Trauma Zweiter Weltkrieg Als den Vätern die Seele erfror
Grundausbildung: Mein Vater (links im Bild) im Alter von 19 Jahren bei der Grundausbildung zum Soldaten in Neumünster (Schleswig-Holstein).
Heimaturlaub: Mit der Verleihung des Eisernen Kreuzes II am 14. Januar 1943 bekam mein Vater Heimaturlaub. Im Range eines Gefreiten posiert er, nicht ohne Stolz, vor der Hausnummer 27 in der Jansenallee. Auf der Verleihungsurkunde ist das Datum des Urlaubstages handschriftlich vermerkt: "28.01.43".
Einmarsch in Opotchka: Dem Einmarsch in Opotchka gingen schwere Kämpfe mit hohen Verlusten auf beiden Seiten voraus.
Vertreibung?: Das beunruhigendste Foto, das sich im Nachlass meines Vaters befand. Womöglich handelt es sich um eine Vertreibungsaktion oder eine Flucht aus einer russischen Stadt während des deutschen Vormarsches.
Beisetzung: Ein Leinentuch, ein Kreuz aus Birkenästen und ein Stahlhelm auf dem Grab - eine Beisetzung für gefallene Soldaten im Sommer. Im Winter hingegen blieben viele Gefallene einfach liegen.
Gefangene: Drei russische Soldaten, die offenbar gerade auf einer Lichtung gefangen genommen wurden. Ihre Blicke verraten Angst und Verachtung. Ihr Schicksal ist ungewiss.
Kampfpause: Die lässig hochgekrempelten Ärmel täuschen nicht über die Anspannung hinweg, die diesem Foto innewohnt. Um welche Ortschaft es sich handelt ist nicht bekannt.
Rheinwiesenlager: Kriegsgefangene deutsche Soldaten vertreiben sich die Zeit in einem Sammellager bei Sinzig/Remagen am Ende des Zweiten Weltkriegs im Mai 1945.
Russischer Bauer: Eine Personenaufnahme, die mein Vater während des Russlandfeldzuges machte. Es handelt sich wahrscheinlich um einen russischen Bauern. Aufnahme von 1941.
Mittagshitze: Eine von mehreren Aufnahmen aus dem Fundus meines Vaters, die Land und Leute zeigt. Wahrscheinlich eine russische Großfamilie, die im Schatten des Hauses Schutz vor der Mittagshitze sucht.
Gruppenbild vor der Lehrküche: Nach einer Verschüttung in Russland durch einen Artillerietreffer kam mein Vater für einige Zeit zurück nach Deutschland. Hier nahm er an einem Kochlehrgang teil. Mein Vater ist der Zweite von rechts in der ersten Reihe.
Grundausbildung: Skeptische Blicke zum Ausbilder, der das Hantieren und Werfen einer Stielhandgranate demonstriert. Die Skepsis war berechtigt, weil die Verzögerungszeit bei diesen Handgranaten nur drei bis fünf Sekunden betrug. Ein Rückwurf der Handgranate war dadurch nicht möglich.
Rasieren, schneiden, liegen: Vor einem litauischen Haarschneider wartet eine Gruppe von Männer auf Nassrasur und Topfschnitt.
Kartoffel schälen: Dem Bild ist es kaum zu entnehmen, aber es herrscht Krieg. Friedvolles Miteinander zwischen Bevölkerung und deutschen Soldaten. Wenn auch nur für kurze Zeit.
Im Lazarett: Meinem Vater (zweiter von rechts am Tisch sitzend) wurde im Lazarett in Offenbach ein Granatsplitter aus dem rechten Auge operiert. Das Auge war so schwer verletzt, dass es nach dem Krieg entfernt werden musste.
Russischer Bauer? Ein Mann in einfacher Kleidung und mit einer groben Mütze - vielleicht ein Bauer? - hockt am Wegesrand neben mehreren Gespannen; er macht einen freundlichen Eindruck.
Pioniertrupp: Eine seltsame Aufnahme bei 30 Grad Minus. Während der Schlitten Steine geladen hat, lächelt der Soldat im Pelz in die Kamera. Eigentlich kein günstiger Zeitpunkt für launige Erinnerungsfotos.
Russischer Bauer: Ein russischer Bauer posiert für einen deutschen Soldaten.
Herbert Hohlen: Mein Vater, Herbert Hohlen, im Jahre 2000 zu Besuch bei uns in Augsburg. Zwei Jahre vor seinem Tod.