Technikträume um 1900 - DER SPIEGEL
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Blick zurück in die Zukunft Was aus den Visionen von 1900 wurde

Fliegende Schiffe, Häuser auf Rollen, Schönwettermaschinen: Vom Fortschrittswahn elektrisierte Massen erhoben um 1900 Zukunftsvorhersagen zum Volkssport - je schriller, desto besser. Beim Blick zurück zeigt sich: Viele der skurril anmutenden Visionen lagen nicht weit von der Realität.
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Mobile Häuser damals: Wem es daheim nicht mehr gefällt, der zieht um - warum nicht gleich mit dem ganzen Straßenzug? Die Technisierung schreitet voran, die Industrialisierung fordert Flexibilität und Mobilität von den Zeitgenossen um 1900. Der Zeichner hat die Erfordernisse und Möglichkeiten konsequent zusammengedacht. Sieht so die Zukunft aus?

Foto: Sammlung Peter Weiss/ Hildebrand
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Mobile Häuser heute: Der Umzug mit dem ganzen Haus - er bleibt die Ausnahme. In den USA ist er noch eher zu beobachten als in Europa, wie hier 2004 in New Mexico. Die Europäer lassen bisweilen ebenfalls Häuser versetzen, etwa 1996 am Potsdamer Platz in Berlin. Mit Hilfe eines Luftkissens wurde dort der denkmalgeschützte, mit Stuck und Marmor verzierte, 1300 Tonnen schwere Kaisersaal des einstigen Hotels Esplanade verschoben - um 75 Meter. Das Unternehmen dauerte 20 Tage.

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Schönwettermaschine damals: Mit der richtigen Technik würde alles möglich, sie musste nur groß genug sein. Eine solche Maschine, so stellte sich der Zeichner um 1900 vor, würde in hundert Jahren Gewitterwolken zerteilen - wie genau, das ließ er offen. Die kanonenartige Gestalt des Monstrums allerdings war durchaus hellsichtig.

Foto: Sammlung Peter Weiss/Hildebrand
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Schönwettermaschine heute: Mit alten Flugabwehrkanonen lässt die chinesische Regierung im Sommer 2008 auf Regenwolken schießen. Die Ladung enthält Silberjodid. In den Wolken sollen sich Wassertropfen an die fein zerstäubten Chemikalien-Tröpfchen lagern und die Wolken vorzeitig abregnen lassen - damit der Himmel über Peking zu den Olympischen Spielen in freundlichem Blau erstrahlt. In den USA wurde das Verfahren erstmals in den vierziger Jahren eingesetzt. Vor allem das Militär hatte großes Interesse an der Technik: Im Vietnam-Krieg impfte es Wolken über dem Ho-Chi-Minh-Pfad, um mit dem Regen die feindlichen Truppen in Südvietnam zu behindern.

Foto: REUTERS
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Überdachte Stadt damals: Geschützt vor Wind und Wetter, noch dazu sauber und mollig warm wie eine gute Stube - so stellte man sich um 1900 die Stadt der Zukunft vor. Abwegig war die Idee nicht. In vielen Städten brach sich eine neue Architektur bahn - Stahlträger und Glasdächer formten neue Dimensionen mit pompösen Kaufhäusern, lichtdurchfluteten Hallen, Tempeln des Konsums. Darin versammelten sich nicht nur Waren aller Art - Kaufhäuser wurden auch zu Ausflugszielen und Touristenattraktion, wie etwa die Galeries Lafayette in Paris, das Harrod's in London oder das Kaufhaus des Westens in Berlin.

Foto: Sammlung Peter Weiss/Hildebrand
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Überdachte Stadt heute: Warm und trocken - den Kunden in dieser amerikanischen Shopping Mall kann das Wetter nichts anhaben. Alle Geschäfte unter einem Dach aus Stahl und Glas - der Traum des ausgehenden 19. Jahrhunderts ist wahr geworden. Doch Einkaufszentren, nicht selten außerhalb der Stadtzentren gelegen, gelten bald schon als Totengräber belebter Innenstädte.

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Wasserspaziergang damals: Eisenbahn, Fahrräder, Luftschiffe, Automobile und Fesselballons - all das gab es schon. Würde der Mensch bald auch über das Wasser gehen können? Vielleicht auf Korkschuhen und von einem Gasballon gehalten? Immer neue Fortbewegungsmittel und immer neue Geschwindigkeitsrekorde werden am Ende des 19. Jahrhunderts bekannt. Was kommt noch?

