.
Königin Elizabeth II. bezeichnete dieses Tal einmal als die Schweiz des einstigen britischen Weltreichs.
Jawad verkauft Kunsthandwerk und Seidentücher im Laden seines Onkels in der Innenstadt von Mingora. Er hat die Taliban-Herrschaft erlebt, das Erdbeben 2005. Jetzt bedroht die Flut seine Existenz.
Wie geht es jetzt weiter? Zwei obdachlos gewordene Männer hocken auf einer Liege am Swat-Fluss - im Hintergrund ist die Brücke zu sehen, die nun zerstört ist.
Dieser kleine Junge hat gerade ein Bad im Fluss genommen - und für ein paar Minuten die bedrohliche Situation vergessen.
Ein alter Mann irrt mit seinem geistig und körperlich behinderten erwachsenen Sohn im Arm durch die Gassen von Mingora, sein Haus ist verschwunden, er bettelt um ein paar Rupien.
Kinder spielen vor einem zerstörten Haus.
An dieser Kreuzung in Mingora wurden zur Zeit der Taliban-Herrschaft Gegner des Regimes geköpft. "Einziges Ziel der Taliban war, Angst und Schrecken zu verbreiten", sagt Händler Jawad. "Auch vor unserem Laden lag gelegentlich eine Leiche."
Zwei Jungen haben vor dem zerstörten Laden ihres Vaters einen Tisch aufgestellt, sie verkaufen dort jene Parfumflakons, die sie vor den Wassermassen retten konnten.
Inayat Ullah, Kaufmann und Geschäftsbesitzer aus Mingora, sagt: "Leider haben wir die Taliban damals nicht ernst genommen."
Mit einer Plane der UNHCR haben sich Bewohner von Mingora eine Notunterkunft gebaut.
Selbst Häuser, die nicht von der Flut weggerissen wurden, sind nicht mehr bewohnbar.
Einschusslöcher in der Fassade eines Hauses aus der Zeit des Anti-Terror-Kriegs
Ein Mann betet vor dem Eingang seines Hauses.
Auch diese Brücke haben die reißenden Swat-Ströme fortgespült.