Traditionelle Medizin: Teuer, teurer, Tibet-Pilz - DER SPIEGEL
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Traditionelle Medizin Teuer, teurer, Tibet-Pilz

Sie haben noch nie vom Chinesischen Raupenpilz gehört? Dann haben Sie mit Traditioneller Chinesischer oder Tibetischer Medizin wohl nichts am Hut. Deren Anhänger zahlen für die Spezialität unfassbare Preise.
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Wer sich mit dem Chinesischen Raupenpilz beschäftigt, darf nicht zimperlich sein. Immerhin wächst diese Spezialität der Traditionellen Tibetischen und Chinesischen Medizin im Inneren einer toten Raupe heran. Anhänger stört das freilich nicht im geringsten, seit Jahrhunderten setzen sie auf die hochpreisigen Heilmittel aus dem Hochland. Diese Frau sammelt sie bei Sershul im Autonomen Bezirk Garzê, das liegt im Nordwesten der chinesischen Provinz Sichuan.

Foto: Kevin Frayer/ Getty Images
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Die normalerweise in Höhen von 3000 bis 5000 Metern lebenden Pilze befallen bestimmte Raupen aus der Schmetterlingsfamilie der Wurzelbohrer. Die Tiere überleben das Zusammentreffen nicht allzu lange. Hier liegen getrocknete Exemplare auf einem Markt in Yushu im Südwesten der chinesischen Provinz Qinghai.

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Die Fruchtkörper der Pilze werden doppelt so lang wie die befallene Raupe, teils sogar noch länger. Sammler können gutes Geld damit verdienen, wenn sie die Pilze verkaufen wie diese Händler in Sershul. Jedes Jahr kommen in der Region geschätzt 140 bis 150 Tonnen der Pilze zusammen. Zwischen 1956 und 1981 hatte der Staat das Sammeln sogar angeordnet.

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Es heißt, die Ausbeute eines Sammlers liege normalerweise bei fünf bis zehn Exemplaren pro Tag. Aber auch deutlich bessere Ausbeuten sind möglich. Für die Suche ist eine offizielle Erlaubnis nötig. Hier begutachten zwei Nomaden das Angebot auf dem Markt von Yushu.

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In den Städten werden die Würmer zum Teil für Tausende Dollar pro Kilo verkauft. Sie sind ein Zeichen des Wohlstandes und werden zum Beispiel in Suppen mitgekocht. Diese Händlerin in Yushu präsentiert besonders ansehnliche Exemplare.

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Diese Sammler bei Sershul arbeiten mit vollem Einsatz. Die Konkurrenz ist hart. Stellenweise klagen Sammler, dass sie wegen der vielen Kollegen nicht mehr so viele Pilze finden wie früher.

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Hier werden die Pilze in der Nähe von Zadoi in der chinesischen Provinz Qinghai gesucht. Lange Zeit konnten sie auch als Währung eingesetzt werden, an manchen Orten ist das heute noch der Fall.

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Tibetische Mönche wie diese jungen Männer aus Sershul dürfen den Pilz aus religiösen Gründen nicht sammeln. Es gibt aber normalerweise keine Strafen, wenn sie ihn kaufen oder verkaufen.

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Diese Nomadenfamilie bei Sershul ist gerade auf der Suche nach Pilzen, die ihnen gutes Geld bringen sollen. Die beste Zeit zur Suche ist im Mai und im Juni.

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Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?