Foto: Sammlung Peter Weiss/Hildebrand
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Wasserspaziergang heute: Zum Alltag werden Wasserspaziergänge im 21. Jahrhundert nicht, eher das exotische Hobby einiger Weniger - wie dieser beiden Männer im Jahre 2006 mit "Schwimmschuhen" auf der Elbe bei Dresden. Die biblische Vorstellung vom Gang übers Wasser fasziniert bis heute.

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Verbesserte Röntgenstrahlen damals: "'Halt, man bricht wohl bei mir ein?' / denkt sich Rentier Reichenstein / Denn mein Geldspind knackt gar sehr / Schnell die Röntgen-Strahlen her! / Diese sind doch wunderbar / Alles sieht man deutlich klar", reimt ein Visionär um 1900 zu diesem Motiv. Gerade erst hatte der Physiker Wilhelm Conrad Röntgen diese "neue Art von Strahlen" entdeckt, da gibt es bereits Ideen, wie man ihre Eigenschaft, bislang Unsichtbares sichtbar zu machen, nutzen könnte - vor allem gegen Kriminalität.

Foto: Sammlung Peter Weiss/Hildebrand
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Verbesserte Röntgenstrahlen heute: Röntgenbilder aus einem sogenannten Nacktscanner. Das Durchleuchtungsgerät soll auf Flughäfen für mehr Sicherheit sorgen. In Amsterdam, Zürich, London und in den USA werden Passagiere 2008 bereits probehalber bis auf die Haut durchleuchtet - um beispielsweise Keramikmesser oder Plastiksprengstoff zu finden.

Foto: dpa
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Luftschiffe damals: Eine Landpartie sprichwörtlich über Land mit einem lenkbaren Luftschiff als Ausflugsmobil - würde so ein gemütlicher Sonntagnachmittag im Jahre 2000 aussehen? Von den Pionieren des Luftverkehrs war Anfang des 20. Jahrhunderts einiges zu erwarten.

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Luftschiffe heute: Am 6. Mai 1937 ging das Meisterwerk der Ingenieurkunst beim Landeanflug auf Lakehurst bei New York in Flammen auf, Sekunden später war das einst größte steuerbare Flugobjekt nur noch Schrott und Asche, 36 Menschen starben. Das tragische Ende des Zeppelins "Hindenburg" markiert den Untergang einer vielversprechenden Technologie, in der zivilen Luftfahrt werden die vor allem bei den Deutschen beliebten Luftschiffe keine große Rolle mehr spielen. Auch das Comeback Jahrzehnte später misslang - das 1996 gegründete Unternehmen Cargolifter, das in Brandenburg Frachtluftschiffe bauen wollte, musste 2002 Insolvenz .

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Schiffseisenbahn damals: Die Großmächte England und Deutschland liefern sich Anfang des 20. Jahrhunderts ein gigantisches Wettrüsten zur See. Der Erfinder der futuristischen "Schiffseisenbahn" ahnte, was das bedeutete: "O wie sind die heut'gen Schiffe / Doch noch stümperhaft gebaut / In dem Jahr 2000 sicher / Man sich solches nicht getraut / Rollen muß ein Schlachtschiff haben, / Wird es dann auch angeschossen,/ Flieht vom Wasser es auf Schienen / Nach dem Lande unverdrossen / Ach wie viele Menschenleben / So dem sich'ren Tod entgehen."

Foto: Sammlung Peter Weiss/Hildebrand
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Schiffseisenbahn heute: Der Wunsch nach einem sicheren Schiff, das bei Gefahr einfach auf Schienen an Land rollen kann, blieb die Vision eines Zeichenkünstlers - nicht so die Kombination der Verkehrstechnologien: Der Zug im Schiffsrumpf - heute ist er Alltag, wie Eisenbahnfähren zwischen Puttgarden und Rødby oder auch Yantai und Dalian in Nordostchina zeigen.

