Affen, Antilopen, Tiger Tief in die Augen geblickt
Ein Zebrafohlen im Etosha Nationalpark in Namibia reibt seine Nase an seiner Mutter und weicht kaum von ihrer Seite. Die beiden sind zwei von zahlreichen Tieren, die der Zoologe und Tierfotograf Mogens Trolle in den vergangenen 25 Jahren fotografiert hat.
Gefährliche Porträtkandidaten knipst Trolle immer vom Auto aus und hält sich an bestimmte Sicherheitsregeln. Wenn das Tier gestresst wirkt, lässt er es in Ruhe. Diesen Tiger lichtete der Fotograf bei rund 40 Grad Celsius ab - eine gute Zeit, weil die Großkatzen dann viele Stunden an Wasserlöchern verbringen und einfacher zu finden seien.
Um eine scheue Saiga-Antilope in der russischen Steppe zu fotografieren, musste Trolle eine Woche bei einem Wasserloch ausharren. Das Tier hat eine der raffiniertesten Nasen, die gleichzeitig als Klimaanlage, Staubfilter und Lautsprecher funktioniert.
Mit seinen geschlossenen Augen sieht dieser Rotschenklige Kleideraffe aus dem Son Tra Nature Reserve in Vietnam verträumt aus. "Es war der sanftmütigste und entspannteste Affe, den ich je fotografiert habe", sagt Trolle. Er verbrachte eine Woche mit ihm und seinen Artgenossen.
Nicht nur wegen seiner typisch rot-blau gefärbten Partien im Gesicht fällt ein Mandrill stets auf, sondern auch wegen seines Blickes. Die Affenart wird in Filmen oft gefährlich und aggressiv dargestellt, Trolle wollte eine friedlichere Seite von ihnen zeigen.
Scheinbar stolz blickt dieser Löwe in die Kamera. Porträtiert hat ihn Trolle im Serengeti National Park in Tansania. Seine Fotos sollen zeigen, welche Persönlichkeiten die Tiere haben. "Der Löwe posierte eine halbe Stunde lang für mich und ich schaffte es, ihn so festzuhalten, dass man einen direkten Blick in die Seele dieser stolzen Kreatur zu werfen scheint."
Einen Hyazinth-Ara bekam Trolle im Pantanal in Brasilien vor die Kamera. "Hier sieht er fast kokett aus, seine Augen zeigen seine Intelligenz", sagt Trolle. Seine Erfahrung als Tierforscher unterstütze seine Arbeit als Fotograf: Je besser man ein Tier kenne, sein Verhalten lesen und seine Bewegungen vorhersagen könne, umso bessere Fotos mache man von ihm.
Streckt diese Giraffengazelle dem Fotografen etwa die Zunge heraus? Getroffen hat er sie im Samburu-Nationalreservat in Kenia. "Ich liebe es, Momente festzuhalten, in denen Tiere lustige und überraschende Ausdrücke annehmen", sagt der Fotograf. "Durch die Aufnahme von zwölf Bildern pro Sekunde bin ich in der Lage, Ausdrücke einzufrieren, die ich in dem Moment nicht einmal bemerke."
Primaten sind die bevorzugten Motive Trolles. Dieses Exemplar kam ihm besonders menschlich vor.