Tod eines Tänzers Krawalle erschüttern Rio
Sechs Wochen vor Beginn der Fußball-WM ist es in Rio de Janeiro zu schweren Ausschreitungen gekommen. Mit wütenden Protesten reagierten die Bewohner der Favela Pavão-Pavãozinho auf den Tod des Tänzers Douglas Rafael da Silva Pereira.
Douglas, genannt DG, hatte im vergangenen Jahr in dem Film "Made in Brazil" mitgespielt - hier eine Szene aus dem Film. Denn aus heutiger Sicht ist der Streifen erschütternd: Der junge Mann wird am Ende von Polizisten erschossen. Seine Verwandten und Anwohner beschuldigen nun die Sicherheitskräfte, auch im wahren Leben für seinen Tod verantwortlich zu sein.
Douglas wurde tot in einer Kindertagesstätte gefunden. Es gibt verschiedene Versionen über die Ereignisse in den Stunden davor. Die Polizei wird beschuldigt, ihn zu Tode geprügelt zu haben - die Sicherheitskräfte weisen das zurück und sagen, er sei gestürzt. Am Dienstag wurde sein Tod bekannt. Daraufhin brannten Barrikaden, Sprengsätze flogen.
Als die Polizisten am Dienstag in das Armenviertel eindrangen, trafen sie auf Widerstand. Schüsse fielen. Ein Mann wurde durch einen Kopfschuss getötet. Bei Ankunft im Krankenhaus konnte nur noch der Tod festgestellt werden.
Eliteeinheiten der Sicherheitskräfte rückten in die Favela Pavão-Pavãozinho vor. Das Armenviertel galt als befriedet, die Sondereinheiten sollen dauerhaft für Ruhe und Ordnung sorgen.
Doch seit November ist es in Pavão-Pavãozinho mehrfach zu Schusswechseln zwischen Sicherheitskräften und Jugendbanden gekommen. Drogengangs greifen häufig wieder Sicherheitskräfte an.
Die Polizei nahm am Dienstag mehrere Einwohner der Favela fest. So kurz vor der Weltmeisterschaft werden solche Krawalle für Brasilien zum Problem - das Land will sich freundlich und offen statt gewalttätig präsentieren.