Fotostrecke Wahltag in der Türkei
Es ist offiziell: Die Wahlkommission hat das Ja-Lager zum Sieger des Referendums erklärt. Bereits zuvor beanspruchte Präsident Erdogan den Sieg für sich. Mit der nun beschlossenen Verfassungsänderung bekommt er deutlich mehr Macht.
Auch Ministerpräsident Yildirim sprach zu den Unterstützern der Verfassungsänderung. "Dies ist eine Entscheidung des Volkes. In der Geschichte unserer Demokratie ist eine neue Seite aufgeschlagen worden", sagte er in Ankara. Sein Amt wird es zukünftig in der Türkei nicht mehr geben.
Noch bevor das vorläufige offizielle Endergebnis verkündet wurde, versammelten sich landesweit Erdogan-Anhänger auf den Straßen.
In Istanbul feierten Erdogan-Unterstützer den Ausgang des Referendums. Die Mehrzahl der Wähler in der Metropole am Bosporus hat jedoch gegen die Einführung des Präsidialsystems gestimmt.
Mit Flagge und Bengalos: Die Wahlbeteiligung lag bei 85,6 Prozent. Bis zuletzt lieferten sich Befürworter und Gegner der Verfassungsänderung ein Kopf-an-Kopf-Rennen.
Autokorso in Berlin: Nach vorläufigen Ergebnissen stimmten 63,2 Prozent der in Deutschland lebenden Türken für die Verfassungsänderung. Nur 36,8 votierten mit Nein, meldet die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu.
Auch in Ankara feierten Anhänger der Regierungspartei AKP das Ergebnis des Referendums. Erdogan kündigte an, die Wiedereinführung der Todesstrafe schnellstmöglich auf die Tagesordnung zu setzen.
Tränen bei der Opposition: Im Wahlkampf warnte die kemalistische CHP vor den möglichen Konsequenzen einer neuen Verfassung. Das Ergebnis des Referendums ist für viele ein Schock.
Heftige Niederlage: Bei einer Wahlparty der kemalistischen CHP in Berlin verfolgen Erdogan-Gegner die Berichterstattung der türkischen Medien. Die großen Oppositionsparteien CHP und HDP kündigten an, gegen das Ergebnis vorzugehen. Sie werfen der Regierung Wahlmanipulation vor.
Kemal Kilicdaroglu, der Chef der Oppositionspartei CHP, kündigte an, das Ergebnis nicht zu akzeptieren. "Dieses Referendum hat eine Wahrheit ans Licht gebracht: Mindestens 50 Prozent des Volkes haben Nein gesagt." Die CHP fordert eine Neuauszählung von zwei Dritteln der Stimmzettel.
Landesweite Proteste: In Ankara steht ein Erdogan-Gegner einer Polizeiblockade gegenüber. In Istanbul demonstrieren zahlreiche Erdogan-Gegner gegen das Ergebnis des Referendums.
Bis zuletzt prophezeiten Umfragen ein knappes Ergebnis - und sie sollten recht behalten: Fast die Hälfte der Türken hat gegen die Einführung des Präsidialsystems gestimmt. Landesweit gingen Erdogan-Gegner nach Bekanntgabe des Ergebnisses auf die Straße.
In Istanbul protestierten Menschen geräuschvoll gegen den Ausgang des Referendums. Sie schlugen Töpfe und Pfannen aneinander und machten ihrem Unmut Luft.
Mit der Abstimmung für die Einführung des Präsidialsystems bekommt Präsident Erdogan mehr Macht. Er erklärte, dass nicht alle Verfassungsänderungen sofort umgesetzt werden. Erst mit den Wahlen im November 2018 soll die neue Verfassung komplett durchgesetzt werden.
Ein Mitglied eines Wahlkomitees hält einen abgestempelten Stimmzettel in der Hand. Insgesamt waren rund 58,2 Millionen Wahlberechtigte zur Abstimmung aufgerufen: 55,3 Millionen in der Türkei und 2,9 Millionen im Ausland.
Der Staatspräsident selbst gab seine Stimme am Vormittag in einem Wahllokal in Istanbul ab. Dies sei "keine normale Abstimmung", sagte er. "Wir müssen eine Entscheidung treffen, die über das Gewöhnliche hinausgeht." Er hoffe, dass das Volk "wie erwartet" abstimmen werde.
In Istanbul jubeln Erdogan-Anhänger. Ministerpräsident Yildirim hatte in Ankara bereits den Sieg beansprucht - Stunden bevor das vorläufige offizielle Endergebnis von der Wahlkommission verkündet wurde.
AKP-Hochburg: In Konya feiern Erdogan-Anhänger den Sieg. Mehr als 70 Prozent der Wähler stimmten hier für die Verfassungsänderungen.
Wahlhelfer in Istanbul: Während der Auszählung entwickelte sich zwischen den Befürwortern von Erdogans Verfassungsreform und den Gegnern ein Kopf-an-Kopf-Rennen - so hatten es Umfragen im Vorfeld auch vorhergesagt.
Kemal Kilicdaroglu, Oppositionsführer und Parteivorsitzender der kemalistisch-sozialdemokratischen CHP, posiert vor einem Wahllokal in Ankara. Die Opposition hatte einen zutiefst unfairen Wahlkampf kritisiert, bei dem Erdogans AKP auf Staatsmittel zurückgegriffen habe.
Soldaten begleiten einen Wahlhelfer mit Abstimmungszetteln in der südöstlichen Stadt Diyarbakir - in der Stadt leben viele Kurden, die Mehrheit hat hier gegen die Verfassungsänderungen gestimmt.
Eine Frau in Erzincan im Osten der Türkei gibt ihre Stimme ab. Sie wurde auf einer Trage zur Wahlurne transportiert.
Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, zwei Menschen seien bei einem Schusswechsel vor einem Wahllokal in der Provinz Diyarbakir im Südosten der Türkei getötet worden. Demnach habe es sich um einen Streit zwischen zwei Familien gehandelt. Der Streit sei über unterschiedliche politische Meinungen ausgebrochen. (Hier: Ein Mitglied eines Wahlkomitees hilft bei der Auszählung von Stimmzetteln.)