Foto: AP
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Theater damals: Statt sich im Theatersaal zu drängen, würde man in hundert Jahren die Oper im heimischen Wohnzimmer sehen und hören können, so die Erwartung, die sich um 1900 mit diesem Bild verband. Die Erfindung und Verbreitung des Telefons ließ auf weitere, dramatische Fortschritte der Übertragungstechniken hoffen. In seinem Science-fiction-Roman "When the Sleeper Wakes" ("Wenn der Schläfer erwacht") nahm der englische Schriftsteller H.G. Wells bereits 1899 das Fernsehen vorweg.

Foto: Sammlung Peter Weiss/Hildebrand
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Theater heute: 2006 ist das Fernsehen längst erfunden - die Menschen gehen trotzdem vor die Tür, um sich für eine große Inszenierung zu drängen. Zumindest wenn es - wie hier - die nationalen Fußballhelden zu sehen gibt. Opern hingegen werden - anders als die frühen Visionäre vermuteten - im 21. Jahrhundert eher selten ins heimische Wohnzimmer übertragen.

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Polarflug damals: Der norwegische Polarforscher Fridtjof Nansen segelte 1893 mit seinem Schiff in die Aktis, ließ die "Fram" absichtlich ins Packeis einfrieren und hoffte, so zum Nordpol zu treiben. Doch der verbleibende Fußweg war zu riskant, Nansen kehrte 1896 zurück, ohne sein Ziel erreicht zu haben. Würde nun, da es lenkbare Luftschiffe gab, alles leichter? Die Reise zum Nordpol blieb ein weiter Weg: Auch der Schwede Salomon August Andrée, im Juli 1897 mit einem Gasballon gestartet, kam dort nie an.

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Polarflug heute: Vom Massentourismus ist der Nordpol immer noch weit entfernt, doch Sightseeing-Rundflüge über der Aktis bringen hundert Jahre nach der ersten erfolgreichen Nordpol-Expedition auch Touristen in die eisige Region - allerdings ohne dort zu landen. Am anderen Ende der Welt setzt 2007 die erste Passagiermaschine in der Antarktis auf (Foto). Der Airbus A319 soll Wissenschaftlern und Forschern die bis dahin wochenlange Reise zur australischen Forschungsstation Casey am Südpol verkürzen.

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Unterseeboote damals: Gegen Ende des 19. Jahrhunderts interessierte sich vor allem das Militär für Unterseeboote. Der Wunschtraum des visionären Zeichners allerdings hatte einen anderen Hintergrund. Er vermutete kostbare Schätze auf dem Meeresboden - und meinte damit nicht Rohstoffe oder die noch unentdeckte Tier- und Pflanzenwelt. Nach großen Schiffskatastrophen hatten sich in den Tiefen des Meeres auch reichlich materielle Güter angesammelt.

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Unterseeboote heute: Gegen Ende des 20. Jahrhunderts sind U-Boote nicht mehr nur Militärs und Meeresforschern vorbehalten. Tauchfahrten zwischen Fischen, Schiffswracks und Meeresschildkröten werden zur Touristenattraktion - auf Hawaii, den Kanaren, Mallorca, in Südkorea und der Karibik. Oder zu Testzwecken im Helenesee bei Frankfurt/Oder (Foto).

Foto: ddp
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Bewegliche Bürgersteige damals: Einen Trottoir würde bald niemand mehr benutzen, nur vor die Tür müsse man treten - und dann auf die "Stufenbahnen", so die Vision am Ende des 19. Jahrhunderts. Da war in Lichterfelde bei Berlin gerade die erste elektrische Straßenbahn in Betrieb genommen worden, und die Weltausstellung 1900 in Paris ließ erahnen, welcher Art die künftigen Beförderungsmöglichkeiten sein würden - etwa wie diese "Fahrtreppe".

Foto: Sammlung Peter Weiss/Hildebrand
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Bewegliche Bürgersteige heute: Rolltreppen blieben zunächst eine Attraktion in großen Vergnügungsparks, doch bald wurde der praktische Nutzen erkannt. Als erstes Kaufhaus in Deutschland installierte 1925 das Kaufhaus Tietz in Köln eine Rolltreppe, weitere Einkaufszentren, Bahnhöfe und Flughäfen folgten, ebenso Bürogebäude - wie das Lloyd's Building in London (Foto).

