Technikgeschichte - DER SPIEGEL
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Technikgeschichte Voll auf Akku

Jagd nach dem idealen Energiespeicher: 1802 wurde die Vorform des Akkus erfunden. Damit begann der spektakulärer Siegeszug eines Mediums, das schon bald Züge und Autos beschleunigte, die Industrialisierung befeuerte und moderne Kriege ermöglichte - nur der Erfinder geriet in Vergessenheit.
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Zeitalter der Mobilität: Akkumulatoren eröffneten Anfang des 20. Jahrhunderts ein neues Zeitalter der Mobilität, wie das Plakat illustriert. Zeppelins, Flugzeuge, Lichtmaschinen von Automobilen und Wasserfahrzeugen - all dieses konnte mit der innovativen Erfindung nun betrieben werden.

Foto: Sammlung Peter Weiss
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Johann Wilhelm Ritter: Der deutsche Physiker konstruierte 1802 die Vorform des Akkumulators. Auf dem Kupferstich trägt Johann Wilhelm Ritter die Uniform der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, deren Mitglied er 1804 wurde. Allerdings ist umstritten, ob diese einzige Darstellung des vergessenen Wissenschaftlers auch wirklich Ritter zeigt.

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Der nie Zufriedene: Camille Jenatzy, im Fahrersitz, mit seiner Frau auf der Siegesparade am 1. Mai 1899. Der belgische Automobilrennfahrer hatte in seinem Elektrowagen "La Jamais Contente" ("Die niemals Zufriedene") am 29. April 1899 in Achères bei Paris als erster Fahrer die 100-Stundenkilometer-Marke überschritten - und damit seinen Erzrivalen Gaston de Chasseloup-Laubat geschlagen.

Foto: Getty Images
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Werbung für neue Energietechnik: Mit der Rekordfahrt im April 1899 in seinem Elektrowagen "La Jamais Contente" avancierte der Autokonstrukteur Camille Jenatzy zur Werbefigur für eine moderne Energietechnik. Zeitgenossen bevorzugten damals das Elektromobil vor den lauten und knattrigen Autos mit Verbrennungsmotor.

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Mobile Energie: Historische Werbung für Auto- und Radioakkus des US-Herstellers Dagenite.

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AFA-Werke Hagen: Ein Ingenieur der Accumulatoren-Fabrik AG (AFA) posiert 1918 neben einer riesigen Batteriezelle. Der deutsche Unternehmer Adolph Müller hatte das Werk in Hagen 1887 gegründet - es war die erste Akkumulatoren-Fabrik Deutschlands, aus der später der Konzern Varta entstand. Im Zweiten Weltkrieg setzte die AFA systematisch Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge in ihren Werken ein, in denen Batterien und Akkus für U-Boote und Raketen gebaut wurden.

Foto: Ralf Blank
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Bombenziel der Royal Air Force: Luftaufnahme von 1927 der Accumulatoren Fabrik AG (AFA) im westfälischen Hagen. Das Werk war schon im Ersten Weltkrieg der Hauptlieferant von U-Bootbatterien für die kaiserliche Marine - und für britische Bomber daher ein potentielles Ziel ersten Ranges. Im Zweiten Weltkrieg wurde das AFA-Werk in Hagen schließlich von alliierten Bombern stark zerstört.

Foto: Ralf Blank
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Sonderform des Akkus: Zwei Traktoren ziehen am 25. Januar 1938 einen riesigen Dampfakkumulator auf einer Straße nach London. Der Dampf-Akku konnte die Wärme des Abdampfes einer Dampfmaschine speichern und in Energie umsetzen.

Foto: Getty Images
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Gaston Planté: Der französische Physiker entwickelte 1859 einen Bleiakkumulator, den sein Landsmann Camille Alphonse Faure 1880 entscheidend verbessern konnte.

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Spot an: Ein italienischer Hersteller wirbt für die Nutzung von Tudor-Akkumalatoren. Der Physiker Henri Tudor hatte die Leistung des von Planté entwickelten Bleiakkumulator verbessert, indem er die spiralförmigen Bleielektroden durch flache Elektroden, deren Oberfläche gerillt ist, ersetzte. Diese neue effiziente Batterie wurde nicht nur in Beleuchtungssystemen verwendet, sondern fand ihren Einsatz auch für den Antrieb von U-Booten, Trambahnen und Lokomotiven.

Foto: Sammlung Peter Weiss
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Es werde Licht: Werbung für den Einsatz von Tudor-Akkumulatoren in Automobilen. Diese Batterien galten im Vergleich zu den Vorläufern als wesentlich effizienter und zuverlässiger. Die Ladezeit war geringer und die Lebensdauer betrug bis zu 25 Jahre.

Foto: Sammlung Peter Weiss
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Wittfeld-Wagen: Der Aachener Maschinenbauer Gustav Wittfeld entwickelte schon 1907 Akku-Triebwagen, die zwei Weltkriege überlebten und bei der Deutschen Bundesbahn bis 1962 im Einsatz waren. Das Bild von 1954 zeigt einen Wittfeld-Akkumulatortriebwagen (ETA 177) im Bahnhof Lage, Ausfahrt in Richtung Bielefeld.

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Neues aus der Elektrotechnik: Plakatwerbung für die Elektrizitätsausstellung in Basel vom 9. August bis zum 15. September 1913, auf der die neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet der Elektrotechnik gezeigt wurden. Im Bereich der Kommunikationstechnologie und Informationstechnologie ist elektrische Energie bzw. dessen Speichermedium, der Akku, von hoher Bedeutung. Ohne diese Entdeckung wäre die moderne Welt aus Laptops und Handys nicht vorstellbar.

Foto: Sammlung Peter Weiss
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Energie aus der Kiste: Schon Ende des 19. Jahrhunderts waren von Akkumulatoren betriebene Elektromobile groß in Mode. Sie galten damals als elegant und modern - ganz im Gegensatz zu den stinkenden Autos mit Verbrennungsmotoren. Doch langfristig waren sie nicht konkurrenzfähig, weil die Bleiakkus für eine große Reichweite zu schwach waren.

Foto: Sammlung Peter Weiss
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Damals wie heute ak(k)ut: Frühe Werbung für Akkumulatoren, kurz Akku, von Paul Gadot. Die Erfindung ist dem Physiker Johann Wilhelm Ritter zu verdanken, der Anfang des 19. Jahrhunderts mit seiner "Ritterschen Ladungssäule" die Elektrotechnik revolutionierte.

Foto: Sammlung Peter Weiss
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Energie vom Rhein: Das Unternehmen Gottfried Hagen in Köln (KAW) produzierte unter anderem die in der Kriegsmarine eingeführten Stahlakkumulatoren. Diese waren zu einem großen Teil aus vernickeltem Stahlblech hergestellt.

Foto: Sammlung Peter Weiss
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Auf dem Sprung: Der Mailänder Batteriehersteller Scaini warb für mehr Mobilität - mit Hilfe seiner Akkumulatoren.

Foto: Sammlung Peter Weiss
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