Tokio Motorshow 2019 - DER SPIEGEL
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Tokio Motorshow Zukunft auf Japanisch

Autos aus Papier, ein SUV mit Turbinenantrieb und ein futuristischer Elektrorenner: Auf der Automesse in Tokio toben sich besonders die japanischen Hersteller aus. Die Neuheiten im Überblick.
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Der Honda Jazz geht in die nächste Runde. Das Design des in Japan als „Fit“ verkauften Polo-Konkurrenten wird nun deutlich langweiliger, der Antrieb dafür umso spannender. Künftig gibt es den Kleinwagen - mit den charakteristischen Klappsesseln anstelle einer Rückbank - ausschließlich als Hybriden. Details dazu wollen die Japaner allerdings erst kurz vor der Markteinführung im Sommer 2020 verraten.

Foto: Thomas Geiger
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Neben Mercedes ist Alpina in Tokio der einzige Aussteller aus Deutschland. Und die Bayern haben sogar eine Weltpremiere mitgebracht: Den B3 (rechts). Die veredelte Version des Dreiers fährt mit einem drei Liter großen Sechszylinder, der gegenüber dem M340i um rund 100 PS zulegt hat. Er kommt nun auf 462 PS und 700 Nm. Damit verkürzt sich der Sprintwert von 4,4 auf 3,8 Sekunden und das Spitzentempo steigt auf 303 km/h.

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Nachhaltigkeit ist nicht nur eine Frage des Antriebs, sondern auch des Aufbaus - behauptet zumindest der japanische Zulieferer OJI. Die Firma zeigt auf der Motorshow die Sportwagenstudie NCV (Nano-Cellulose Vehicle). Große Teile der Karosserie und vor allem des Innenlebens sind aus Zellulose gemacht, die wie Papier verarbeitet und dann mit Harzen verstärkt in Form gebracht wird. Origami für Fortgeschrittene, sozusagen.

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Nicht schön, aber schräg ist die Studie LF-30, in der Lexus die zwei wichtigsten Autotrends bündelt. Erstens fährt der eigenwillige Keil rein elektrisch und zweitens auf Wunsch auch autonom. Besonders interessant an der 536 PS starken Studie ist das Karosseriekonzept mit riesigen Flügeltüren und einem großen Glasdach. Letzteres zieht sich über die volle Länge des Fahrzeugs. Vor 2030 wird der LF-30 aber nicht kommen. Deutlich früher präsentiert Lexus hingegen Ende des Jahres das erste elektrische Serienmodell für China in Guangzhou.

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Nachdem sich Mazda lange geziert hat, zeigt der Hersteller nun sein erstes Elektroauto – allerdings nur für Europa. Der MX-30 ist ein SUV und überrascht beim Design allenfalls mit seinen Portaltüren. Die hinteren Türen sind ohne B-Säule angeschlagen und öffnen gegen die Fahrtrichtung. Dafür verweigert sich Mazda dem technischen Wettrüsten und beschränkt sich für den 4,40 Meter langen Fünfsitzer auf rund 100 kW Motorleistung. Der 35,5 kWh-Akku reicht für rund 200 Kilometer. Günstig wird der ab nächsten Sommer lieferbare MX-30 aber nicht. Mit knapp 34.000 Euro kostet er mehr als der VW ID3.

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Während VW, Audi, BMW und Porsche kneifen, zeigt Mercedes in Tokio bereits bekannte Modelle. Mit dabei auch die Studie Vision EQS , die angesichts der futuristischen japanischen Concept-Cars fast schon brav, bodenständig und vor allem gegenwärtig wirkt. Kein Wunder: Eine elektrische Luxuslimousine ist fast zehn Jahre nach dem Tesla Model S nicht mehr wirklich überraschend. Binnen zwei Jahren soll aus Stuttgart das passende Serienmodell kommen.

