"Die Räuber" in Köln Gewalt war schon als Sturm-und-Drang-Kind scheußlich
Der Regisseur und Bühnenbildner Ersan Mondtag hat Schillers "Räuber" am Schauspiel Köln aus der Epoche des deutschen Sturm und Drang in eine schwarzromantische Spuk- und Geisterwelt verlegt.
Die Frauen und Männer aus der Räuberbande von Karl Moor (Lola Klamroth) werfen sich wie bei einem Initiationsritus in weißer Unterwäsche ins seichte Gewässer und verharren dort anschließend so starr, als lägen sie in einem Massengrab.
Riesengroß steht im Dämmerlicht dieser "Räuber"-Aufführung eine Statue des alten Moor herum. Warum ausgerechnet der tattrige Graf Moor (Bruno Cathomas) selbst die Statue zum Stürzen bringt, bleibt gründlich unbegreiflich - wie leider vieles in Ersan Mondtags Kölner Inszenierung.
Die Schauspielerin Sophia Burtscher (links, mit Ines Marie Westernströer als Hermann) ist "Franz, die Kanaille". Die konsequente und nur manchmal komische Verdrehung der Geschlechterrollen ist an diesem Theaterabend Prinzip.