Tod von Cornelius Gurlitt Der stille Sammler
In Gurlitts Wohnung in München-Schwabing lagerten Gemälde wie dieses von Max Liebermann: "Zwei Reiter am Strande". Zu dem Fund zählten darüber hinaus Werke von Picasso, Chagall, Matisse, Beckmann und Nolde.
Der Kunsthändler Hildebrand Gurlitt hatte nach 1933 Geschäfte mit den Nazis gemacht - und seine Kunstsammlung später seinem Sohn vermacht. Dieses Foto von Hildebrand Gurlitt entstand circa 1925.
Hildebrand Gurlitt, hier auf einem Sterbekärtchen, profitierte von der Willkür des Nazi-Regimes. Sein Sohn Cornelius erbte die spektakuläre Sammlung seines Vaters.
Wie kam Hildebrand Gurlitt an so viele wertvolle Gemälde? Diese Frage beschäftigt Ermittler und Forscher seit Monaten. Dieses Foto von 1952 zeigt Hildebrand Gurlitt (M.) im Gespräch mit dem Architekten Friedrich Tamms (r.).
In seinem Gespräch mit dem SPIEGEL sagte Gurlitt: "Mehr als meine Bilder habe ich nichts geliebt in meinem Leben."
Nicht nur in der Münchner Wohnung, sondern auch in diesem unscheinbareren Haus Gurlitts in Salzburg wurden wertvolle Kunstgegenstände gefunden.
Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) würdigte Gurlitt für seine Rolle beim Schwabinger Kunstfund. Er habe noch jüngst der Provenienzrecherche und freiwilligen Rückgabe von Werken aus seiner Sammlung zugestimmt, sagte Grütters. Mit diesem Bekenntnis zur moralischen Verantwortung habe Gurlitt ein Zeichen für faire und gerechte Lösungen bei der Rückgabe von NS-Raubkunst gesetzt.
Die Kunsthistorikerin Meike Hoffmann von der Forschungsstelle "Entartete Kunst" der Freien Universität Berlin ist Expertin für die bei Gurlitt gefundenen Bilder. Die Wissenschaftlerin untersuchte den Schwabinger Kunstschatz im Auftrag der Augsburger Staatsanwaltschaft.
Wegen des spektakulären Falls um Cornelius Gurlitt wurde eine Taskforce eingesetzt - dieses Foto zeigt Generalstaatsanwalt Christoph Strötz und Ministerialdirektorin Ingeborg Berggreen-Merkel im November 2013 in München. Zum Chef der Gruppe wurde der Kunstwissenschaftler Uwe Hartmann ernannt.
Der Schwabinger Kunstfund rief auch hochrangige Politiker wie den bayerischen Justizminister Winfried Bausback (CSU) auf den Plan. Anfang April sicherte Gurlitt der Bundesregierung und dem Freistaat Bayern vertraglich zu, seine Sammlung von Experten untersuchen zu lassen und unter Nazi-Raubkunstverdacht stehende Werke zurückzugeben.