Zwölf des Tages Torspektakel und Abschiedsgeschenke
Unter der Woche wurde bekannt, dass Startrainer Josep Guardiola im Sommer Jupp Heynckes als Bayern-Coach ablöst - die Rückrunde wird damit zur großen Abschiedstour für den 67-Jährigen. Über den Auftakt dürfte Heynckes ganz zufrieden sein. Gegen Aufsteiger Greuther Fürth gewannen seine Bayern 2:0.
Garant für den Erfolg der Münchner war einmal mehr Mario Mandzukic. Der kroatische Stürmer erzielte beide Tore beim Sieg gegen Greuther Fürth. In der laufenden Bundesligasaison waren es bereits seine Treffer zehn und elf.
Es gibt Tage, an denen wäre man einfach besser im Bett geblieben. Das dürfte sich auch Sebastian Mieltitz nach der Partie gegen Dortmund gedacht haben. Von seinen Vorderleuten im Stich gelassen, musste Bremens Torhüter ganze fünfmal den Ball aus dem eigenen Netz holen. Bei allen Gegentreffern war der 23-Jährige machtlos.
Besser lief der Spieltag für den ehmaligen Werder-Profi Sebastian Boenisch. Mit seinem Treffer leitete der Außenverteidiger Leverkusens 3:1-Sieg gegen Frankfurt ein. Bayer bleibt damit weiter Bayern-Jäger Nummer eins.
Hannibal Lecter in der Bundesliga? Nein, verguckt - was auf den ersten Blick wie die fikitive Figur aus dem Roman von Thomas Harris aussieht, ist Felipe Santana (m.). Wegen eines Nasenbeinbruchs lief der BVB-Verteidiger beim 5:0-Sieg in Bremen mit einer Gesichtsmaske auf und erzielte trotz des Handicaps einen Treffer.
Ein Tor, eine Vorlage: Diegos Arbeitsnachweis zum Auftakt der Rückrunde kann sich sehen lassen. Beim 2:0-Sieg seiner Wolfsburger gegen Stuttgart war der brasilianische Mittelfeldspieler der entscheidende Mann auf dem Platz und ermöglichte so Wolfsburgs neuem Trainer Dieter Hecking einen gelungenen Einstand.
Dieses Spiel wird Sascha Mölders so schnell sicher nicht vergessen. Beim 3:2-Sieg gegen Düsseldorf avancierte der Augsburger mit zwei Toren zum Matchwinner für seinen Club. Dabei musste der Stürmer nicht mal Großartiges vollbringen. Bei seinem ersten Treffer profitierte er von einem katastrophalen Fehler von Fortunas Verteidiger Juanan, beim zweiten wurde er von Düsseldorfs Torhüter Fabian Giefer angeschossen.
Stürmer Shawn Parker von Mainz 05 verstand die Welt nicht mehr: Erst in der 68. Minute wurde der Stürmer gegen Freiburg eingewechselt. Den Schlusspfiff erlebte er trotzdem nicht auf dem Feld. Schiedsrichter Felix Zwayer stellte ihn in der 89. Minute mit Gelb-Rot vom Platz. Warum? Weil Parker drei Minuten zuvor für eine Schwalbe Gelb sah, die keine war und er nochmals mit Gelb bedacht wurde für ein Foul an Freiburgs Torhüter Oliver Baumann, das eher ein Zurückziehen als eine regelwidrige Aktion war.
Ein Abschiedsgeschenk? Sein Wechsel im Sommer zu Tottenham ist beschlossene Sache - vielleicht zieht es Lewis Holtby aber schon früher auf die Insel. Stimmt die Ablöse, darf Schalkes Mittelfeldspieler wohl schon vorzeitig nach England. Möglicherweise war der 5:4-Sieg gegen Hannover damit schon sein letztes Spiel im Trikot der "Königsblauen". Falls ja, hat er sich mit einer Gala verabschiedet - einen Treffer erzielte Holtby selbst, zwei weitere bereitete er vor.
Den schönsten Treffer des Spieltags hat zweifelsohne Mame Diouf erzielt. Bei der Niederlage auf Schalke traf der 96-Stürmer in der Nachspielzeit per Fallrückzieher aus rund 16 Metern zum 4:5-Endstand. Die Wahl zum Tor des Monats dürfte der Senegalese mit diesem Treffer in Ibrahimovic-Manier so gut wie sicher haben.
Einstand gerettet: Dank Tomas Pekhart schaffte Nürnberg beim Trainer-Debüt von Michael Wiesinger ein 1:1-Remis gegen den Hamburger SV. Für den "Club"-Stürmer war es erst der zweite Saisontreffer, entsprechend ausgelassen feierte der Tscheche sein Tor.
Fußball-Fans werden in dieser Rubrik manchmal lobend erwähnt, für geniale Choreografien oder einfach für die gesangliche Unterstüzung ihres Teams. Frankfurter Anhänger haben an diesem Spieltag das genaue Gegenteil gezeigt - mit dem Werfen von Bengalos aufs Spielfeld sorgten sie für eine kurzzeitige Spielunterbrechung bei der Partie in Leverkusen. So ein Verhalten hat in einem Stadion nichts zu suchen - findet auch der DFB und hat deshalb Ermittlungen eingeleitet.