Marianne Strauß "Seine Lieblosigkeit ist unerträglich"
Teamarbeit: Diese Aufnahme zeigt das Ehepaar Strauß im Oktober 1977. Marianne wurde in Bayern nicht nur von CSU-Wählern als "Landesmutter" verehrt, bewundert für die vielen sozialen Projekte, für die sie sich engagierte. Gemeinsam mit ihrem Mann gründete sie 1964 aber auch eine Tarnfirma, mit der sich Strauß jahrelang von führenden deutschen Unternehmen schmieren ließ, wie der Politikwissenschaftler Peter Siebenmorgen nun in einer neuen Studie belegt hat.
Heinz_Wieseler/ picture-alliance / dpa/dpaweb
Auf Tauchgang: Franz Josef Strauß und seine Frau Marianne im Januar 1970 in einem Schwimmbad in Feilnbach. Da war die größte Ehekrise, die Tagebuchnotizen von Marianne Strauß belegen, gerade einmal ein Jahr überstanden.
Brotzeit: Franz Josef Strauß mit seiner Frau Marianne auf der Feier zu seinem 60. Geburtstag am 5. September 1975. Die Harmonie täuscht womöglich. Noch Anfang 1969 hatte Marianne Strauß in ihr Tagebuch geschrieben: "Ich will nicht mehr mit ihm zusammen sein, denn seine Lieblosigkeit ist unerträglich."
Das glückliche Paar: Marianne und Franz Josef Strauß auf ihrer Hochzeitsfeier am 4. Juni 1957, von der damals selbst gut informierte Journalisten überrascht worden waren. Die beiden hatten sich erst Monate zuvor kennengelernt. Ihr Leben lang war Marianne Strauß nach außen hin loyal zu ihrem Mann; Tagebuchnotizen verraten nun aber, dass sie die Ehe zuweilen als "unerträglich" empfunden hatte.
Nicht nur ein Prosit: Marianne Strauß (m.) und ihr Mann Franz Josef stoßen im Bierzelt beim Hendlessen mit einer Maß Bier an. Auch zuhause muss der Alkoholkonsum des CSU-Chefs hoch gewesen sein. Immer wieder berichtete Marianne Strauß in ihren Tagebucheinträgen von "beschwipsten" Abenden oder dem "übl. Wochenendsuff".
Bademeister: Marianne Strauß 1971 mit ihrem Mann und Tochter Monika bei einem Urlaub an der Côte d'Azur. Besonders während seiner Zeit als Minister waren Momente mit der Familie eher selten. Anfangs wohnte das Paar zwar noch gemeinsam in der Hauptstadt, als Strauß 1966 sein politisches Comeback nach der SPIEGEL-Affäre schaffte und Finanzminister der Großen Koalition wurde, kehrte er aber alleine nach Bonn zurück. Seine Frau und die drei Kinder blieben in Rott am Inn - das Paar lebte fortan in getrennten Welten und die Ehe begann zu kriseln.
Ein kleiner Strauß: Marianne Strauß zeigt am 26. Mai 1959 im Krankenhaus in München ihren zwei Tage alten Sohn Max Joseph. Er ist der Erstgeborene des Ehepaares Strauß. Zwei weitere Kinder sollten folgen, die Marianne Strauß wegen ihres viel beschäftigten Mannes faktisch alleine großzog.
Der bayerische Pharao: Franz Josef Strauß (mit Fernglas) und Ehefrau Marianne bei einem Besuch im ägyptischen Tal der Könige. Der Ausflug war Teil einer Reise, die das Paar auf Einladung der Regierung in Kairo im Mai 1977 angetreten hatte. Ein Jahr später wurde Strauß bayerischer Ministerpräsident - und blieb es, pharaonengleich, bis zu seinem Tod 1988.
Gute Erinnerungen: Das Ehepaar Strauß auf einer privaten Karnevalsparty in Haar bei München am 29. Januar 1983 - 26 Jahre zuvor hatte sie sich beim Münchner Faschingsball kennengelernt. Gut ein Jahr nach dieser Aufnahme starb Marianne Strauß bei einem Verkehrsunfall.
Mediale Inszenierung: Auf dieser Aufnahme von 1968 setzen sich Franz Josef und Marianne Strauß mit ihren Kindern Max, Monika und Franz Georg als idyllische Familie in Szene. Tagebuchaufzeichnungen von Marianne Strauß zeichnen hingegen ein Bild von einer Beziehung, die durch die Eskapaden des CSU-Chefs massiv belastet wurde.
Aufmacher: Nach der Nominierung zum Kanzlerkandidaten der Union liest Franz Josef Strauß mit seiner Familie die Schlagzeilen. Strauß, die ewige Kanzlerhoffnung aus Bayern, verlor gegen Amtsinhaber Helmut Schmidt.
Gemeinsame Momente: Nur selten hatten Franz Josef Strauß und seine Ehefrau Marianne so viel Zeit für Zweisamkeit wie bei diesem Aufenthalt im Ferienhaus in Südfrankreich 1976. Während seiner Zeit als Bundesminister pendelte der Politiker ständig zwischen Bonn und dem gemeinsamen Heim in Bayern.