Todesstrafe in Deutschland Zum Henker mit ihm!
Kopf ab: Den Scharfrichter und das Enthaupten umgibt seit jeher eine morbide Faszination - wie etwa dieses Plakat für das Spektakel des Illusionisten Bénévol (eigentlich Francesco Luigi Maria Benevolo) dokumentiert. Nach dem Auftritt des Magiers als "Kopfabschneider" durfte das Publikum auf die Bühne kommen, um den kopflosen Körper der soeben "enthaupteten" Person aus der Nähe zu bestaunen und sogar das abgeschlagene Haupt zu berühren.
Hinrichtung im Kaiserreich: Diese Darstellung einer Hinrichtung des Zeichners Wilhelm Schulz aus der Satirezeitschrift "Simplicissimus" zeigt trotz der humoristischen Absicht sehr plastisch, wie eine Enthauptung zur Zeit des Kaiserreichs ablief. Der Delinquent hat den Kopf auf dem Richtblock, der Scharfrichter trägt Zylinderhut. Im Hintergrund stehen die sogenannten Blutzeugen - Bürger, die die Vollstreckung mit ansehen müssen.
Scharfrichter Schwietz: Der gelernte Fleischer und Rossschlächter Lorenz Schwietz brachte als kaiserlicher Scharfrichter mehr als 120 Menschen vom Leben zum Tode, die meisten davon mit dem Richtbeil. Die Namen seiner Opfer ließ er jeweils nach der Enthauptung in dessen Klinge gravieren.
Fürstenpaar zu Wied: Pauline Prinzessin von Württemberg mit ihrem Gemahl Friedrich Fürst zu Wied. Die Erbprinzessin verfolgte im April 1906 im Potsdamer Landgericht den Mordprozess gegen August Hennig. Trotz seiner Unschuldsbeteuerungen wurde der 31-Jährige nach nur zwei Verhandlungstagen zum Tode verurteilt und im Berliner Gefängnis Plötzensee hingerichtet.
Kaiser Wilhelm II.: Alle paar Wochen entschied der deutsche Monarch routinemäßig über die Gnadengesuche zum Tode verurteilter Untertanen. Im Fall August Hennig beschloss Wilhelm II., der "Gerechtigkeit freien Lauf zu lassen" und den wegen Raubmordes Verurteilten nicht zu begnadigen - Hennig starb im Gefängnis Berlin-Plötzensee unter dem Beil von Scharfrichter Lorenz Schwietz.
Guillotine in Plötzensee: Der Hinrichtungsraum in der Berliner Haftanstalt Plötzensee, aufgenommen unmittelbar nach Kriegsende im Mai 1945. In der öffentlichen Erinnerung steht Plötzensee heute für die zahlreichen Verschwörer, die am gescheiterten Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 beteiligt waren und der Guillotine rechts starben oder gar an den Haken im Hintergrund erhängt wurden. Dass Plötzensee auch vor 1933 einer der offiziellen Hinrichtungsstätten der preußischen Justiz war, ist hingegen weit weniger bekannt. Im Hof des Gefängnisses wurde am 30. April 1906 auch der wegen Raubmordes verurteilte August Hennig enthauptet.
Richtbeil und Block: Henkersbeil und Richtblock aus dem Londoner Tower. Der deutsche Scharfrichter Lorenz Schwietz, der sein blutiges Handwerk um die Jahrhundertwende in Preußen ausübte, ließ die Namen der von ihm enthaupteten Personen in die Klinge seines Richtbeils eingravieren. Mitte der zwanziger Jahre stelle der in Geldnot geratene Henker sein Werkzeug sogar aus. Heute ist Schwietz' Beil, unter dem rund 120 Menschen starben, verschollen - vermutet wird es im Fundus eines der Berliner Museen.
Lorenz Schwietz: Porträtzeichnung des preußischen Scharfrichters Lorenz Schwietz von unbekannter Hand. Die Vignette stammt aus Schwietz' lange vergriffenem Lebensbericht, den er kurz vor seinem Selbstmord 1925 von einem Journalisten als kleinformatiges Büchlein veröffentlichen ließ.
Schnell gehängt: Nicht nur in Deutschland, sondern auch in England wurde nach dem Urteil schnell geköpft oder gehängt. Das Bild zeigt das Hängen in London um 1500.
Dieb wird aufgehängt: Ein Hängen des Diebes als Warnung für das Volk wurde als Druckblatt veröffentlicht und verteilt.