Tunesien vor 50 Jahren Urlaub bei den "Eingeborenen"
Angst vor bösen Geistern: Entlang der "Wüstenstraße" zwischen Kairouan und Hammamet begegneten uns Beduinen. Diese zwei Frauen liefen schnell weg, als ich sie fotografieren wollte - sie fürchteten sich vor den bösen Geistern, die nach ihrem Glauben in Kameras stecken.
Esel-Ritt: Mein kleiner Bruder durfte sich für dieses Foto, entstanden am Rande des Marktplatzes in Nabeul, auf den Esel eines Tunesiers setzen. Am Nachmittag des Tages brachte ein Reisebus uns wieder zurück ins Hotel.
Von der Kuppel der Großen Moschee genießen wir das Panorama über die Wüstenstadt Kairouan.
Auf dem Markt von Nabeul, das "Städtchen der kleinen Kaufleute", kauften wir Trommeln. Links meine Mutter, rechts mein Bruder, in der Mitte bin ich zu sehen.
"Dort verkündet einer, laut und kräftig schreiend seine erstklassige Ware, hier kreischt ein Esel und da hat man sich wegen des Preises eines kräftigen Kameles in den Haaren", beschrieb ich das Treiben auf der Rue Sidi Ben Aissa, der Hauptstraße in Nabeul.
Postkarte des "Minaret de la Grande Mosquée" in Kairouan. "Das 35 m hohe, eckige Minarett erinnert in seiner Schlichtheit an die trostlose Weite der arabischen Wüste, aus der seine Erbauer kamen", schrieb ich in mein Tagebuch.
Fischerboote am Strand von Hammamet: Das Foto nahm ich von der Festung der Stadt auf.
Verschleierte Tunesierin: "Die Frauen gehen in weißen oder schwarzen Umhängen bekleidet umher. Die Männer tragen meist einen Burnus, einen einfachen Umhängemittel mit Kapuze." In meinem Reisetagebuch hielt ich wie ein Ethnologe auf Feldforschung jede Beobachtung über die mir fremden Landsleute fest.
Am Strand in der Nähe von Hammamet trafen wir auf einen Tunesier. Meine Schwester Karen durfte auf seinem Kamel Platz nehmen.
Im Vordergrund verschleierte Araberinnen, im Hintergrund ein Wagen, der von einem Kamel gezogen wird. "Der gewöhnliche Tunesier verdient im Jahr 200-300 DM (umgerechnet). Also nach 10 Stunden harter Arbeit ungefähr 60 Pfennige bis 1 Mark", notierte ich in meinem Reisetagebuch.
Von einem Hügel zwischen Kairouan und Hammamet machte ich dieses Foto von einem Beduinendorf. "Die Lehmhütten sind schmutzig und innen finster", hielt in meinen Notizen fest.
Auszug aus dem Reisetagebuch: "Wir gehen vorbei an verschmutzten Hütten, bis wir in der Ferne eine riesige Festung sehen können. (...) Da seh' ich Kinder, wie sie mit Hulahoppreifen, die auch bei uns erst seit Neuem Mode sind, ihre Spiele treiben. Wie diese Dinger hier herkommen, in einen wirklich vergessenen Ort, das will mir nicht in den Sinn", schrieb ich 1959. Das Bild zeigt Hammamet am Mittelmeer, von der Festung aus fotografiert.
Nomaden-Volk: "Das einzige Kamel dieser Beduinen, umringt von den schon etwas zutraulicheren Jungen. Im Hintergrund, die einfachen Lehmhütten", beschriftete ich dieses Bild.
Vater der Unabhängigkeit: Habib Bourguiba, erster Präsident Tunesiens von 1957 bis 1987, feierte den zweiten Unabhängigkeitstag der Republik am 20. März 1958 im Schloss in La Marsa im Nordosten des Landes. Bourguiba, der sich als "oberster Kämpfer" bezeichnete, galt oft als ein Gegner alter muslimischer Traditionen und setzte sich für die Rechte der Frauen ein. Der prowestliche Herrscher starb im April 2000 im Alter von 96 Jahren.
Zug nach Tunis: Mit diesem alten Vehikel, das aus allen Fugen klapperte, erkundeten wir von Nabeul aus die nordafrikanische Landschaft.
Auf den Straßen von Tunis waren 1959 außer Autos, Busse und Straßenbahnen Einheimische mit ihren Pferde-, Esel- und Kamelkarren unterwegs und prägten das Bild der Hauptstadt.
Bauwerk orientalischer Kunst: Eine Kirche in Tunis, 1959. Mein Vater und ich hatten immer Kamera und Belichtungsmesser mit dabei - und fotografierten fast alles, was uns vor die Linse kam.
Mein Bruder vor einer Säule in Karthago. "Es ist einfach wunderlich, in dieser Jahrtausende alten Welt umherzuwandeln", notierte ich.
Bis zum Horizont: "Das Ruinenfeld zieht sich in einer fast unübersehbaren Weite dahin", schrieb ich neben dieses Bild von Karthago.