Tyndall-Gletscher Erdrutsch mit Tsunami
Am 17. Oktober 2015 um 21:16 Uhr donnerten im Süden von Alaska 180 Millionen Tonnen Gestein zu Tal.
Forscher Bretwood Higman: Gemeinsam mit Kollegen hat er die Katastrophe rekonstruiert.
Etwa zwei Drittel der 180 Millionen Tonnen Gestein landeten demnach in dem etwa 100 Meter tiefen Fjord. Das Gestein löste eine etwa 100 Meter hohe Flutwelle aus, die den Hang gegenüber bis in 193 Meter Höhe überspülte - "eine der höchsten je weltweit registrierten Tsunami-Aufspülungen".
Der Erdrutsch selbst betraf dem Bericht zufolge direkt etwa zwei Quadratkilometer Land.
Die Flutwelle überspülte eine Fläche von mehr als 20 Quadratkilometern und raste mit gut 100 Kilometern pro Stunde durch den Fjord auf die Icy Bay zu. Dabei riss sie über eine Strecke von sieben Kilometern den Erlenwald bis 50 Meter oberhalb des Ufers nieder, bevor sie sich an einigen quer in den Fjord reichenden Hügeln abschwächte.
Das Bild zeigt einen abgestorbenen Baumstumpf.
Den Simulationen der Forscher zufolge erreichte die Hauptwelle den Ausgang des Fjords nach etwa zwölf Minuten.
Die Forscher sehen die Katastrophe als Folge des Klimawandels. Der Erdrutsch bahnte sich demnach über Jahrzehnte an. Die Gletscherfront zog sich binnen 50 Jahren um 17 Kilometer zurück, berichten die Forscher.
Das Eis der Gletscher und auch gefrorenes Wasser im Boden könnten steile Hänge stabilisieren, heißt es in der Studie. "Wenn durch das wärmere Klima Gletscher schrumpfen und sich zurückziehen, können sie Felshänge nicht mehr stützen und wenn der Druck nachlässt, dehnen sich vorhandene Risse aus."