"Titanic" im Film - DER SPIEGEL
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"Titanic" im Film Wie tief bist du gesunken!

Untergang in der Endlosschleife: Seit 1912 geht die "Titanic" dramatisch und mit irren Variationen auf der Leinwand unter. Mal sind zeitreisende Zwerge an Bord, dann peitschen Tsunamis Eisberge auf den Luxusliner zu. Schließlich säuft sogar die "Titanic II" ab - erst im Film, dann in der Realität.
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Böses Omen: Es ist schon leichtsinnig, sein Schiff "Titanic II" zu taufen. Wer dann auch noch im Jahr 2012 - genau 100 Jahre nach der Katastrophe - exakt dieselbe Route einschlägt wie einst die historische "Titanic", muss sich nicht wundern, wenn sein Schiff Probleme mit Eisbergen bekommt. Und so kommt es in dem Trash-Film "Titanic II" von Shane Van Dyke aus dem Jahr 2010, wie es kommen muss - nur noch schlimmer.

Denn die neue "Titanic" gilt natürlich wieder als unsinkbar, sie ist technisch hochgerüstet - wie könnte sie also untergehen? Natürlich durch einen Eisberg, der von einem Tsunami mit Höllengeschwindigkeit über den weiten Ozean getrieben wird, nur um dann den Luxusliner mit tödlicher Präzision zu treffen. Kapitän Will Howard kann einem leidtun, so viel Pech hat er. Hieß es 1912 nicht "Eisberg hart voraus"? Und jetzt kommt das blöde Ding heimlich und mit hohem Tempo von der Seite! Dafür ist selbst die "Titanic II" zu schwach.

Die Kritiken für den Film mit seinen auffallend schlechten Spezial-Effekten und hölzernen Dialogen fielen vernichtend aus - auch weil sich "Titanic II" zu wichtig nahm, um als Veräppelung durchgehen zu können. Vorsorglich war der Streifen nicht fürs Kinos, sondern nur für den DVD-Markt produziert worden.

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Der Untergang einer Familie: Das Deck des Katastrophendampfers wurde 1953 zur Bühne für ein Familiendrama. In "Untergang der Titanic" versucht Julia Sturgess (Barbara Stanwyck) ihren Mann zu verlassen und bucht daher für sich und ihre Kinder eine Passage auf der "Titanic".

Der Film ist ein Fest für Filmfreaks mit einem Faible für die Jagd nach historischen Ungenauigkeiten. So explodierten etwa die Dampfkessel der echten "Titanic" gar nicht, während sie es im Film gleich mehrfach tun.

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Die erste "Titanic" mit Tonspur: Eigentlich sollte der Film "Titanic" heißen. Aber aufgrund von Rechtsstreitigkeiten benannte der Produzent ihn in "Atlantic" um. Ansonsten blieb alles beim Alten: Riesiges Schiff kreuzt den Atlantik, rammt einen Eisberg, geht unter.

Vom "Leviathan aller Tonfilme" existieren verschiedene Versionen. Darunter eine englische, eine französische und eine deutsche. Es war einer der ersten Filme, die mit Tonspur in die Kinos kamen, und der erste Tonfilm überhaupt, der in Deutschland herauskam.

Möglicherweise lag es daran, dass Engländer den Film drehten: Bei der Verfilmung von 1929 wurde äußerst pietätvoll vorgegangen. Eigentlich sollte am Ende von "Atlantic" gezeigt werden, wie das Schiff sinkt. Doch die Szene wurde in letzter Sekunde herausgeschnitten - aus Angst davor, Überlebende der "Titanic"-Katastrophe zu verärgern.

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"Titanic" vor Gericht: In dem deutschen Fernsehfilm von 1984 geht es recht trocken zu. Vor allem, weil der Film nicht auf dem sinkenden Luxusdampfer spielt, sondern die Ereignisse in Form eines Gerichtsdramas aufrollt.

