Trauerfeier für McCain "Amerika war immer schon großartig"
Bewegende Rede: Bei der zentralen Trauerfeier für den verstorbenen US-Senator John McCain sind es die Worte seiner Tochter Meghan (l.), die nachhallen. Rechts von ihr ihre Mutter Cindy McCain.
"John McCains Amerika muss nicht erst großartig werden", beschwört die 33-Jährige die Werte ihres Vaters. "Es war immer schon großartig." Applaus wogte durch Washingtons National Cathedral.
Auch der frühere Präsident Barack Obama verteilte Seitenhiebe auf seinen Nachfolger, Donald Trump, wie es der Republikaner McCain schon zu Lebzeiten getan hatte. McCain habe verstanden, "dass manche Prinzipien über Politik hinausgehen, dass manche Werte über Parteien hinausgehen. Deswegen hat er eine freie und unabhängige Presse als lebenswichtig für eine gute Debatte verteidigt.
Auch die beiden früheren Präsidenten George W. Bush und Bill Clinton sowie dessen Frau Hillary waren zu der Trauerfeier angereist, um McCain zu würdigen.
Bush sagte über McCain: "Er war ehrenhaft, immer anerkennend, dass seine Kontrahenten immer noch Patrioten und Menschen waren." Bush fügte hinzu: "Im Angesicht der Herrschenden bestand McCain darauf: Wir sind besser als das. Amerika ist besser als das."
Von der so indirekt attackierten Trump-Regierung war Justizminister Jeff Sessions angereist.
Auch Verteidigungsminister James Mattis und der Stabschef des Weißen Hauses, John Kelly, waren anwesend.
Cindy McCain, die Witwe von John McCain, umarmte den Priester. Die Beerdigung wurde auf allen TV-Sendern live übertragen.
Er durfte nicht dabei sein: Präsident Trump solle nicht zu seiner Trauerfeier kommen, verfügte McCain noch zu Lebzeiten. Trump ging stattdessen Golf spielen.
Auch sie bekam eine Ausladung: McCains frühere Vizekandidatin bei der US-Präsidentschaftswahl 2008, die Republikanerin Sarah Palin.