Tiere als TV-Helden - DER SPIEGEL
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Lassie und Co. Fellige Filmstars

Sie zicken nicht rum, verlangen keine Gage, und wenn sie sterben, können sie problemlos ersetzt werden: Tiere wie Lassie, Fury und Flipper sind einfach die besseren Schauspieler! Trotzdem ist die Welt der TV-Tiere voll von großen Missverständnissen: Der berühmteste Fernsehhund der Welt zum Beispiel ist ein Transvestit.
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Lassie und Timmy: Der Kinderstar Jon Provost spielte Lassies Freund, den Waisenjungen Timmy, von 1957 bis 1964 in über 219 Folgen. Dann war er zu alt für die Rolle. Die Produzenten der "Lassie"-Serie ließen daraufhin das Drehbuch komplett umschreiben: Die Familie Martin, in der Lassie lebte, wanderte nach Australien aus. Weil sie Lassie die sechsmonatige Quarantäne nicht zumuten wollte, zog die Colliedame zu dem Waldranger Corey Steward und die Serie hieß von nun an "Lassies neue Abenteuer". Ihre erfolgreichste Zeit hatte Lassie allerdings mit Timmy, dessen Synchronstimme übrigens von der späteren "Tatort"-Kommissarin Eva Mattes gesprochen wurde.

Foto: Pictorial Parade / Getty Images
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Heimweh: Lassie und Roddy McDowall im ersten Film der Hundeikone "Lassie come Home" ("Heimweh") von 1943. Die treue wie mutige Colliehündin muss in der rührenden Geschichte von ihrer Familie verkauft werden. Sie hält die Trennung von ihrem jungen Herrchen aber nicht aus und läuft von Schottland zurück nach Yorkshire, um bei ihm zu sein.

Foto: ddp images
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Lassie und Lizzy: Die Fortsetzung Eric Knights Roman "Lassie come Home", der auf seiner gleichnamigen Kurzgeschichte basierte, wurde 1946 mit dem Titel "Courage Of Lassie" ("Held auf vier Pfoten") verfilmt. Die zweite Hauptrolle neben der Collie-Hündin spielte die damals erst elfjährige Elizabeth Taylor. Der Film war somit der Start für gleich zwei große Karrieren im Showgeschäft.

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Lassie und Jeff: Kinderstar Tommy Rettig als Jeff Miller war der erste kleine Junge an Lassies Seite. Zusammen lebten sie in der typisch amerikanischen Farmidylle, wie man sie sich in den Fünfzigern vorstellte: mit karierter Tischdecke und einem Pick-up vor der Tür. Die Hundeikone Lassie vermittelte dabei Werte wie Familiensinn, Freundschaft, Treue, Mut und Courage und steigerte die Popularität der Rasse ungemein. Bald wollte jedes Kind einen Collie wie Lassie haben.

Foto: Getty Images
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Rin Tin Tin: Ab 1956 begeisterten ein Schäferhund namens Rin Tin Tin und sein kleiner Freund Rusty die Zuschauer der ersten amerikanischen Serie, die im deutschen Fernsehen gezeigt wurde. Die beiden Filmhelden waren die einzigen Überlebenden eines Indianerüberfalls und wurden daher kurzerhand von einem Kavallerieregiment des Fort Apache adoptiert. Trotz ihres schweren Schicksals hielten die beiden sich jedoch tapfer und erlebten allerhand Abenteuer. Der wirklich große Erfolg in Deutschland blieb allerdings aus und die Serie wurde bereits nach den ersten 20 Folgen wieder eingestellt. Wegen der zu dieser Zeit noch spärlichen Verbreitung von Fernsehgeräten erlangte die Serie in Deutschland wenig Bekanntheit.

Foto: ddp images
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"Flipper": Die Serie über die "Lassie der Meere" lief in den USA von 1964 bis 1967 mit einem freundlichen Delphin in der titelgebenden Hauptrolle. Der kluge Flipper war mit den Kindern eines Chief Rangers in einem Naturschutzpark an der Küste Floridas befreundet. Er tanzte zwar ein wenig aus der Reihe der tierischen Helden, die es bis dahin zu TV-Stars gebracht hatten. Aber was ist schon ein Hund gegen einen Delphin? Zwar kann man sich nachts nicht an sein warmes Fell schmiegen, dafür aber mit ihm durch Wellen tauchen und geheimnisvolle Unterwasserwelten erkunden. Zudem war es in Florida immer warm, die Sonne schien und das Wasser war blau. Ein Traum für jeden, der beispielsweise in Norddeutschland aufwuchs. Und wer einmal das "Wir lieben Flipper, Flipper, den Freund aller Kinder..." aus dem Titellied gehört hatte, dem ging es nicht wieder aus dem Kopf.

