DOSB-Chef Bach Die Suche nach dem "Herrn der Ringe"
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) sucht einen neuen Präsidenten: Seit 2001 ist der Belgier Jacques Rogge (Foto) im Amt, er tritt nicht mehr an. Die Wahl steht zwar erst im September 2013 an, doch rund um die IOC-Vollversammlung vor Beginn der Olympischen Sommerspiele in London bringen sich die möglichen Kandiaten bereits in Position.
Galt bislang als aussichtsreichster Kandidat: Der IOC-Vizepräsident und Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes, Thomas Bach. 1991 wurde er IOC-Mitglied und gehört seit rund 17 Jahren mit einer turnusmäßigen Pause fast ausschließlich dem Exekutivkomitee an.
Offiziell hat sich der Fecht-Olympiasieger von 1976 zwar noch nicht zu seiner Kandiatur bekannt - doch IOC-intern weiß man um seine Ambitionen. Bach, seit 2006 Präsident des DOSB, kennt Rogge (links) und die Abläufe im Komitee gut. Dennoch scheint es, als entwickele sich die aktuelle Stimmung unter den Wählern gegen ihn.
Als aussichtsreicher Gegenkandidat gilt der Amerikaner Richard Carrión, ein Banker aus Puerto Rico. Er war IOC-Finanzchef und machte dort durchaus einen guten Job.
Ser Miang Ng (rechts), ein Multimillionär aus Singapur, wird ebenso als Anwärter auf das Amt gehandelt wie die Marokkanerin Nawal El Moutawakel, 1984 Afrikas erste Olympiasiegerin, Dennis Oswald aus der Schweiz, die US-Amerikanerin Anita DeFrantz und Alexander Popow aus Russland. Die wenigsten von ihnen kommen jedoch tatsächlich für den Posten in Frage.
Gleiches gilt für den ukrainischen Stabhochsprung-Weltrekordler Sergej Bubka. Bessere Chancen dürfte der kuwaitische Verteidigungsminister Scheich Ahmed al-Sabbah haben, Präsident der Vereinigung aller 204 Nationalen Olympischen Komitees (ANOC). Ihm wird jedoch von mehreren Seiten Korruption vorgeworfen.
Für Thomas Bach gilt es deshalb, sich rund um London möglichst effektiv in Szene zu setzen - auch in der Öffentlichkeit. Ob es dabei eine Hilfe ist, dass er - wieder einmal - die olympische Fackel tragen darf, ist fraglich.