Übernahme 1929 - DER SPIEGEL
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Übernahme 1929 Als GM noch Opels Retter war

Heute ist GM das größte Problem von Opel - vor 80 Jahren sah das anders aus: Geld und Erfahrung des US-Konzerns retteten damals Deutschlands größten Autohersteller durch die Weltwirtschaftskrise. Gemeinsam bauten beide sogar den eigentlichen Volks-Wagen. Dann funkten die Nazis dazwischen. Von Michail Hengstenberg
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"Fahre Opel - sicher, sauber, schnell!": Opel-Werbeplakat von 1914.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Kunstbibliothek, SMB / Knud Petersen
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Moderne Fertigungsmethoden: Fließbandproduktion des Opel 4/16 PS im Jahre 1926.

Foto: Opel
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Fritz von Opel im Rennwagen: Die zwanziger Jahre sind die erste Blütezeit von Opel. Das deutsche Traditionsunternehmen wird nicht nur zum Spitzenreiter der deutschen Automobilindustrie, sondern macht auch mit Experimentalfahrzeugen wie dem Raketenauto RAK sowie im Rennsport von sich Reden. 1921 gewinnt Fritz von Opel das erste Automobilrennen auf der Berliner AVUS in der Klasse der 8-Steuer-PS Rennwagen.

Foto: Opel
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Werbeanzeige für den Opel-Kundendienst: Als einer der ersten deutschen Hersteller hatte Opel in den zwanziger Jahren ein weit verzweigtes Händler- und Kundendienstnetzwerk aufgebaut. Dort bot man den Kunden Wartungsarbeiten zu genormten Festpreisen an - damals eine echte Sensation.

Foto: Opel
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Opel-Werbeanzeige: Annonce für die Opel-Modellpalette, um 1927.

Foto: Opel
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Fließbandproduktion bei Opel: Auf zahlreichen Reisen in die USA hatten die Gebrüder Opel die Massenfertigungsmethoden in den Werken von GM und Ford besichtigt - und setzten diese im Rüsselsheimer Werk um. Mithilfe modernster Maschinen und der Einführung der Fließbandproduktion konnten sie so die Herstellungskosten, zum Beispiel der Modells "Laubfrosch", von anfangs 4.500 Mark auf 2.980 Mark, später sogar auf 1.990 Mark senken.

Foto: Opel
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Karosserieteile: Mithilfe modernster Presswerkzeuge nach amerikanischem Vorbild konnte die Produktionszeit der Fahrzeuge drastisch gesenkt werden - von anfangs neun Monaten vom Rohmaterial bis zum fertigen Auto auf drei bis vier Wochen bei voll eingeführter "fließender Fertigung".

Foto: Getty Images
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Opel-Werke Rüsselsheim: Die Taktstraße - im Volksmund Fließband genannt - im Opel-Werk in Rüsselsheim. Das Bild zeigt die Endmontage der Fahrzeuge.

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Prüfen und Kontrollieren in einer Fertigungshalle: Dank standardisierter Produktionsabläufe konnte die Adam Opel AG die Kosten sowie die benötigte Zeit für die Produktion ihrer Fahrzeuge wie kaum ein anderer deutscher Hersteller ihrer Zeit senken.

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Taktstraße in der Endmontage: Bevor die Fahrzeuge die Montagehalle verlassen, werden sie abschließend noch einmal poliert.

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Alfred P. Sloan: Sloan hatte GM in den Jahren zuvor aus der Krise an die Spitze der US-Automobilhersteller geführt und zu einem größten Unternehmen des Landes gemacht - 1928 lag der Marktanteil von GM in den USA bei 40 Prozent.

Foto: Getty Images
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Karosseriepresse bei Opel: Bis Mitte der zwanziger Jahre hatten die Gebrüder Opel ihr Werk auf den neuesten Stand der Technik gebracht - mithilfe moderner Maschinen wie dieser Karosseriepresse. Die Modernisierung hatte jedoch ihren Preis: Ende der zwanziger Jahre war Opel hoch verschuldet - einer der Gründe, warum die Gebrüder Opel ihr Unternehmen an GM verkauften.

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Werbeanzeige für den Opel "Super 6": Mithilfe des technischen Knowhows der amerikanischen Konzernmutter entwickelte Opel einen kostengünstigen Reihensechszylinder. Dieser verschaffte den Rüsselsheimer einen echten Vorteil: Als einziger deutscher Hersteller konnten Sie bereits Anfang der dreißiger Jahre einen komfortables und mit Sechszylindermotor ausgestattetes Auto anbieten - für vergleichsweise kleines Geld.

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Picknick am See mit dem Opel Olympia.: Opel verstand sich von Anfang an als Autohersteller für Alle - bewusst hatte die Unternehmensführung um die Gebrüder Opel auf Massenfertigung gesetzt, um ihre Autos möglichst kostengünstig unters Volk zu bringen. Eine Philosophie, die nahezu deckungsgleich war mit der amerikanischer Hersteller. Kein Wunder also, dass GM in den Rüsselsheimern ein attraktives Übernahmeobjekt sah.

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Hitler zu Besuch bei Opel: Es war eine symbolträchtige Stippvisite - bei der Internationalen Automobil- und Motorrad-Ausstellung am Berliner Kaiserdamm 1938 stattete Adolf Hitler dem Opel-Stand einen Besuch ab. Dieser wurde jenseits des Atlantiks erleichtert aufgenommen. Konnte er doch als Signal gewertet werden, dass die NS-Führung dem Rüsselsheimer Unternehmen trotz der amerikanischen Konzernmutter wohl gesonnen war.

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Der Konzernvater: Sloan verstand es wie kaum ein anderer damaliger Manager, Automobilmarken aufzukaufen und kaufmännisch in den Gesamtkonzern zu integrieren. Verschiedene Marken unter einem Dach, um so möglichst viele Interessenten zu erreichen - das war seine Philosophie. Auch bei der Expansion außerhalb der USA. Mit Opel und dem britischen Hersteller Vauxhall hatte Sloan in den zwanziger Jahren bereits zwei europäische Autofirmen in den General Motors-Konzern geführt.

Foto: Getty Images
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