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"Kommissar Rex": Auch wenn sich Verbrecherjagd in Wien erst einmal nicht so spannend anhört, wie Verbrecherjagd im Wilden Westen, wurde die ab 1994 produzierte deutsche Serie um einen österreichischen Polizeihund mittlerweile in 100 Länder verkauft und in neun Sprachen übersetzt. Sie gilt daher als eine der erfolgreichsten Fernsehserien. Während Rex im Laufe der Zeit sich immer wieder an neue Herrchen gewöhnen musste, wurde die Hauptrolle in dieser Zeit nur ein einziges Mal neu besetzt. Mitte der fünften Staffel ging der erste vierbeinige Darsteller, Reginald von Ravenhorst, in den Ruhestand. Seine Rolle übernahm Rhett Butler, der bereits als Welpe in dem Spin-Off-Film "Baby Rex - der kleine Kommissar" den Titelhelden gespielt hatte.

Foto: Ursula Düren/ picture-alliance/ dpa
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"Unser Charlie": Schimpanse "Charly" und der Labrador "Othello" verfolgen im Juli 1996 die Dreharbeiten in Berlin. Die für das ZDF produzierte Serie "Unser Charly", die zuerst in einer Tierarztpraxis, später in einer Auffangstation für bedrohte und herrenlose Tiere spielt, läuft seit 1995 im deutschen Fernsehen. Seitdem wurden fast alle Schauspieler durch tragische Wendungen im Drehbuch ausgetauscht. Von Anfang an dabei ist Charly, ein Schimpanse in Kinderkleidung, der von ständig wechselnden Schimpansen gespielt wird. Tierschutzorganisationen fordern bereits seit einiger Zeit die Absetzung der Serie wegen nicht artgerechter Haltung der Affen, die zudem eine ungewisse Zukunft vor sich haben, wenn sie mit fünf Jahren ausgetauscht werden müssen, da sie nach der Pubertät nicht mehr so umgänglich sind. Seit im Juli 2002 ein Video auftauchte, in dem eines der Tiere geschlagen wird, muss während der Dreharbeiten immer ein Tierarzt anwesend sein.

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"Hallo Robbie!": In der Serie "Unser Charly" gibt es eine Folge, in der Charly einen Seelöwen vor bösen Tierschmugglern rettet. Seit 2001 hat die Robbie genannte Robbe auch ihre eigene Serie. Darin erlebt sie spannende Abenteuer an der Küste Rügens, rettet Leben und setzt sich für den Naturschutz ein. Da die Robbe in der Serie immer wieder neue Kunststücke vorführen muss, gibt es gleich zwei Darsteller: Die beiden kalifornischen Seelöwen Chico und Tino haben unterschiedliche Talente und können nach Bedarf eingesetzt werden. Welcher von beiden allerdings mit Gaststars wie Yvonne Catterfeld posieren muss, ist nicht bekannt.

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"Mister Ed": Von 1960 bis 1965 lief in den USA die Comedy-Serie "Mister Ed". Es ging darin um den Architekten Wilbur Post, gespielt von Alan Young, und sein Pferd Mister Ed. Die Geschichte begann damit, dass Wilbur und seine Frau Carol sich ein Haus auf dem Land kauften. In dem dazugehörigen Stall stand Mister Ed, den der Vorbesitzer vergessen hatte. Komisch auch: Wilbur hörte das Pferd sprechen. Allerdings war er der einzige, da Mister Ed nur ihn für würdig hielt. Das Pferd, das in Wirklichkeit Bamboo Harvester hieß, wurde durch einen Draht im Maul zum Sprechen gebracht. Er kam auf der kameraabgewandten Seite des Kopfes heraus und ein Trainer zog daran, damit das Pferd sein Maul öffnete. 2004 wollte der Fernsehsender FOX ein Remake der Serie zeigen, strahlte es nach dem Selbstmord des Drehbuchautors und Produzenten Drake Sather jedoch nicht aus.

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"Rennschwein Rudi Rüssel": Der Kinderbuchautor Uwe Timm schrieb 1989 ein Buch über eine Familie, die ein Ferkel adoptiert, das für ein heilloses Chaos in ihrem Alltag sorgt und sich später als äußerst begabtes Rennschwein profiliert. Das Buch war so erfolgreich, dass es 1995 mit Iris Berben und Ulrich Mühe als überforderte Eltern verfilmt wurde. Da auch der Film sehr erfolgreich lief, kam 2006 eine Fortsetzung in die Kinos, und schließlich lief im Februar 2008 die erste Folge der dazugehörigen Fernsehserie. Das Ferkel rennt und rennt - ein Ende ist nicht abzusehen.