Foto: REUTERS
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Soldatinnen damals: Das Militär - die letzte Bastion echter Männer - erobert vom schwachen Geschlecht. Der Zeichner nimmt es mit Humor, doch für viele seiner Zeitgenossen versinnbildlichte er eine Horrorvorstellung: In Frankreich forderte unter anderem die von einer Journalistin gegründete Tageszeitung "La Fronde" 1910, Frauen die Möglichkeit zu geben, Soldatin zu werden.

Foto: Sammlung Peter Weiss/Fentzke
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Soldatinnen heute: Seit Anfang Januar 2001 werden Frauen in der Bundeswehr auch in Kampfeinheiten ausgebildet. Bis dahin war ihre Tätigkeit überwiegend auf den Sanitätsdienst beschränkt, zu dem Ärztinnen und Apothekerinnen in der Bundesrepublik ab 1975 zugelassen wurden.

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Der Mann damals: Der Mann der Zukunft sitzt daheim und füttert das Baby, während seine Frau in der Volksversammlung Reden schwingt, in der Kneipe Skat kloppt, Billard spielt, raucht, säuft und sich sonstigen Vergnügungen hingibt. Die Frauenrechtsbewegung erschütterte ab Mitte des 19. Jahrhunderts das konventionelle Weltbild von der vorgegebenen Rollenverteilung zwischen Mann und Frau.

Foto: Sammlung Peter Weiss/Fentzke
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Der Mann heute: Im Jahre 2007 führt die Bundesregierung das Elterngeld ein - und tausende junge Väter nutzen die Gelegenheit, eine Auszeit für den Nachwuchs zu nehmen. Denn der Umfang der staatlichen Förderung hängt unter anderem davon ab, ob beide Partner die Elternzeit in Anspruch nehmen.

Foto: AP
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Fußgängersport damals: Es muss nicht immer gleich ein Automobil sein. Schon viermal schneller als ein Fußgänger ist der Besitzer eines Fahrrades. Individuelle Mobilität - auch zu Fuß - erfreut sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts großer Beliebtheit - sogar bei den Damen. Der eigentliche Fußgängersport aber, populär vor allem in Großbritannien, ist eine Männerdomäne.

Foto: Sammlung Peter Weiss/Hildebrand
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Fußgängersport heute: 1908 wurde das Gehen zur olympischen Disziplin, den ersten Frauenwettkampf bei den Olympischen Spielen gab es allerdings erst 1992. Als Freizeitsport setzt sich in den neunziger Jahren das Nordic Walking durch - jetzt gehen auch sportliche Menschen am Stock.

Foto: Getty Images
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Luftpolizei damals: Lupo statt Schupo. Wenn das Fliegen zum Alltag würde, hätte irgendwann auch die Schutzpolizei nur noch im Himmel zu tun. Der Beamte macht den Abflug - weiß behandschuht wie ein Engel. Sah der Visionär 1919 auch das Ende des wilhelminischen Obrigkeitsstaates?

Foto: Sammlung Peter Weiss/Gartmann
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Luftpolizei heute: In der Bundesrepublik sind Polizeihubschrauber seit den fünfziger Jahren im Einsatz - in Hamburg zum ersten Mal im August 1953 zur Eröffnung des Deutschen Turnfestes. "Polizeirat Vestring und Polizeimeister Klewe", so berichtet das "Hamburger Abendblatt", "leiteten aus der Luft den Aufmarsch der Teilnehmer und den Verkehr". Der Bundesgrenzschutz (später: Bundespolizei) bekommt seinen ersten Hubschrauber 1955 - einen Hiller UH-12 B. Dem Flugdienst obliegt unter anderem die Überwachung der Grenzen, der Transport von Polizeikräften und Staatsgästen sowie die Hilfe bei Unfällen und Katastrophen.

Foto: ddp
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Marsreise damals: Angesichts der Fortschritte im Luftschiffbau werden die Visionäre übermütig. Bald würde man auch zum Mars fliegen können - glaubten manche 1919, ein halbes Jahrhundert bevor mit dem Amerikaner Neil Armstrong am 21. Juli 1969 der erste Mensch den wesentlich näher gelegenen Mond betrat.

