Vulkanismus Neues Eiland in der Südsee
Selbst wenn Vulkanismus im Südseekönigreich Tonga quasi alltäglich ist, war es doch ein ganz besonderes Schauspiel, das sich im Dezember 2014 und Januar 2015 bot. Zwischen zwei bereits existierenden Inseln, links und rechts im Bild, entstand eine neue. Diese trägt den informellen Namen Hunga-Tonga-Hunga-Ha'apai.
Die Insel liegt in der Caldera eines mächtigen Unterwasservulkans. Und das, so vermuten Forscher, sorgt auch für ihre vergleichsweise hohe Stabilität.
Dieses Bild sieht ganz ähnlich aus - zeigt aber einen Vulkan auf dem Mars. Wissenschaftler wollen aus der Entwicklung der Vulkaninsel in der Südsee auch Rückschlüsse auf die Zeit vor Milliarden von Jahren ziehen, als es auf dem Mars noch große Mengen an flüssigem Wasser gab.
Diese Aufnahmen vom Kratersee auf der neuen Südseeinsel stammen aus dem Juni dieses Jahres. Aufgenommen haben sie zwei französische Abenteurer, die eng mit Forschern zusammengearbeitet haben.
Die Erosion des Vulkangesteins auf der Insel lässt sich gut erkennen. Trotzdem hält sich HTHH deutlich länger, als Forscher zunächst vermutet hatten. Material, das von den Wellen an einer Stelle abgetragen wird, wird zu einem guten Teil woanders wieder angelagert.
So sah die Insel im April 2015 aus. Sie war binnen weniger Tage auf einen Durchmesser von zwei Kilometern angewachsen. Als die Begrenzung des Kratersees dann nach kurzer Zeit von Wellen teilweise zerstört wurde, gingen Forscher von einem schnellen Ende aus. Stattdessen bildete sich aber ein Streifen aus Sand, der für Schutz sorgte.
Dieses digitale Höhenmodell zeigt die neue Insel. Links ist der Zustand im April 2015 zu sehen, rechts im September 2017. Geändert hat sich verblüffend wenig.
Dieses Bild stammt vom Januar 2015. Damals hätten wohl die wenigsten Experten vermutet, dass die Insel mehr als 30 Monate existieren würde - und schon gar nicht, dass sie womöglich noch mehrere Jahrzehnte vor sich hat.
Dan Slayback vom Goddard Space Flight Center der Nasa hat die Insel auf Satellitenbildern vermessen. "Die gesamte Landfläche ist verblüffend gleichbleibend", lautet sein Fazit. Das Volumen des Materials nehme zwar ab - aber sehr langsam.
Das ist das derzeit aktuellste Bild der Insel. Es stammt vom kanadischen Satelliten "Radarsat 2" und wurde am 24. November dieses Jahres aufgenommen.
Ausbruch eines Unterwasservulkans in Tonga: Solche Ausbrüche sind hier nicht selten, das Königreich liegt auf dem pazifischen Feuerring. Aber dass neue Inseln längere Zeit überleben, ist ungewöhnlich.