Tschernobyl in der DDR - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Tschernobyl in der DDR "Gezielte Vergiftung"

Im Westen wurden die Spielplätze geschlossen und Jodtabletten kursierten. Im Osten hingegen ging das Leben nach dem GAU von Tschernobyl seinen ganz normalen Gang - zumindest offiziell. Die DDR-Führung zensierte die Angst.
1 / 9

Radioaktive Weide: Alltag nach der Reaktor-Katastrophe von Tschernobyl in Westdeutschland. Radioaktiv verseuchte Weiden werden markiert, die Bauern aufgefordert, ihr Vieh nicht ins Freie zu lassen. Doch so mancher Landwirt ignorierte die Warnung. In Ostdeutschland hingegen wird die Angst zensiert und die Katastrophe heruntergespielt.

Foto: AP
2 / 9

Neuer Sand für den Spielplatz: Ein LKW lädt im Mai 1986 eine Fuhre Sand ab. Nach der Reaktor-Katastrophe im ukrainischen Tschenobyl waren Spielplätze und Liegewiesen wegen erhöhter radioaktiver Belastung gesperrt worden. Die kontaminierten Spielplätze wurden geräumt und mit neuem Sand aufgeschüttet.

Foto: AP
3 / 9

Tschernobyl-Graffiti: In Westdeutschland hatte nach Tschernobyl die Angst um sich gegriffen. "Oh Gott, es regnet", hat ein Sprayer im Mai 1986 an die Wand dieses Hauses im hessischen Eppertshausen geschrieben. Bodenproben ergaben deutlich erhöhte radioaktive Werte nach Regenfällen. Mit dem Wind zog die radioaktive Strahlung über große Teile Mittel- und Osteuropas in Richtung Skandinavien.

Foto: AP
4 / 9

SPIEGEL-Titel zu Tschernobyl: Ein Spiegel-Titel vom Mai 1986 zeigt, die Angst nach dem Reaktor-Unfall in Tschernobyl ist groß.

Foto: DER SPIEGEL
5 / 9

Radioaktive Militärfahrzeuge: Radioaktiv kontaminierte Militärfahrzeuge und ein Helikopter liegen auf einem Feld in der Nähe von Tschernobyl. Aus dem Hubschrauber schütteten Rettungskräfte nach der Katastrophe am 26. April 1986 Beton, Sand und Wasser in den brennenden Reaktor, um das Feuer zu löschen. Bis zum 6. Mai waren mehr als 30 Militärhelikopter über der Unglücksstelle im Einsatz. Dabei entluden die Piloten auch 2400 Tonnen Blei, das radioaktiv verseucht in die Atmosphäre gelangte und die Region noch zusätzlich schwer verseuchte.

Foto: Getty Images
6 / 9

Verlassene Schule in Pripjat: Der verlassene Schlafsaal in der Vorschule von Pripjat bei Tschernobyl. Nach dem Reaktorunglück mussten die Bewohner alles stehen und liegen lassen. Pripjat und Umgebung werden für die nächsten Jahrhunderte unbewohnbar sein.

Foto: Getty Images
7 / 9

Pripjat bei Tschernobyl: Blick auf die verlassenen Wohnhäuser von Pripjat und die Atomanlage von Tschernobyl im Hintergrund. Das nach dem GAU evakuierte Pripjat liegt drei Kilometer vom Reaktor entfernt und hatte einst 45.000 Bewohner. Die Stadt wird auch in den nächsten Jahrhunderten nicht bewohnbar sein.

Wissenschaftler schätzen, dass die gefährlichsten radioaktiven Elemente sich in etwa 900 Jahren zersetzt haben werden.

Foto: Getty Images
8 / 9

Hammer und Sichel über Pripjat: Hammer und Sichel auf einem verlassenen Gebäude in Pripjat in der Nähe von Tschernobyl in der Ukraine. Für den damaligen Generalsekretär der KPdSU, Michail Gorbatschow, war der GAU von Tschernobyl ein tiefer Einschnitt im Leben. Er habe stets an die absolute Sicherheit des Reaktors geglaubt, sagte er in einem Interview. Die ersten 24 Stunden nach dem Unfall habe niemand das gigantische Ausmaß der Katastrophe erahnt, so der Ex-Präsident. Noch einen Tag nach dem Unfall habe eine Regierungskommission ohne Schutzkleidung und Atemmasken in einem Hotel von Pripjat übernachtet und zu Abend gegessen.

Foto: Getty Images
9 / 9

23 Jahre nach dem Super-GAU: Der radioaktive Fallout ist inzwischen 23 cm in die Erde gesunken, 1 cm pro Jahr. Das Foto als Grafik zeigt den Vorgang.

Foto: Karl Schillinger
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?