Foto: Sammlung Peter Weiss/Gartmann
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Marsreise heute: In den sechziger Jahren landete die erste Raumsonde auf dem Mars. Bis ein Mensch jemals die Reise dorthin antritt, dürfte noch einige Zeit vergehen. In Moskau ließen sich am 31. März 2009 immerhin sechs Menschen für 105 Tage in einem nachgebauten Raumschiff einschließen, um eine Marsmission zu simulieren - ein Isolationsexperiment von russischen Medizinern.

Foto: AFP
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Polizeihund damals: Der erste Vierbeiner trat seinen Dienst bei der Polizei am 1. Oktober 1901 an, so die Legende. Mit ihrem Führer Polizeisergeanten Lange lief die Deutsche Dogge Cäsar auf Anregung von Kommissar Franz Friedrich Laufer in den Straßen der westfälischen Industriestadt Schwelm Streife. Dass der Polizeihund einmal zur festen Größe im Staatsdienst werden würde, mochte sich der Zeichner zu Beginn des 20. Jahrhunderts nur schwer vorstellen können. Das Polizeihandbuch konstatiert indes: "Seit 1896 ist bei der deutschen Polizei das Einsatzmittel "Diensthund" (DH) fester Bestandteil zur Aufgabenwahrnehmung."

Foto: Sammlung Peter Weiss
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Polizeihund heute: Rund 3300 Polizeihunde waren nach Polizeiangaben im Jahr 2007 in Deutschland im Dienst. Sie stöberten Vermisste auf, stellten Einbrecher, liefen Streife, erschnüffelten Sprengstoff und spürten Rauschgift auf.

Foto: ddp
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Individualverkehr damals: Gerade erst schickten sich die Ingenieure Gottlieb Daimler und Karl Benz um 1900 an, das Automobil auf den Markt zu bringen, da träumten bereits einige Zeitgenossen davon, die motorisierten Gefährte würden irgendwann die Pferdedroschken ablösen. Einzelne Gutsituierte könnten es sich dann leisten, Erster Klasse in einer motorbetriebenen Kutsche zu reisen.

Foto: Sammlung Peter Weiss/Stollwerck
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Individualverkehr heute: Eine Taxi-Lawine rollt durch Berlin. Mit der Einführung der Fließbandproduktion wurde das Automobil rasch zum erschwinglichen Massengut, nicht wenige Haushalte verfügen heute über zwei, drei oder noch mehr Pkw. Das Foto zeigt den Protest von Taxifahrern gegen Benzinpreiserhöhungen im Sommer 2008.

Foto: REUTERS
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Bildtelefon damals: Ende des 19. Jahrhunderts waren die Menschen fasziniert von Apparaten, mit deren Hilfe man sich verständigen konnte, auch wenn man sich nicht sah. Warum eigentlich nicht? Mit der Verbreitung des Telefons verband sich auch der Wunsch, den nicht selbst anwesenden Gesprächspartner parallel als Bild vor Augen zu haben.

Foto: Sammlung Peter Weiss
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Bildtelefon heute: Bilder zu übertragen erwies sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Vergleich zum Ton als sehr viel aufwendiger. Zwar gab es zwischen Berlin und Leipzig in den Jahren 1936 bis 1940 einen öffentlichen "Fernseh-Sprechdienst", wegen mangelnder Rentabilität wurde er allerdings wieder eingestellt. Erst das Digitalzeitalter brachte eine akzeptable Bildqualität zu massenkompatiblen Preisen.

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Schlachthof damals: Von der "Internationalen Fach- und Culturhistorischen Ausstellung für das Fleischergewerbe" in Hamburg schickte ein Besucher 1907 diese Postkarte an die Lieben daheim. Die Perfektionierung der Fließbandproduktion stieß allerdings auf geteiltes Echo: Der amerikanische Autor Upton Sinclair beschreibt in seinem Roman "The Jungle" ("Der Dschungel", 1906) den Arbeitsalltag in den Schlachthäusern von Chicago - eine düstere Vision von der Entmenschlichung industrieller Massenproduktion.

Foto: Sammlung Peter Weiss
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Schlachthof heute: Mehrere große Fleischskandale wie BSE verunsicherten Ende des 20. und zu Beginn des 21. Jahrhunderts die Käufer. Oft spielte dabei die unklare Herkunft der von Großhändlern angebotenen Massenware eine Rolle. Das Foto von 2008 zeigt einen Schlachthof-Mitarbeiter bei der Kontrolle von Rinderhälften.

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Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?