Geschickt lässt "Titanic" die Fakten zum Untergang Revue passieren und sucht nach einem Schuldigen für die Katastrophe. Nicht gerade die erste Wahl für Fans von Dramatik und großen Gefühlen - denn der Untergang wird hier lediglich mit zeitgenössischen Zeichnungen und Gemälden illustriert.

Foto: ddp images
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Klüger als Cameron: Etwa zeitgleich mit James Camerons "Titanic" erschien 1997 der verhältnismäßig kleine französische Film "Das Zimmermädchen der Titanic". Um sich von dem Blockbuster abzugrenzen und sich nicht vorwerfen lassen zu müssen, man versuche nur, auf den Cameron-Zug aufzuspringen, nannte sich der Film zwischenzeitlich nur "Das Zimmermädchen".

Dabei bescheinigten manche Filmkritiker der französischen Produktion, sie sei "klüger und weit eleganter". Denn sie beschäftige sich nicht damit, warum das Schiff unterging, sondern warum wir es lieben, noch heute Geschichten darüber zu erzählen.

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Es lag in der Familie: Auch das Schwesterschiff der "Titanic" hatte kaum mehr Glück als der legendäre Katastrophendampfer. Die "Britannic" fuhr 1916 als Hospitalschiff im Ersten Weltkrieg in der Ägäis auf eine Wassermine und sank.

Trotzdem lässt es sich der Film "HMHS Britannic" natürlich nicht nehmen, die Geschichte der unbekannteren Schwester mit Flashbacks über das Schicksal der "Titanic" aufzumotzen.

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Plötzlich an Bord: Es sind die wohl verrücktesten Passagiere, die jemals mit einer Kino-"Titanic" reisten. 1981 begibt sich der kleine Kevin in "Time Bandits" mit sechs Zwergen, die zuvor ihren Job als Gärtner Gottes gekündigt haben, auf eine abenteuerliche Zeitreise. Erst bestehlen sie Napoleon, nur um sich ihre Beute wiederum von Robin Hood nehmen zu lassen. Und schließlich landen sie dummerweise auch noch auf der "Titanic". Deren Hang zum Untergang können die Zwerge auch nicht stoppen, doch es kommt für sie sogar noch schlimmer: Am Ende landen sie in der Hölle.

Die Idee, Passagiere per Zeitreise auf den Unglücksdampfer zu schicken, hatte allerdings nicht nur Regisseur Terry Gilliam. Schon in der Serie "The Time Tunnel - Rendezvous mit der Vergangenheit" (1966) landet ein Forscher wider Willen auf der "Titanic". Nicht besser ergeht es den Hauptfiguren Bogg und Jeff in einer Episode der US-Fernsehserie "Voyagers!" aus dem Jahr 1983.

Wer also in Zukunft eine Zeitreise plant, sollte stets damit rechnen, auf einmal Eisberge auf sich zukommen zu sehen.

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Und er hob nicht ab: Der Film "Raise the Titanic" von 1980 ("Hebt die Titanic!") basiert auf dem gleichnamigen Roman des US-Abenteuerschriftstellers Clive Cussler, der 1975 damit seinen Durchbruch schaffte.

Cusslers wilde Geschichte um die "National Underwater and Marine Agency", die im Wettlauf mit den Russen die "Titanic" bergen soll, wurde zum Bestseller. In dem Buch geht es um die Suche nach einem für die Militärtechnik unentbehrlichen Mineral, das angeblich an Bord des Schiffes war. Die Verfilmung fünf Jahre später aber hob nicht ab - trotz Stars wie Alec Guinness und Anne Archer in der Besetzung.

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Die etwas andere Schicksalsfahrt: Auch Trickfilmmäuse bleiben von der "Titanic" nicht verschont. Wie auf der realen "Titanic" gab es auch auf diesem Luxusdampfer mehrere Klassen - ein Unterdeck für Mäuse, ein Oberdeck für Menschen. Und die hecken in dem italienischen Animationsfilm "Mäusejagd auf der Titanic" (1999) natürlich Böses aus, besonders der Reeder Maltravers.