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"Vier Panzersoldaten und ein Hund": Nicht nur im Westen, auch im Osten waren Tiere beliebte Seriendarsteller. In der polnischen Fernsehserie "Vier Panzersoldaten und ein Hund" spielte der Schäferhund Trymer die Rolle des Scharik. Die zwischen 1966 und 1970 gedrehte Serie spielte während des Zweiten Weltkriegs in Polen und handelte von dem 16-jährigen Jungen Jan Kos, dessen Vater 1939 im Kampf gegen die deutsche Wehrmacht umgekommen war. Zusammen mit seinem Hund schummelt er sich unter eine Panzerbesatzung, um seinen Vater zu rächen. Auch in der DDR und anderen Ostblockstaaten war die Serie um Kameradschaft, Kriegsabenteuer und erste Liebe sehr beliebt. Zum ersten Mal wurde darin das Thema Zweiter Weltkrieg auf unterhaltsame Weise dargestellt, trotzdem blieb der Film nah an der Realität. Das lag nicht zuletzt an der Romanvorlage von Janusz Przymanowski, der selbst als Offizier in der polnischen und der Roten Armee gedient hatte und als Frontkorrespondent im Zweiten Weltkrieg eingesetzt worden war.

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"Flicka": Zuerst gab es die Geschichten des zehnjährigen Jungen Ken 1941 als Roman, dann 1943 als Film und schließlich von 1956 bis 1958 sogar als Serie. Ken ist ein Träumer und lebt auf einer Ranch in Wyoming. Als er sich ein junges Pferd der Ranch zum trainieren aussuchen soll, fällt seine Wahl auf ein besonders wildes. Bei dem Versuch, es einzufangen, springt es über einen Stacheldrahtzaun und verletzt sich. Mit viel Liebe und Hingabe pflegt Ken das Tier, das er Flicka getauft hat, wieder gesund. Beide werden gute Freunde. Im Jahr 2006 wurde der Stoff mit dem Titel "Flicka - Freiheit. Freundschaft. Abenteuer" neu verfilmt. Allerdings diesmal mit einem Mädchen in der Hauptrolle - statt mit Ken war Flicka diesmal mit Katy befreundet.

Foto: ddp images/ interTOPICS/ mptv
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"Da kommt Kalle": Seit 2005 läuft im deutschen Fernsehen neben "Kommissar Rex" eine weitere Serie über einen Polizeihund. In "Da kommt Kalle" ist das allerdings kein Schäferhund oder ein ähnliches Format, sondern ein Russel Terrier. Selbstverständlich löst aber auch Kalle mit seinen tierischen Instinkten sicher jeden Fall, der ihm in seinem Revier Flensburg in die Pfoten kommt.

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"Daktari": In der 1966 bis 1969 im amerikanischen Fernsehen gezeigten Serie gab es gleich zwei Tiere in den Hauptrollen: der schielende Löwe Clarence und die Schimpansin Judy. Gemeinsam mit dem amerikanischen Tierarzt Dr. Marsh Tracy, der eine Tierstation in Afrika leitete, kümmerten sie sich um kranke Tiere und kämpften gegen Wilderer. Die Geschichte beruht auf der Biografie einer Tierärztin in Südafrika. Mit den Drehorten hingegen nahmen es die Produzenten nicht so genau: Die gesamte Serie wurde nicht in Afrika sondern in Kalifornien gedreht.

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Clarence und Judy: Die eigentlichen Hauptdarsteller in der Fernsehserie "Daktari" waren der schielende Löwe Clarence und die Schimpansin Judy, die sich auch gern mal gegenseitig ärgerten. Ansonsten ging es um Tierschutz, den Kampf gegen Wilderer und den Schutz bedrohter Tiere vor hübschen Landschaftsaufnahmen.

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"Black Beauty": Die Abenteuerserie "Black Beauty" wurde von 1972 bis 1974 in Großbritannien gedreht und basierte rudimentär auf dem gleichnamigen Roman der Schriftstellerin Anna Sewell aus dem 19. Jahrhundert. Anders als im Roman ging es in der Serie nicht um das Schicksal englischer Gebrauchspferde im 19. Jahrhundert, sondern um Vicky und Kevin Gordon, die Kinder eines verwitweten viktorianischen Landarztes. Die beiden finden ein verletztes Pferd, pflegen es gesund und erleben mit ihm viele spannende Abenteuer. 1973, nach 26 Folgen, wurde aus Vicky allerdings kommentarlos Jenny Gordon, gespielt von Stacy Dorning.

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