Trauma Zweiter Weltkrieg - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Trauma Zweiter Weltkrieg Als den Vätern die Seele erfror

Zerfetzte Körper, Blutfontänen, Todesschreie: Bernd Hohlens Vater erlebte im Zweiten Weltkrieg die Hölle auf Erden. Im Kessel von Demjansk erfror seine Seele. Noch Jahrzehnte später verfolgten ihn Alpträume. Dann kam auch für ihn das Kriegsende - im Jahr 2002.
1 / 19

Grundausbildung: Mein Vater (links im Bild) im Alter von 19 Jahren bei der Grundausbildung zum Soldaten in Neumünster (Schleswig-Holstein).

Foto: Bernd Hohlen
2 / 19

Heimaturlaub: Mit der Verleihung des Eisernen Kreuzes II am 14. Januar 1943 bekam mein Vater Heimaturlaub. Im Range eines Gefreiten posiert er, nicht ohne Stolz, vor der Hausnummer 27 in der Jansenallee. Auf der Verleihungsurkunde ist das Datum des Urlaubstages handschriftlich vermerkt: "28.01.43".

Foto: Bernd Hohlen/Archiv Herbert Hohlen
3 / 19

Einmarsch in Opotchka: Dem Einmarsch in Opotchka gingen schwere Kämpfe mit hohen Verlusten auf beiden Seiten voraus.

Foto: Bernd Hohlen/Archiv Herbert Hohlen
4 / 19

Vertreibung?: Das beunruhigendste Foto, das sich im Nachlass meines Vaters befand. Womöglich handelt es sich um eine Vertreibungsaktion oder eine Flucht aus einer russischen Stadt während des deutschen Vormarsches.

Foto: Bernd Hohlen/Archiv Herbert Hohlen
5 / 19

Beisetzung: Ein Leinentuch, ein Kreuz aus Birkenästen und ein Stahlhelm auf dem Grab - eine Beisetzung für gefallene Soldaten im Sommer. Im Winter hingegen blieben viele Gefallene einfach liegen.

Foto: Bernd Hohlen/Archiv Herbert Hohlen
6 / 19

Gefangene: Drei russische Soldaten, die offenbar gerade auf einer Lichtung gefangen genommen wurden. Ihre Blicke verraten Angst und Verachtung. Ihr Schicksal ist ungewiss.

Foto: Bernd Hohlen/Archiv Herbert Hohlen
7 / 19

Kampfpause: Die lässig hochgekrempelten Ärmel täuschen nicht über die Anspannung hinweg, die diesem Foto innewohnt. Um welche Ortschaft es sich handelt ist nicht bekannt.

Foto: Bernd Hohlen/Archiv Herbert Hohlen
8 / 19

Rheinwiesenlager: Kriegsgefangene deutsche Soldaten vertreiben sich die Zeit in einem Sammellager bei Sinzig/Remagen am Ende des Zweiten Weltkriegs im Mai 1945.

Foto: ullstein bild
9 / 19

Russischer Bauer: Eine Personenaufnahme, die mein Vater während des Russlandfeldzuges machte. Es handelt sich wahrscheinlich um einen russischen Bauern. Aufnahme von 1941.

Foto: Bernd Hohlen/Archiv Herbert Hohlen
10 / 19

Mittagshitze: Eine von mehreren Aufnahmen aus dem Fundus meines Vaters, die Land und Leute zeigt. Wahrscheinlich eine russische Großfamilie, die im Schatten des Hauses Schutz vor der Mittagshitze sucht.

Foto: Bernd Hohlen/Archiv Herbert Hohlen
11 / 19

Gruppenbild vor der Lehrküche: Nach einer Verschüttung in Russland durch einen Artillerietreffer kam mein Vater für einige Zeit zurück nach Deutschland. Hier nahm er an einem Kochlehrgang teil. Mein Vater ist der Zweite von rechts in der ersten Reihe.

Foto: Bernd Hohlen/Archiv Herbert Hohlen
12 / 19

Grundausbildung: Skeptische Blicke zum Ausbilder, der das Hantieren und Werfen einer Stielhandgranate demonstriert. Die Skepsis war berechtigt, weil die Verzögerungszeit bei diesen Handgranaten nur drei bis fünf Sekunden betrug. Ein Rückwurf der Handgranate war dadurch nicht möglich.

Foto: Bernd Hohlen/Archiv Herbert Hohlen
13 / 19

Rasieren, schneiden, liegen: Vor einem litauischen Haarschneider wartet eine Gruppe von Männer auf Nassrasur und Topfschnitt.

Foto: Bernd Hohlen/Archiv Herbert Hohlen
14 / 19

Kartoffel schälen: Dem Bild ist es kaum zu entnehmen, aber es herrscht Krieg. Friedvolles Miteinander zwischen Bevölkerung und deutschen Soldaten. Wenn auch nur für kurze Zeit.

Foto: Bernd Hohlen/Archiv Herbert Hohlen
15 / 19

Im Lazarett: Meinem Vater (zweiter von rechts am Tisch sitzend) wurde im Lazarett in Offenbach ein Granatsplitter aus dem rechten Auge operiert. Das Auge war so schwer verletzt, dass es nach dem Krieg entfernt werden musste.

Foto: Bernd Hohlen
16 / 19

Russischer Bauer? Ein Mann in einfacher Kleidung und mit einer groben Mütze - vielleicht ein Bauer? - hockt am Wegesrand neben mehreren Gespannen; er macht einen freundlichen Eindruck.

Foto: Bernd Hohlen/Archiv Herbert Hohlen
17 / 19

Pioniertrupp: Eine seltsame Aufnahme bei 30 Grad Minus. Während der Schlitten Steine geladen hat, lächelt der Soldat im Pelz in die Kamera. Eigentlich kein günstiger Zeitpunkt für launige Erinnerungsfotos.

Foto: Bernd Hohlen/
18 / 19

Russischer Bauer: Ein russischer Bauer posiert für einen deutschen Soldaten.

Foto: Bernd Hohlen/Archiv Herbert Hohlen
19 / 19

Herbert Hohlen: Mein Vater, Herbert Hohlen, im Jahre 2000 zu Besuch bei uns in Augsburg. Zwei Jahre vor seinem Tod.

Foto: Bernd Hohlen
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?