Weil ihn seine Angebetete Elisabeth nicht heiraten will (da sie einen anderen liebt), will der gehörnte Reeder gleich das ganze Schiff sinken lassen. Die Mäuse erfahren von seinem Plan und verhindern die Katastrophe - endlich geht eine "Titanic"-Verfilmung mal gut aus.

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Gesellschaftsdrama: Wer 1912 erster Klasse reiste, hatte weit höhere Chancen, die Katastrophe zu überleben als Passagiere aus den unteren Klassen. So überlebten etwa fast alle Frauen und Kinder aus der ersten Klasse. 1979 nimmt der britisch-amerikanische Fernsehfilm S.O.S. Titanic dieses Thema auf und erzählt den Untergang aus der Perspektive der drei Klassen auf der "Titanic".

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Ein denkwürdiger Film: Fast ein halbes Jahrhundert nach der Katastrophe kam mit "A Night to Remember" (1958) die historisch wohl akkurateste "Titanic"-Verfilmung in die Kinos. Die Vorlage war das gleichnamige Sachbuch des US-Publizisten Walter Lord.

Dutzende Zeitzeugen und Überlebende berieten Drehbuchautor Eric Ambler und Regisseur Roy Baker. Das Medienecho war überwiegend begeistert; 1959 erhielt der Streifen einen Golden Globe als bestes Filmdrama.

Als James Cameron 1997 mit seiner "Titanic"-Verfilmung einen Welterfolg landete, traf er sich übrigens nur mit einer Zeitzeugin - und die war zum Zeitpunkt der Katastrophe gerade einmal zwei Jahre alt gewesen. Zu jung, um dem Regisseur wirklich etwas aus erster Hand erzählen zu können, aber vielleicht ging es ihm auch eher um ein wenig PR für seinen Film.

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Drama an Bord: Wenn das Schiff sinkt, kochen auf der Leinwand die Emotionen mit großer Zuverlässigkeit über - hier eine Szene aus dem preisgekrönten Film "A Night to Remember" von 1958

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Der Untergang aller Untergänge: James Camerons bombastisch-kitschiges Epos "Titanic" aus dem Jahr 1997 verdrängte schon bald alle bisherigen Verfilmungen der Schiffskatastrophe aus dem kollektiven Bewusstsein. So schön, so romantisch, so dramatisch war noch nie eine "Titanic" untergegangen - und bis 1997 hatte es immerhin schon Dutzende Versuche auf der Leinwand gegeben.

Weltweit spielte der Film fast zwei Milliarden US-Dollar ein und war damit bis 2009 der erfolgreichste Film aller Zeiten. In dieser Szene kämpfen sich Leonardo DiCaprio und Kate Winslet gerade durch die einbrechenden Fluten.

In Erinnerung blieb der Streifen aber auch wegen einer unerfreulichen Begleiterscheinung: Das Wortungeheuer "Papiertaschentuchvernichter" wurde fortan von Journalisten in nahezu jedem Artikel als Synonym für Camerons Tränen auslösenden Film verwendet. Bis heute dürfte das auch Sprachpuristen regelmäßig Tränen in die Augen treiben.

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Camerons zweiter Streich: Nach seinem Welterfolg von 1997 rückte Erfolgsregisseur James Cameron sechs Jahre später mit Die Geister der Titanic den alten Luxusdampfer erneut ins Rampenlicht - und zwar mit spektakulären Aufnahmen. Denn erstmals wurde ein Dokumentarfilm in 3D gedreht.

Mit zwei Spezial-U-Booten für je drei Mann wurde bei insgesamt zwölf Tauchexpeditionen das Wrack des 1912 gesunkenen Schiffes erkundet. Kritiker lobten besonders die beeindruckende Qualität der Aufnahmen.

