"Tatort"-Folge "Déjà-Vu": - DER SPIEGEL
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Pädophilie-"Tatort" Dresden, kompliziert

Der Stammautor ist weg, die Hauptdarstellerin folgt bald - und plötzlich gelingt dem MDR ein "Tatort" für den mündigen Zuschauer: Aus mehreren Perspektiven betrachtet "Déjà-vu" ein Pädophilie-Verbrechen.
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Trainer Micha Siebert (Niels Bruno Schmidt) schwört seine jungen Schwimmer auf den nächsten Wettbewerb ein: Szene aus dem Dresdener "Tatort"-Fall "Déjà-vu".

Foto: MDR/ Wiedemann & Berg
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Der Film zeigt das Leben eines Pädo-Verbrechers, der einen Jungen missbraucht und ermordet hat.

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Alltag eines Pädophilen (Benjamin Lillie) und seiner um die Neigung wissenden Partnerin (Alice Dwyer): Beim Sex erzählt sie ihm von "holden Knaben".

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Der Film zeigt das Leiden der Opfer-Eltern, die zwischen Wut und Ohnmacht dahinvegetieren: Stefan Krüger (Jörg Malchow, Mitte) versucht zu beweisen, dass er der Stiefvater des ermordeten Rico Krüger ist.

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Und er zeigt das Lavieren der Ermittler (hier Alwara Höfels als Oberkommissarin Henni Sieland), die bei den Untersuchungen immer wieder an psychologische, bürokratische und juristische Grenzen stoßen.

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Fast immer behält dieser Krimi seine ausgeruhte, fast schon lakonische Distanz zum Geschehen.

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Oberkommissarin Karin Gorniak (Karin Hanczewski): "Tatorte" sind ja oft wie Pro-und-Kontra-Stücke aufgebaut, so als müssten auch wirklich alle Meinungen zu Gesellschafts- und Rechtsfragen sauber gegeneinander abgewogen werden, um auf der sicheren Seite zu stehen.

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Doch dieser Film lässt Unvereinbares und Unversöhnliches unkommentiert im Raum stehen.

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So gesehen ist "Déjà-vu" ein "Tatort" für den mündigen Zuschauer.

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Und damit ein echter Modernisierungsschub für den bei seinen "Tatorten" oft so unglücklich und rückwärtsgewandt agierenden MDR.

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