Terror Die Bomben von Madrid
Fast drei Jahre nach den blutigen Terroranschlägen von Madrid beginnt der Mammutprozess gegen die mutmaßlichen Attentäter, ihre Hintermänner und Helfer. Sie sollen für die Bombenanschläge vom 11. März 2004 auf vier Pendlerzüge in Madrid verantwortlich sein.
191 Menschen wurden damals getötet, mehr als 1800 weitere zum Teil schwer verletzt. Das ganze Land war schockiert. Es folgte ein politisches Nachbeben.
Nur drei Tage vor der Parlamentswahl explodieren gegen 7.40 Uhr zehn Bomben in vier mit Pendlern vollbesetzten Vorortzügen auf dem Weg ins Stadtzentrum. Innerhalb von Minuten brach die Hölle los; Madrid erlebt seinen 11. September.
Schon frühzeitig gehen die Ermittler von einem islamistischen Hintergrund aus. Zu den sieben Hauptangeklagten zählen drei der 13 Attentäter; sieben begingen Selbstmord, als die Polizei rund drei Wochen nach dem Anschlag ihr Versteck bei Madrid stürmte. Drei konnten fliehen. Drei weitere Angeklagte gelten als Drahtzieher der Anschläge.
Der Anschlag traf Madrid völlig unerwartet. Den Helfern bot sich an allen vier Unglücksstellen ein grausiges Bild.
191 Menschen wurden getötet. 1824 zum Teil schwer verletzt. Diese beiden überlebten das Blutbad.
Der bei den Anschlägen verwendete Sprengstoff spielt während des Prozesses eine große Rolle. Jüngste Gutachten belegen, dass es sich dabei um Minen-Dynamit handelt. Damit würde die "Verschwörungstheorie" rechter Hardliner widerlegt, wonach die ETA bei den Anschlägen doch ihre Hand im Spiel gehabt hätte.
Rettungskräfte erreichten die Unglücksstellen nach wenigen Minuten. Angesichts des Ausmaßes der Anschläge musste ein Feldlazarett im Sportkomplex Daoiz y Velarde eingerichtet werden.
Die Zahl der Toten stieg minütlich. Immer wieder wurden Opfer aus den Trümmern geborgen. Der Verkehr von und nach Madrid wurde unterbrochen, um die Flucht von möglichen Terroristen zu unterbinden. Der Verkehr auf der Metrolinie 1 wurde eingestellt, alle Fernbahnhöfe geschlossen.
Zum Jahrestag am 11. März 2005 legten viele Menschen Blumen und Kerzen an den Unglücksstellen nieder.
Nach dem Unglück pilgerten Hunderte zu den Bahnhöfen, an denen am 11. März 2004 der Schrecken seinen Lauf nahm.