Terror in Sydney Geiselnahme beendet
Ende einer Geiselnahme: Nach 16 Stunden stürmten Polizisten in Sydney das Lindt-Cafe, in dem ein Geiselnehmer 17 Menschen festhielt. Mehrere Explosionen waren vor Ort zu hören.
Bewaffnete Polizisten entern das Gebäude: Nach Angaben der Polizei wurden bei dem Einsatz drei Menschen getötet - unter ihnen der Geiselnehmer. Der 50-Jährige sei erschossen und im Krankenhaus für tot erklärt worden, erklärte der Polizeichef von New South Wales.
Verletzte wurden aus dem Gebäude transportiert: "Es waren mehrere Schüsse zu hören, also sind wir eingeschritten", schilderte Polizeichef Andrew Scipione. "Wenn die Polizei nicht eingedrungen wäre, wären mehr Menschen gestorben."
Spezialgerät vor dem Lindt-Café: Ein Roboter wurde zum Entschärfen von Sprengsätzen in das Café im Central Business District gesteuert.
Mediziner betreuen Verletzte außerhalb des Cafés: Derzeit werde sichergestellt, dass die Verletzten versorgt und auch die Familien der Opfer psychologisch betreut würden, erklärte Scipione.
Der Polizeichef verteidigte den Einsatz, bei dem zwei Geiseln ums Leben kamen. Die Beamten hätten vielen Menschen das Leben gerettet.
Stundenlange Verhandlungen: Zu dem Geiselnehmer im Lindt-Café hatte die Polizei einen Kontakt aufgebaut, ließ aber nichts über dessen Motive und Forderungen verlauten.
Flucht mit erhobenen Händen: Mindestens sechs Personen konnten nach der Intervention um kurz nach 2 Uhr nachts entkommen.
Verletzte werden behandelt: Die Geiselnahme sei eine Tragödie gewesen, "die niemand von uns für möglich gehalten hätte", sagte Mike Baird, Premier des Bundesstaates New South Wales.
Der Geiselnehmer war ein bekannter Islamist (Archivbild): Man Haron Monis war gebürtiger Iraner und lebte seit 1996 in Australien.
Diese junge Angestellte des Lindt-Cafés konnte sich nach mehreren Stunden Geiselnahme am frühen Abend in die Freiheit retten.
Der mutmaßliche Geiselnehmer auf einer Videoaufnahme: Der Dschihadist hatte ein Schusswaffe und forderte mehrere Geiseln auf, bei australischen Medien anzurufen, um seine Forderungen öffentlich zu machen. Demnach wollte er in einer Live-Übertragung mit dem australischen Premierminister Tony Abbott sprechen.
Diese Fahne mussten die Geiseln ans Fenster des Cafes halten. In weißen Buchstaben steht darauf auf Arabisch das muslimische Glaubensbekenntnis: "Es gibt keinen Gott außer Allah, und Mohammed ist der Bote Gottes." Das allein hat nichts mit Radikalismus zu tun. Die Farbwahl Weiß auf Schwarz signalisiert, dass es sich um Kriegszeiten handelt, in denen Muslime bedroht werden. Oft verwenden dschihadistische Gruppen diese Symbolik. Lesen Sie hier einen Hintergrund zur Symbolik. Berichten zufolge verlangte der Geiselnehmer nach einer Flagge der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS).
Am Martin Place hatten sich Dutzende Zuschauer versammelt, die den Verlauf der Geiselnahme beobachteten. Vielen, die aus den umliegenden Bürohäusern evakuiert worden waren, blieb auch gar nichts anderes übrig als dort auszuharren, schreibt SPIEGEL-ONLINE-Korrespondentin Verena Töpper aus Sydney. Die U-Bahn in die östlichen Vororte war zwischenzeitlich komplett eingestellt, die Taxidienste seien völlig überlastet.