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Der Propagandadampfer: Im "Dritten Reich" sollte die "Titanic" sogar im Kino auf Feindfahrt gehen und kräftig Stimmung gegen die Engländer machen. Joseph Goebbels persönlich wünschte sich einen Film, der die Briten als ein profitsüchtiges Volk von Feiglingen darstellt.

Doch der geplante Propaganda-Coup mündete in einem Drama: Während der Dreharbeiten stritt sich der impulsive Regisseur Herbert Selpin heftig mit Drehbuchautor Walter Zerlett-Olfensius, einem überzeugten Nazi. Erst warf Selpin ihm mangelnden Arbeitseifer vor, dann beschimpfte er ihn als "Scheiß-Leutnant" und lästerte über Zerletts Eisernes Kreuz. Zudem nannte er Jagdflieger "einen Haufen von Angebern und Arschlöchern".

Zerlett-Olfensius denunzierte Selpin, und als der auch vor Goebbels seine Aussagen nicht zurücknahm, wurde er ins Gefängnis gesteckt. Am 1. August 1942 fand man ihn erhängt in seiner Zelle. Jahrzehntelang glaubte nicht nur seine Witwe, der Regisseur sei ermordet worden; eine kürzlich erschienene Rekonstruktion der Ereignisse fand dafür aber keine Belege.

Der Film "Titanic" wurde 1943 dennoch fertig gestellt, kam aber nicht mehr in Deustchland in die Kinos. Die Kriegslage hatte sich mit der Flächenbombardierung deutscher Großstädte so sehr verschlechtert, dass Goebbels seinen Landsleuten kein Untergangsdrama mehr zumuten wollte.

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Wiederverwertet: Szene aus dem "Titanic"-Propagandafilm von 1943, hier mit Hans Nielsen im Bild. Auch wenn Joseph Goebbels mit dem Ergebnis sehr zufrieden war und NS-Stellen das Werk als "staatspolitisch und künstlerisch wertvoll" einstuften, wurde der Film in Deutschland erst nach dem Zweiten Weltkrieg gezeigt. Goebbels fürchtete wegen der schlechten Kriegslage eine demoralisierende Wirkung durch einen Katastrophenfilm.

Erstmals wurde "Titanic" dem deutschen Publikum 1950 in Stuttgart vorgeführt. Die Briten protestierten jedoch sofort, und so wurde der Film in den Westzonen zunächst verboten. Nur den Russen passte die antibritische Stoßrichtung des Streifens, so dass sie "Titanic" in der sowjetischen Zone freigaben.

Technisch gesehen war der Film von so guter Qualität, dass einige Szenen in der britischen "Titanic"-Verfilmung "A Night to Remember" übernommen wurde - ohne, dass dies im Abspann gekennzeichnet wurde.

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Tierischer Untergang: Der "Titanic"-Mythos allein garantiert noch keinen Kassenschlager. So floppte 2004 etwa der italienische Animationsfilm "Tentacolino" des Regisseurs Kim J. Ok. Vielleicht liegt es an der wilden Handlung, bei der die untergegangene "Titanic" per U-Boot in der Nähe der versunkenen Stadt Atlantis aufgespürt wird. Hinzu kommen noch Hunde, die mit Laserpistolen um sich schießen, Ratten, die sich als Piraten verdingen - und ein schwules Plüschtier, das Broadway-Hits schmettert.

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In Liebe untergehen: Es wurde das Thema in den "Titanic"-Filmen - sich anbahnende oder plötzlich wieder aufflammende Liebschaften auf einem Schiff, das dem Untergang geweiht war. In Atlantis wird 1913 erstmals eine solche fiktive Liebesgeschichte erzählt - Startschuss für ein Jahrhundert filmischer Romanzen, die meist souverän von Eisbergen zerstört werden.

