Tschechiens EM-Team Ausgeglichen und unberechenbar
Dass Tschechien zuletzt bei einem Großturnier eine tragende Rolle gespielt hat, ist bereits zwölf Jahre her. 2004 schaffte es das Team mit Milan Baros (Foto) ins Halbfinale und scheiterte dort an Griechenland. Die Mannschaft von damals gilt als goldene Generation Tschechiens.
Aus dem Kader von 2004 fahren nur noch zwei Spieler mit nach Frankreich. Einer davon ist Tomás Rosicky. Zuletzt hatte der ehemalige Spieler von Borussia Dortmund aber lange Zeit Verletzungsprobleme. In der abgelaufenen Saison spielte er nur 19 Minuten für Arsenal. Den Sprung in den Kader schaffte er aber trotzdem.
Der zweite Spieler, der von der EM in Portugal noch dabei ist, heißt Petr Cech. Das Urgestein im Tor der Tschechen spielt mittlerweile ebenfalls für den FC Arsenal und ist in der Nationalmannschaft nach wie vor die unumstrittene Nummer eins.
Trainer Pavel Vrba übernahm die tschechische Auswahl im Januar 2014, nachdem die Mannschaft die WM-Qualifikation bereits verpasst hatte. Die EM-Teilnahme sicherte sich die Nation dann souverän. Tschechien wurde in der Qualifikationsgruppe A Erster, besiegte unter anderem die Niederlande, die das Ticket für Frankreich verpassten, zweimal.
Die gute Qualifikation gelang durch eine ausgeglichene Teamleistung. Kaum ein Spieler sticht heraus, insgesamt gilt die Mannschaft als schwer berechenbar.
Für die Ausgeglichenheit spricht auch, dass Mittelfeldspieler Borek Dockal mit nur vier Treffern erfolgreichster tschechischer Torschütze in der Qualifikation war - bei 19 Treffern insgesamt.
Pavel Kaderábek von der TSG Hoffenheim traf in der Qualifikation insgesamt zweimal und war dadurch zusammen mit Václav Pilar und Milan Skoda der zweitbeste Torschütze. Neben Theodor Gebre Selassie (Werder Bremen) und Vladimir Darida (Hertha BSC) ist Kaderábek einer von drei Bundesligaprofis im tschechischen Kader.
Er ist einer der Hoffnungsträger: Ladislav Krejci (23) von Sparta Prag hat den höchsten Marktwert aller Spieler in der tschechischen Liga. Auch der Außenspieler soll dafür sorgen, dass Tschechien die schwere Gruppe mit Spanien, Kroatien und der Türkei übersteht.