Trainer-Aus in Leverkusen About Schmidt
Roger Schmidt ist nicht mehr Chefcoach von Bayer Leverkusen. Nach dem 2:6 gegen Dortmund hat sich der Klub von Schmidt getrennt. Es ist der erste Rückschlag in seiner Karriere im Profifußball.
In seiner aktiven Zeit spielte Schmidt sieben Jahre lang für den SC Verl. Schmidt, der zumeist im Mittelfeld zum Einsatz kam, absolvierte 208 Einsätze für den damaligen Regionalligisten.
Eine weitere Station in seiner Laufbahn war der SC Paderborn. Das einjährige Engagement verlief für ihn wenig erfolgreich. Nur 25 Mal lief er im Trikot der Paderborner auf. Trotzdem sollte es nicht sein letztes Engagement bei den Ostwestfalen bleiben.
Als Trainer arbeitete Schmidt zunächst beim Delbrücker SC, wo er zuvor eine Saison als Spieler aktiv gewesen war. Dann wechselte er zu Preußen Münster, kündigte dafür sogar seinen Job als Ingenieur. Mit Münster stieg Schmidt von der Ober- in die Regionalliga auf. 2010 trennte sich der Verein von ihm.
Ein Jahr später kehrte Schmidt als Trainer nach Paderborn zurück. Mit dem SCP verpasste der heute 49-Jährige in der Saison 2011/2012 nur knapp den Aufstieg in die Bundesliga.
Anschließend zog er das Interesse von RB Salzburg auf sich. Nach nur einer Saison in Paderborn folgte 2012 der Wechsel nach Österreich. Dort lief es für Schmidt zunächst schlecht, in der Qualifikation zur Champions League scheiterte seine Mannschaft am luxemburgischen Vertreter F91 Düdelingen.
Doch Schmidt bekam die Kurve. Es folgten seine ersten Titel als Trainer im Jahr 2014: Neben der Meisterschaft gewann sein Team auch den österreichischen Pokal. Auch in der Europa League sorgte RB mit zwei spektakulären Siegen über Ajax Amsterdam für Aufsehen. Im Achtelfinale folgte dann allerdings das Aus gegen den FC Basel.
Verschiedene Bundesligisten zeigten Interesse an dem Coach. Letztlich bekam Leverkusen den Zuschlag. In seiner ersten Saison 2014/2015 erreichte Schmidt mit Bayer den vierten Platz. Mit seinem von extremem Pressing geprägten Stil sorgte Schmidt in der Liga für Furore.
In der Champions League scheiterte Bayer in Schmidts erster Saison gegen den damaligen amtierenden spanischen Meister Atlético Madrid im Elfmeterschießen.
Zur Saison 2015/2016 verlängerte Leverkusen Schmidts Vertrag um drei weitere Jahre bis 2019.
Berühmtheit erlangte der Coach auch durch einen von ihm mitverschuldeten Eklat. Am 22. Spieltag der vergangenen Saison wurde Schmidt während des Spiels gegen Borussia Dortmund von Schiedsrichter Felix Zwayer aus dem Innenraum des Stadions verwiesen. Schmidt weigerte sich jedoch, die Trainerbank zu verlassen. Zwayer unterbrach die Partie anschließend für neun Minuten und pfiff erst wieder an, nachdem Schmidt auf der Tribüne Platz genommen hatte.
Schmidt musste die folgenden drei Bundesligaspiele seiner Mannschaft von der Tribüne aus verfolgen und zusätzlich eine Geldstrafe in Höhe von 20.000 Euro zahlen. Während der drei Partien holte Bayer nur einen Punkt.
Als Schmidt zurückkehrte, gewann Leverkusen sieben Bundesligaspiele in Folge - Vereinsrekord. Am Ende der Saison landete Bayer auf dem dritten Tabellenplatz.
Die aktuelle Spielzeit läuft für Schmidt und Leverkusen schlecht. Im Pokal scheiterte Bayer an Drittligist Lotte, in der Champions League steht das Team vor dem Aus im Achtelfinale, und in der Liga droht Leverkusen die Europacup-Ränge zu verpassen.
Die Folge: Die Trennung nach dem Debakel von Dortmund. Damit dauerte Schmidts Amtszeit in Leverkusen etwas mehr als zweieinhalb Jahre.