Transgender im Boxen "Ich habe Jahrzehnte lang im falschen Körper gelebt"
Olaf Pollex hat als Boxpromoter zahlreiche Kämpfe veranstaltet, nun hat sich der Berliner mit einem Thema an die Öffentlichkeit gewandt, das scheinbar so gar nicht in die Boxwelt passt.
"Ich habe Jahrzehnte lang im falschen Körper gelebt", heißt es in einem Facebook-Post. "Heute bin ich soweit, einen Schritt zu gehen, der mich nach Hause holt." Unterschrieben ist der Eintrag mit Pollex' neuem Namen: Etchika.
Boxen ist ein archaischer Sport. Härte ist das Ideal, das öffentliche Bild, wie ein Mann auszusehen und sich zu verhalten hat, ist sehr altmodisch. Und dennoch ist Pollex ist kein Einzelfall. Kellie Maloney hieß bis 2014 Frank und war von 1989 bis 2003 Manager von Schwergewichts-Weltmeister Lennox Lewis. Auch ihre Geschlechtsumwandlung wurde in der Boxwelt positiv und respektvoll aufgenommen.
"Das sind eigentlich nicht die Typen, von denen man in so einer Situation Unterstützung erwarten würde", sagte Maloney verwundert über ihre Ex-Kollegen und ehemaligen Schützlinge.
Es gibt auch aktive Transgender-Sportler: Der US-Amerikaner Pat Manuel wurde als Patricia geboren und nahm als Frau an der Qualifikation zu den Olympischen Spielen 2012 teil. Danach ließ er sich umoperieren und bestreitet inzwischen Kämpfe gegen Männer. Im Mai 2016 besiegte Manuel den 18-jährigen Adan Ochoa nach Punkten.
Bei Shindo Go aus Japan steht die finale Entscheidung um die Fortsetzung der Karriere noch aus. Von 2013 bis 2014 war Go WBC-Weltmeisterin im Fliegengewicht. Seit dem vergangenen Jahr heißt er Go Hashimoto und will nach Abschluss der Operation als Profi gegen Männer boxen. Ob der japanische Verband dies zulässt, ist noch unklar.