Türkei Der neue Präsident Abdullah Gül
Zuversicht während der Abstimmung im Parlament: Weil die einfache Mehrheit reichte, war Abdullah Gül ein Erfolg im dritten Wahlgang sicher.
Der Premierminister und sein Noch-Außenminister: Tayyip Erdogan und Abdullah Gül auf der Regierungsbank im Parlament.
Nach der Wahl: Gül als neuer Präsident.
Stimmabgabe: Abdullah Gül schreitet zur Urne - hier noch beim ersten Wahlgang am 20. August.
Beschwichtigung vor Journalisten: Güls erster Anlauf aufs Präsidentenamt war im Frühjahr am Wahlboykott der Opposition und einem Urteil des Verfassungsgerichts gescheitert.
Furcht vor Islamisierung: Auch wenn Gül wiederholt versichert hat, die Trennung von Staat und Religion einhalten zu wollen - die weltlichen Eliten in der Türkei hegen tiefes Misstrauen gegen ihn.
Enger Gefolgsmann: Abdullah Gül diente Ministerpräsident Erdogan zeitweise als Platzhalter. Weil Erdogan aufgrund einer Verurteilung wegen Volksverhetzung bei der Parlamentswahl 2002 nicht kandidieren durfte, übernahm Gül für den AKP-Vorsitzenden das Amt des Regierungschefs.
Staatskrise zur ersten Kandidatur: Im April gingen Zehntausende gegen den islamisch orientierten Gül auf die Straße.
Hijab als Politikum: Die neue First Lady Hayrünnisa Gül trägt Kopftuch, was in öffentlichen Gebäuden in der Türkei verboten ist.
Der neue Präsident: Der 56-Jährige Gül gilt innenpolitisch als Reformer und außenpolitisch als Architekt des angestrebten EU-Beitritts der Türkei.