Lambada Der getanzte Peitschenhieb
"Lambada" - das Album zum Hype: 1989 schafften es die beiden Franzosen Jean Karakos und Olivier Lorsac mit dem Song "Lambada", performed von der von ihnen zusammengecasteten Band Kaoma, einen Welthit zu landen. Und das Album zur Single war nicht der einzige Weg, den Erfolg kommerziell auszuschlachten. Gemeinsam mit einem Fernsehsender und einer Softdrink-Firma wurden Musik und Tanz zeitgleich promotet.
Heiß und Geklaut: Ursprünglich stammte die Musik zu "Lambada" von den bolivianischen Brüdern Hermoza, die damit 1981 wenig erfolgreich waren. Auch die Coverversion, die die Brasilianerin Márcia Ferreira fünf Jahre später auf den Markt brachte, floppte. Erst beim dritten Anlauf wurde der Song zum Hit. Die eigentlichen Urheber mussten sich ihren Anteil am Gewinn gerichtlich erstreiten.
Kaoma: Inspiriert durch ihren Urlaub in Brasilien und den dort gerade umgehenden Modetanz "Lambada" kehrten Jean Karakos und Olivier Lorsac 1989 nach Paris zurück. Sie stellten um die brasilianische Sängerin Loalva Braz die Band Kaoma - benannt nach einer Provinzstadt in Zambia - zusammen und scheffelten Millionen mit dem heißen Hüftschwung.
Die Biege machen: Der Tanz Lambada erforderte von den Tänzern extreme Beweglichkeit und Flexibilität, eindrucksvoll vorgeführt von dem Kinderduo Chico und Roberta, die als Hauptdarsteller des Videos berühmt wurden.
Erotik und Tempo: Auch wenn die wenigsten Menschen tatsächlich die für "Lambada" notwendige Sportlichkeit und Eleganz aufbringen konnten - Zehntausende Deutsche stürmten im Spätsommer 1989 die Tanzschulen, um die Hüften zu schwingen.
Tanzen statt Tennis: Das Wetter in Brasilien war im September 1998 so schlecht, dass während eines großen Tennisturniers mehrere Spiele abgesagt wurden. Für den rumänischen Tennisspieler Adrian Voinea (l.) und seinen Trainer Florin Segarcianu allerdings kein Grund um Trübsal zu blasen. Stattdessen vergnügten sich die beiden in ihrem Hotel in Forianopolis beim "Lambada"-Unterricht.
Der "Eckfahnen-Lambada": Der südamerikanischen Paarungstanz schaffte es schließlich sogar bis aufs Fußballfeld. Während der Weltmeisterschaft 1990 in Italien zelebrierte der Kamerun-Stürmer Roger Milla jedes seiner Tore mit einem kurzen Tänzchen mit der Eckfahne. Gleich nach seinem ersten Tor im Spiel gegen Kolumbien am 23. Juni in Neapel hatte er damit begonnen, wie hier im Bild zu sehen.
Lambada-Tulpen: Bis heute greifen Werber gern auf den "Lambada" und seine erotischen Assoziationen zurück. Birkenstock-Pantoletten, Modellflugzeuge und sogar Hängematten und Erlebnisbäder sollen mit diesem Etikett einen Schuss Sexyness verpasst bekommen. Pünktlich zum "Königinnentag", dem niederländischen Nationalfeiertag am 30. April wurden im Jahr 2004 dann auch Tulpen mit dem klangvollen Namen präsentiert.
"Lambada - The Forbidden Dance": Auf dem riesigen Erfolg des drei Jahre zuvor erschienen "Dirty Dancing" basierend, erschienen 1990 gleich mehrere Tanzfilme, die auf der "Lambada"-Welle mitschwammen. Einer davon war dieser hier, in dem eine Prinzessin einen Lambada-Wettbewerb gewinnen will, um auf die Probleme des Regenwalds aufmerksam zu machen.
Dr. Lehrer und Mr. Tänzer: Mit gleich mehreren Lambada-Filmen wurden die Kinogänger 1990 beglückt. Einer davon war dieser hier mit J. Eddie Peck in der Rolle eines High-School-Lehrers, der nachts zum Lambada-Tänzer wird und so den Respekt seiner Schüler erwirbt.
Lambada made in Germany: Als die Lambada-Hysterie längst vorbei war, nahm sich die deutsche Schlagersängerin Andrea Jürgens noch einmal den heißen Rhythmen an und setzte mit ihrem "Wir tanzen Lambada" dem Song ein letztes Denkmal. "Spürst du, wie das Feuer in mir brennt, beim Tanz, den die Welt Lambada nennt", trällerte darin der ehemalige Kinderstar aus Wanne-Eickel und schaffte es so immerhin noch auf Platz 42 der deutschen Single-Charts.