Hardware-Hacker Alles muss raus
Ran an den Rechner: Unser Ziel ist es, Angreifern möglichst wenig Schnittstellen zu bieten, um an den Arbeitsspeicher und das System zu kommen. Dazu müssen einige Schnittstellen unbrauchbar gemacht werden. Nachdem der Akku entfernt wurde, müssen zunächst die Schrauben auf der Rückseite gelöst werden. Elf Stück sind es.
Raus mit der Tastatur: Die Tastatur des Thinkpads lässt sich nun anheben und vorsichtig nach vorne ziehen. Sie hängt nur noch an einem Kabel.
Tastaturkabel lösen: Der Stecker lässt sich einfach nach oben abziehen.
Plastikabdeckung entfernen: Das ist schon kniffliger. Die Oberseite hakt sich an der Unterseite fest.
Freigelegt: Die Abdeckung lässt sich nun einfach nach vorne wegziehen. Zuerst nehmen wir uns die LPC-Bridge vor, einen Chip, der die Dockingstation mit der CPU verbindet.
Controller freilegen: Die LPC-Bridge befindet sich neben der Batterie, die hier in gelbes Plastik verpackt ist. Die Platinen sind mit Plastikabdeckungen geschützt. Um an die LPC-Bridge zu kommen, muss man mit einem Skalpell das Plastik an drei Seiten einschneiden.
LPC-Bridge: Die weiße Markierung auf der Platine, oben rechts über dem Chip, hilft bei der Orientierung.
Anschlüsse des Chips: Diese Informationen finden sich im Web. Die Verbindungen, die mit D anfangen, gehen zur Dockingstation - die wollen wir deaktivieren.
Pins abknipsen mit dem Skalpell: Das erfordert Fingerspitzengefühl - die anderen Pins dürfen nicht beschädigt werden. Nachdem die Pins mit D angeschnitten sind, müssen die Enden noch mit einem Lötkolben heiß gemacht und von der Platine entfernt werden.
Lautsprecher abziehen: Über die Sound-Ausgabe könnten Angreifer, wenn sie es ins System geschafft haben, Daten ausleiten - zum Beispiel auf hohen, für menschliche Ohren nicht hörbaren Frequenzen.
Netzwerkkarte entfernen: An den beiden weißen Steckplätzen sind W-Lan und bei einigen Modellen Modem angeschlossen. Die ziehen wir ab, genau wie die Kabel für das Modem und die W-Lan-Antenne.
Platine vom Gehäuse lösen: Die nächsten Schrauben kommen ab, damit das Motherboard herausgenommen werden kann.
Schraube lösen: Das Metallteil unter dem Schraubenzieher lösen wir als nächstes, um die große Platine darunter herausziehen zu können.
Stromkabel abziehen: Unter den Kabeln verbirgt sich eine weitere Schraube. Erst das Kabel abziehen, um das Stromkabel nicht mit dem Schraubenzieher zu beschädigen.
Antennenkabel lösen: Das Kabel ist mit Klebeband auf dem Lüfter befestigt.
Display-Kabel abziehen: Mit dem vorstehenden Plastik lässt sich das Kabel anfassen und...
...das Metallteil lösen. Lose liegen lassen und nicht entfernen.
Festplatten-Adapter abziehen: Nun noch die kleine Platine lösen - und wir haben das Mainboard freigelegt.
Mainboard herausnehmen und umgedreht neben das Gehäuse legen. Die schwarze Folie links unten lösen wir vorsichtig ab.
Plastik entfernen: Mit einem Schraubenzieher die Folie über dem weißen Cardbus-Anschluss lösen.
Widerstand R461 entfernen: Mit einer Lötzange entfernen wir den Widerstand, um die Schnittstelle unbrauchbar zu machen.
Lötstelle putzen: Um Kurzschlüsse zu vermeiden, mit einem Lötkolben das überschüssige Lötzinn wegputzen.
Verbinden mit dem Kondensator: Von der rechten freigelegten Stelle zu dem darüberliegenden Kondensator links oben eine Verbindung herstellen.
Lötarbeiten am Mainboard: Cardbus und Firewire sind nun deaktiviert, der Chip für die Steuerung befindet sich im Dauer-Reset.
Mikrofon entfernen: Dort, wo die USB- und Sound-Anschlüsse sind, die scharze Folie entfernen. Das Mikrofon liegt auf der anderen Seite des Boards.
Mikrofon-Beine anwärmen: Die beiden hervorstehenden Beine über dem Firewire-Anschluss gehören zum Mikro. Erwärmt man beide gleichzeitig mit dem Lötkolben, lässt sich...
...das Mikrofon leicht heraushebeln, zum Beispiel mit einem Schraubenzieher.
Bios freilegen: Nun legen wir das Bios frei, das sich auch unter schwarzer Folie verbirgt.
Bootflash überschreiben: Um Coreboot als Bios auf dem Flashchip zu installieren, nehmen wir eine Klemme, einen IC Test Clip, die eine eigene Verbindung zu jedem der acht Anschlüsse des Chips herstellt.
Verbindung zu einem zweiten Rechner: Mit einem USB-Interface verbinden wir das Bootflash. Außerdem geben wir dem Mainboard Strom, ohne es aber einzuschalten.
Flashrom-Software auf dem zweiten Rechner: Wenn die Klemme richtig auf dem Bootflash sitzt, lässt sich nun das alte Bios lesen und sicherheitshalber abspeichern.
Neues Bios aufspielen: Wir installieren Coreboot auf dem Bootflash. Peter Stuge hat die Flashrom-Software so angepasst, dass sie dem Bios außerdem einen Schreibschutz verpasst. Damit der funktioniert, verbinden wir außerdem mit Hilfe eines Lötkolbens und mit einem Stück Draht die beiden Pins (3 und 4) rechts unten am Bootflash.
Alles wieder zusammenpacken: An dieser Stelle ist der Schalter für das W-Lan, der beim Einbauen der wieder in Plastik verpackten Platine stören kann. Das Mainboard am Gehäuse festschrauben.
Abdeckung drauf: Das Plastikteil in Position bringen...
...und zusammendrücken.
Tastatur verbinden: Den Anschluss an das Mainboard stecken und...
...die Tastatur von vorne einschieben und vorsichtig festdrücken.
Gehäuse zuschrauben: Nun auf der Rückseite alle Schrauben wieder anziehen.
Geschafft: Wenn alles funktioniert hat, sollte der Rechner jetzt noch anspringen - und sich mit dem neuen Bios melden.