Der Film des dänischen Regisseurs August Blom basiert auf dem Roman "Atlantis" des deutschen Dramatikers Gerhart Hauptmann, der einen Monat vor dem "Titanic"-Unglück eine Geschichte über eine Schiffskatastrophe veröffentlicht hatte.

Auf diesem Filmplakat ist Hauptmanns Vorname fälschlicherweise mit "d" geschrieben worden.

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Untergang in Königs Wusterhausen: Plakat des Films "In Nacht und Eis", auch "Der Untergang der Titanic" genannt. Der vierzigminütige Stummfilm des rumänischstämmigen Regisseurs Mime Misu von 1912 galt jahrzehnetlang als verschollen; erst Ende der neunziger Jahre wurden in Berlin mehrere Kopien des Streifens wiedergefunden.

Besonders interessant ist der Film, weil er den technischen Wandel veranschaulicht. Ein Reporter hielt die Dreharbeiten in dem nur 36 Quadratmeter kleinen Berliner Hinterhofstudio in einem Zeitungsartikel fest. Demnach haben Helfer die ganze Bühne ins Schaukeln versetzt, um das Schwanken des Schiffes zu simulieren, und dann eine Zündschnur angesteckt: "Es knallt ganz wirklich und meterhoch schlagen durch die bemalte Wand gelbe Flammen in die Höhe".

Ähnlich improvisiert sank am Ende das Schiff im Grüpelsee bei Königs Wusterhausen. Der See war so flach, dass die Schauspieler noch weit vom Ufer entfernt stehen konnten. Das acht Meter große Film-Modell des Luxusdampfers schwamm auf Holzfässern, die während des Sinkens nach und nach zertrümmert wurden. Allerdings war der Kapitän zu groß, um in dem niedrigen See authentisch ertrinken zu können.

Vielleicht kam der Film auch deshalb nicht so gut an. Bei der Pressevorführung verließen einige Journalisten vorzeitig den Kinosaal.

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Das letzte Dinner: Szene aus Robert Liebermans "Titanic" von 1996 mit Catherine Zeta-Jones (2. von rechts) in der Hauptrolle. Im Bild außerdem: Eva Marie Saint und George C. Scott. Die Besetzung, zu der auch der britische Schauspieler Tim Curry zählte, war erstklassig, die Umsetzung des Filmstoffs allerdings wenig gelungen. Und so blieb dieser Untergang eher wegen seiner zahlreichen historischen Ungenauigkeiten in Erinnerung. Trotzdem gewann "Titanic" 1997 einen Emmy - für den besten Ton.

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Unsinkbar: Nach dem Untergang wurden einige "Titanic"-Überlebende zu kleinen Stars, darunter auch die US-Frauenrechtlerin Margaret "Molly" Brown. Unermüdlich hatte sie in der Unglücksnacht orientierungslose Passagiere zu den Rettungsbooten dirigiert und unter den betuchten Reisenden nur wenige Stunden nach dem Unglück 10.000 Dollar Soforthilfe für jene Überlebenden aufgetrieben, die auf der "Titanic" alles verloren hatten.

Gefragt, wie sie das alles gemacht habe, sagte sie einem Reporter: "Wir Browns haben Glück, wir sind einfach unsinkbar." Es war der Beginn eines Mythos, denn da sich Brown auch an Land vehement für die Rechte anderer einsetzte (etwa für Minenarbeiter und Frauen), erhielt sie nach ihrem Tod 1932 den Beinamen "unsinkable", unsinkbar.

1960 wurde ihr Leben in dem Broadway-Musical "The Unsinkable Molly Brown" aufgeführt und vier Jahre später verfilmt. Der deutsche Titel hieß allerdings "Goldgräber-Molly" - denn Brown, aus sehr einfachen Verhältnissen kommend, hatte einst einen Bergbau-Ingenieur geheiratet, der schließlich in Colorado einen Goldfund machte und sehr reich wurde.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?