Die Linke Bodo Ramelow - Rot-Rot-Grün in Person
Im April 1999 tritt der Gewerkschaftler Bodo Ramelow der PDS bei. Bereits wenige Monate später zieht er in den Thüringer Landtag ein und wird stellvertretender Fraktionschef. Die Aufnahme zeigt Ramelow am 9. September 1999 auf der Wahlparty der PDS. Die Partei wird damals hinter der CDU zweitstärkste Kraft.
Wahlkampflauf mit Gregor Gysi: 2004 führt Ramelow die PDS erstmals als Spitzenkandidat in die Landtagswahl. Für eine Regierungsbeteiligung reicht es nicht, Ramelow wird Fraktionschef.
Im Gespräch mit Oskar Lafontaine: Bei den Gesprächen zur Fusion mit der WASG ist Ramelow Verhandlungsführer. 2005 zieht er für die Linkspartei in den Bundestag ein.
Wieder Fokus auf Thüringen: Bei den Landtagswahlen 2009 tritt Ramelow wieder als Spitzenkandidat an. Im Vorfeld gibt es Ärger: Es kommt heraus, dass er in seinem Bundestagsbüro eine frühere Stasi-Mitarbeiterin beschäftigte.
Sein Ziel, Ministerpräsident zu werden, verfehlt Ramelow - trotz linker Mehrheit. SPD und Grüne wollen keine Koalition unter seiner Führung.
Fünf Jahre später sieht alles anders aus. Am 5. Dezember 2014 wird Ramelow in Erfurt im zweiten Wahlgang zum Ministerpräsidenten gewählt. Nach zähem Ringen hatte die Linke zuvor eine Koalition mit SPD und Grünen gebildet.
Entgegen vieler Vorurteile ist das Bündnis stabil, Ramelow kann weitegehend reibungslos regieren. Gerne geriert er sich als Staatsmann. Fragen zur Parteipolitik weicht er in Interviews häufig aus, stattdessen berichtet er von seinen Dienstreisen ins Ausland.