UCI-Wahl Weiter so oder Neuanfang
Der Ire Pat McQuaid steht seit 2005 dem Radsport-Wellverband UCI vor. Er will es bleiben - auch wenn er seit jahren heftig kritisiert wird. Aber McQuaid versteht es sich zu vernetzen - ein echter Vollprofi in Sachen Shakehands.
Selbst seinem Herausforderer gibt er die Hand, obwohl sie erbitterte Gegner sind: Seit Monaten tobt im Welt-Radsportverband UCI Wahlkampf. Pat McQuaid gegen Brian Cookson und umgekehrt. Beide wollen am Freitag in Florenz Präsident werden.
Für dieses Ziel scheinen viele Mittel recht zu sein: Beschimpfungen, Verleumdungen, Indiskretionen und mutmaßliche Rechtsbeugungen. Vor der eigentlichen Wahl muss der UCI-Kongress jedoch entscheiden, ob Amtsinhaber McQuaid durch eine Regelumgehung überhaupt zugelassen werden darf. Sein Heimatverband Irland und Swiss Cycling hatten ihm die Gefolgschaft versagt.
Für den umstrittenen Iren, der mit seinem Vorgänger Hein Verbruggen angeblich in das Betrugssystem des überführten Dopers Lance Armstrong verstrickt gewesen sein soll, stehen die Chancen aber auch aus anderen Gründen nicht sehr gut.
Bei einer Sitzung der Europäischen Radsport-Union (UEC) stimmten 27 der 41 Delegierten dafür, den Herausforderer zu unterstützen. Die UEC gab ihren Wahlmännern die Empfehlung, in der geheimen Abstimmung für Cookson zu votieren. Offenbar hat die Affäre um Armstrong, der im Januar dieses Jahres Doping gestand, McQuaids Ansehen endgültig geschadet.
Cookson möchte dem Radsport wieder Glaubwürdigkeit verleihen und ein vertrauenswürdiges Dopingkontrollsystem installieren. Doch auch ihm trauen nicht alle Wahlberechtigten über den Weg.