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Der Elektroantrieb allein ist auch keine Lösung – zumindest nicht für die Japaner. Sie stehen anderen Alternativen sehr viel offener gegenüber. Das führt auch zu ungewöhnlichen Kombinationen wie bei diesem SUV-Cabrio von Mitsubishi. Interessant ist der MI-Tech weniger wegen seines kruden Designs, selbst wenn zumindest die Front einen Hinweis auf künftige Serienmodelle gibt. Sondern spannend ist der Plug-In-Hybrid, weil die Japaner den Verbrenner gegen eine Gasturbine ausgetauscht haben.

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Der Nissan Qashqai bekommt einen elektrischen Vetter. Denn im nächsten Jahr will auch Nissan sein erstes Elektro-SUV bauen. Einen bereits ziemlich konkreten Ausblick darauf geben die Japaner mit der 4,60 Meter langen Studie Ariya. Sie soll die neue, auf Elektroautos zugeschnittene Designsprache Nissans zeigen. Zu der gehört auch der geschlossene Kühlergrill, weil der E-Motor dahinter keine Kühlluft mehr benötigt.

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Bei uns nur ein Nischenmodel, in Japan aber eine wichtige Stütze für das Verkaufsprogramm: der Subaru Levorg geht in die zweite Runde. Im nächsten Sommer soll der große Kombi mit neuer Plattform, neuen Assistenzsystemen und einem neuen 1,8-Liter-Direkteinspritzer an den Start gehen. Erst dann will Subaru auch technische Details verraten.

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Ja, auch ein Toyota kann Spaß machen - und wie! Das ist die Botschaft, mit der Firmenchef Akio Toyoda persönlich den E-Racer auf die Bühne geholt hat. Der offene Tandem-Sitzer sieht aus wie eine Mischung aus Formel-1-Auto und Go-Cart. Wenn alle elektrisch und autonom von A nach B kommen, braucht es noch immer Autos, in die man um des Fahrens willen einsteigt, begründet Toyoda das Design. Der Preis des E-Racer dürfte sehr hoch, die Stückzahlen dagegen sehr klein werden.

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Als Forschungsfahrzeug für neue Bedienkonzepte, persönliche Assistenten und den Autopiloten hat Toyota die Studie LQ auf die Räder gestellt. Das elektrisch angetriebene Gefährt ist die Weiterentwicklung eines Showcars von der CES in Las Vegas 2017 und hat noch einen weiten Weg vor sich. Denn vor 2040 rechnet bei den Japanern keiner ernsthaft mit einem Auto, das nur halbwegs so viel kann wie dieses Schaustück. Nächsten Sommer, wenn in Tokio die Olympischen Spiele laufen, wird der LQ dann für öffentliche Testfahrten bereit stehen.

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Mit der zweiten Generation des Toyota Mirai wollen die Japaner der Brennstoffzelle endlich zum Durchbruch verhelfen. Dafür erhöht Toyota die Leistungsfähigkeit des Wasserstoff-Antriebs und schafft das futuristische Design des Sonderlings ab. Außerdem soll die nun auf Heckantrieb umgestellte Limousine zum Markstart im nächsten Jahr deutlich günstiger sein, als der Vorgänger. Das soll sich auch in den Stückzahlen niederschlagen: Statt bisher 10.000 Stück sind künftig 30.000 Einheiten pro Jahr geplant.

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Für die Olympischen Spiele in Tokio hat Toyota die e-Palette weiterentwickelt und daraus einen autonomen Elektrobus für das Olympische Dorf gemacht. Knapp zwei Dutzend Exemplare der rollenden Schuhschachtel sollen dann mit bis zu 20 km/h elektrisch und vor allem führerlos zwischen den Schlafstätten der Athleten pendeln.

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Brennstoffzellen und Hybridantriebe waren bisher Toyotas Antriebe der Wahl. Widerwillig beugen sich die Toyota-Entwickler nun dem Trend der Elektrifizierung - und fangen buchstäblich ganz klein an. Der erste Stromer der Japaner ist ein Zweisitzer im Format des Smart. Der Akku ist ausgelegt für 100 Kilometer und das Spitzentempo auf 60 km/h limitiert. Für japanische Innenstädte reicht das, und woanders soll das Ultra Compact BEV vorerst nicht verkauft werden.

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Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?