Trainer Hecking Aufstieg, Abstieg, Umstieg
Man kennt sich: Erst vor zwei Wochen trafen Jürgen Klopp (l.) und Dieter Hecking in der Bundesliga zum Duell aufeinander. Klopps Dortmunder verloren beim VfL 1:2, Wolfsburgs Trainer Hecking hätte beim DFB-Pokalfinale in Berlin nichts gegen dasselbe Ergebnis.
Es wäre der erste Titel in seiner Trainerkarriere und die vorläufige Krönung für die bisher sehr erfolgreiche Arbeit beim VfL. Dort arbeitet der 50-Jährige erstmals bei einem Verein mit großen Ambitionen. Dass er überhaupt beim VfL landete, war durchaus mit Aufsehen verbunden. Zumindest in Nürnberg.
Mit seinem Abschied vom 1. FC Nürnberg kurz vor Weihnachten 2012 hatte Hecking für Schlagzeilen in der Bundesliga gesorgt. Der 48-Jährige übernahm zur Rückrunde den VfL Wolfsburg. Für den Trainer war es eine Rückkehr in den Norden.
In Lübeck feierte Hecking erste Erfolge als Trainer. Er führte den damaligen Regionalligisten 2002 in die zweite Liga, ein Jahr später schaffte er den Klassenerhalt. 2004 schaffte Lübeck es gar bis ins Halbfinale des DFB-Pokals. In derselben Saison stieg Lübeck aus der zweiten Liga ab, Hecking trat zurück.
In Aachen bewies der ausgebildete Polizist Hecking erneut, dass er einer Mannschaft zum Aufstieg verhelfen kann. Im Jahr 2006 ging es in die erste Liga. Nach nur drei Spieltagen in der höchsten Klasse mit der Alemannia verließ Hecking den Verein aber aus persönlichen Gründen. Er nahm ein Angebot von Hannover 96 an.
In seinen drei Jahren bei den Niedersachsen fungierte Hecking zunächst als Retter, dann leistete er wertvolle Aufbauarbeit. Mehrmals schien sogar eine Europacup-Teilnahme möglich, am Ende verpasste 96 die internationalen Ränge stets. Hecking verließ den Klub im August 2009.
In den folgenden drei Jahren kämpfte Hecking mit Nürnberg gegen den Abstieg in der Bundesliga. Trotz kleinem Etat erreichte der Club große Erfolge. Nach Platz 16 (Sieg in der Relegation), folgten die Ränge sechs und zehn.
Logisch, dass da die Konkurrenz genau hinschaute - und zugriff. Wolfsburgs Manager Klaus Allofs machte sich mit der Verpflichtung Heckings selbst ein Weihnachtsgeschenk. Der Trainer musste bei dem ambitionierten Klub zeigen, dass er es doch schafft, eine Mannschaft ins internationale Geschäft zu führen. Und Hecking lieferte: Nach dem Klassenerhalt 2013 ging es 2014 auf Platz fünf und in die Europa League. Am Ende dieser Saison steht die Vizemeisterschaft und die Teilnahme an der Champions League.