Taktik bei der EM - DER SPIEGEL
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Taktik bei der EM Kombinationen kontra individuelle Klasse

Die vier Halbfinalisten bei der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine spielen gänzlich unterschiedlich - der Erfolg ist Italien, Deutschland, Spanien und Portugal dennoch gemein. Was ist das Geheimnis ihrer Spielweise?
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Die deutsche Mannschaft hat im Viertelfinale gegen Griechenland die gesamte Breite des Feldes genutzt, um das Angriffsspiel zu forcieren. Je tiefer das Rot an einer Stelle auf dem Spielfeld, desto öfter haben die Spieler in diesem Bereich den Ball gehabt. Besonders Mesut Özil und Marco Reus haben Griechenland vor Probleme gestellt, weil sie ständig ihre Positionen tauschten. Aber auch von den Außen ging stets Gefahr aus.

Foto: opta
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Großen Anteil am Sieg hatte Sami Khedira, dessen Wirken eindeutig in der Mittelfeldzentrale lag, wie die Heatmap zeigt. Von dort verteilte er die Bälle und war wichtige Anspielstation.

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Auf den ersten Blick scheinen sich die Italiener auf dem gesamten Spielfeld nahezu gleich stark bewegt zu haben. Die roten Flecken in der Offensive stammen dabei aber einzig von den Spitzen Mario Balotelli und Antonio Cassano. Zwischen ihnen und dem Mittelfeld klaffte hingegen häufig eine Lücke.

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Die wurde nur geschlossen, wenn sich Andrea Pirlo nach einem Ballgewinn ebenfalls in die Offensive bewegte.

Foto: DAMIEN MEYER/ AFP
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Weil die Engländer ihn aber nicht großartig in der Defensive forderten, konnte er sich stark im Angriff einschalten. Er ist der Schlüsselspieler Italiens, alles läuft über ihn.

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Bei Portugal erkennt man deutlich, dass die linke Angriffsseite meist nur bis an die Strafraumkante besetzt war. Das lag daran, dass Cristiano Ronaldo über außen nur selten bis zur Grundlinie vordrang. Er zog es vor, sich ins Zentrum zu bewegen oder etwas versetzt rechts davon, daher die gelbliche Schattierung im Strafraum der Tschechen.

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Er ist der wichtigste Mann bei den Portugiesen. Denn auch wenn seinem Team in Sachen kreativem Spiel und Kontrolle des Gegners einiges fehlt, ist es Ronaldo, der diese Schwäche durch seine individuelle Klasse kompensiert.

Foto: FABRICE COFFRINI/ AFP
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Auf dieser Heatmap sieht man seinen Wirkungskreis noch besser. Links die rote Fläche ist der Bereich, in dem für ihn auf Außen meist Schluss war. Die roten Flecken rechts sind seine Reaktion darauf.

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Spaniens Mannschaft setzt auf lange Kombinationen - die nicht immer zum Erfolg führen. Im Strafraum von Viertelfinal-Gegner Frankreich haben sich die spanischen Spieler so gut wie gar nicht aufgehalten.

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Was nicht zuletzt daran lag, dass Nationaltrainer Vicente del Bosque auf einen klassischen Stürmer verzichtete und stattdessen Cesc Fàbregas aufbot - einen offensiven Mittelfeldspieler. Deutlich zu sehen: Das war auch der Bereich, in dem sich Fàbregas meist bewegte.

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Ein Grund, warum Spanien auf den Zwitterstürmer setzt, sind Szenen wie diese: Im Spiel gegen Kroatien wurde Andres Iniesta bei Ballbesitz mit der halben Mannschaft angegriffen, um ihm zu helfen, müssen die Mitspieler entgegenkommen.

Foto: PATRIK STOLLARZ/ AFP
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Hier die Heatmap Iniestas: Zwischen Mittellinie und Strafraum ist sein Revier.

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Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?