Toyko Game Show Bauchfreie Tops, Drachen und Panzer
29 Grad, blauer Himmel: Vor den Hallen der Makuhari-Messe am Rand von Tokio ist Werbung für Computerspiele aufgebaut. Hier findet noch bis Sonntag die größte Spielemesse Asiens statt, die Tokyo Game Show 2013.
Sony-Stand auf der Tokyo Game Show: Am Samstag drängen sich Besucher um die neue Playstation 4. Wer bereit ist, mehr als eine Stunde zu warten, kann hier probespielen. Auf die neue Konsole müssen die meisten allerdings noch länger warten: Sony verkauft die PS4 dieses Jahr vor Weihnachten zunächst in Europa und Nordamerika, erst im Februar ist Japan dran.
So stellt sich Sony die Zukunft vor: Der Konzern präsentierte kaum Neuigkeiten, die Playstation 4 wurde bereits vor Monaten enthüllt. Dafür kann eine abgespeckte Mini-Konsole namens Playstation Vita TV ausprobiert werden. Mit der sollen Multimedia-Inhalte und Vita-Spiele auf den Fernseher im Wohnzimmer gelangen.
Jenseits der großen Konsolenspiele: Das in Japan populäre "Puzzle & Dragons" ist eines der erfolgreichsten Handy-Spiele der Welt, jeden Tag werden mehrere Millionen Dollar Umsatz damit gemacht. Der Hersteller GungHo Online Entertainment hat einen großen Stand auf der Tokyo Game Show und zeigt Smartphone-Spiele.
Hersteller aus 33 Ländern präsentieren sich auf der Messe: Selbst Myanmar ist auf der Tokyo Game Show vertreten, gezeigt werden unter anderem Web- und PC-Spiele. Auch wenn der Stand bei unserem Besuch etwas trostlos wirkte.
Das Prinzip Spielemesse: Die Hersteller heuern halbnackte Models an, die meist männlichen Messebesucher zücken ihre Kameras. Was das mit Spielen zu tun hat? Eher wenig, es sei denn, man unterstellt der Branche eine gewisse Frauenfeindlichkeit. Was angebracht ist, selbst in aktuellen Spielen wie "GTA V" gibt es keine weibliche Spielfigur.
Werbung für das Onlinespiel "World of Tanks": Der weißrussische Hersteller wargaming.net ließ Models auf einem Panzer herumturnen und feierte den Erfolg seines Free-to-Play-Titels. Zunächst ist das Spiel kostenlos, Umsatz macht die Firma mit kostenpflichtigen Extras.
Gemalte Bilder statt neue Spiele: 30 Jahre ist der Strategietitel "Nobunaga's Ambition" alt - der Hersteller zelebriert das Jubiläum mit einer Ausstellung. So richtig aufregend ist das allerdings nicht - und passt damit ganz gut zur Messe, auf der dieses Jahr viele Handyspiele gezeigt werden. Die mögen ganz toll sein, auf großen Bildschirmen wirken sie dann doch etwas verloren.
Mehr Wumms gibt es am Stand von "Battlefield 4": Hier treten Dutzende Spieler gegeneinander an und testen den nächsten Teil des Egoshooters. Die Macher wollen mit ihrer Kriegssimulation den Marktführer und Konkurrenten "Call of Duty" schlagen. Auf den Bildschirmen knallt und blitzt es dafür schon ganz ordentlich.
Martialischer Auftritt: Am "Battlefield"-Stand patrouillieren Komparsen in Kampfmontur und strecken den Besuchern ihre Gewehre entgegen - mit einem Lächeln. Egoshooter haben es in Japan meist schwerer als in anderen Märkten, hier werden Spiele bevorzugt, bei denen man die Spielfigur komplett sehen kann - wie bei den Rollenspielen der "Final Fantasy"-Serie.
3-D-Brille fürs Smartphone: Sony zeigte auf der Messe zwar kein 3-D-Zubehör für die neue Playstation 4, was viele gehofft hatten, dafür aber eine Videobrille namens HMZ-T2. Die soll einem Handspiele direkt vor die Augen projizieren, mit zwei Bildschirmen - und damit potentiell auch in 3D.
Drachenfigur aus "God Eater 2": Namco Bandai macht mit dem Ungetüm Werbung für den nächsten Teil seiner Playstation-Portable-Serie. Noch dieses Jahr erscheint der Titel - zumindest in Japan.
Nicht fehlen bei einer Spielemesse dürfen die Cosplayer: Weil in den vergangenen Jahren der Platz für die Darsteller zwischen den Hallen eng wurde, sind sie dieses Jahr extra an einen größeren Ort gezogen.
Bitte recht freundlich: Die Cosplayer kommen mit kleinen Rollkoffern und großen Rucksäcken zur Messe, ziehen sich um und posieren stundenlang für Fotografen.
Fliegenmann mit leuchtenden Augen: Bei Fast 30 Grad im Schatten flüchten sich die Cosplayer immer wieder in die Hallen, um ihr Make-up zu richten oder eine Weile aus den aufwendigen Kostümen zu schlüpfen. Wenig später wird schon die nächste Pose geworfen.
Erst fragen, dann Fotografieren: An diese Regel sollten sich Fotografen besser halten, vor allem bei diesen Cosplayern. Es handelt sich schließlich um Anwälte aus "Phoenix Wright: Ace Attorney".
Blutdurchtränkt: Neben den immer niedlichen, bunthaarigen und großohrigen Figuren gibt es auch verstörendere Kostüme. Diese Zombies haben außerdem Eisenrohre dabei, mit denen sie bedrohlich herumfuchteln.
Picknick auf dem Hallenboden: Weil so ein Tag in den vollen Messehallen anstrengt und selbst das Gedränge im öffentlichen Nahverkehr zur Rushhour noch Mal deutlich übertrifft, gibt es Platz zum ausruhen und essen. Im vergangenen Jahr waren an den vier Tagen insgesamt 2,2 Millionen Besucher auf der Tokyo Game Show.
Domino's Pizza grüßt die Gamer: Die Pizzakette warb mit der Kunstfigur Hatsune Miku. Die wurde ursprünglich als Maskottchen für eine Musiksoftware erdacht, als Gesicht zu einer Computerstimme. Konzerte, Alben, Spiele und Mangas folgten.
Merchandising: Bevor die Besucher die Messe verlassen, können sie noch an einem der Verkaufsstände vorbeischauen - das Anstellen dauert hier nicht ganz so lange. Zu kaufen gibt es T-Shirts, Poster, Schmuck und andere Fanartikel. Hersteller Square Enix hat hier einen eigenen Stand für die dramatisch-klassische Musik aus seinen Spielen. Soundtracks, Merchandising - die Spielebranche hat sich bei Film- und Musikindustrie einiges abgeschaut.