Ukraine Klitschko versus Janukowitsch
Der ukrainische Oppositionsführer Vitali Klitschko hat die Regierung in Kiew nach dem harten Polizeieinsatz in der Nacht zum Mittwoch scharf kritisiert. "Mit dem, was vergangene Nacht passiert ist, hat Janukowitsch den Weg zu jeder Art von Kompromissen versperrt", sagt er mit Blick auf den Präsidenten.
Klitschko gehört der Partei Udar an, sie ist eine von mehreren Oppositionsparteien. Die Demonstranten fordern eine engere Anbindung an die EU.
Auch die inhaftierte frühere Regierungschefin Julija Timoschenko von der Partei Vaterland schließt Kompromisse mit dem Präsidenten aus. "Keine Verhandlungen mit der Bande, keine Runden Tische mit ihnen", betonte sie in einer Erklärung. "Lasst Janukowitschs Gewalt nicht unser Leben ruinieren. Ich appelliere an alle Ukrainer: Erhebt euch!"
Inzwischen haben sich die Sondereinheiten zurückgezogen, aber am Mittwochmorgen war die Lage in der ukrainischen Hauptstadt sehr angespannt: Sicherheitskräfte und gewaltbereite Demonstranten lieferten sich Kämpfe vor dem besetzten Rathaus. Die Polizei setzte Schlagstöcke ein, die Regierungsgegner wehrten sich mit Knüppeln.
Tausende Demonstranten und Polizisten standen sich auf dem Unabhängigkeitsplatz gegenüber.
Ein Großaufgebot von mehreren tausend Sicherheitskräften war im Einsatz - hier ein Bild in der Nähe des Unabhängigkeitsplatzes.
Einsatzkräfte mit Helmen und Schilden räumten auch einen Teil der Barrikaden. Zelte wurden abgerissen - zum Teil mit Baggern und Lastern.
Die Polizeioffensive begann wenige Stunden nach einem Treffen des ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowitsch mit der EU-Außenbeauftragten. Catherine Ashton lobte die Gespräche als "gehaltvoll".
Ashton besuchte nach ihrem Treffen mit Janukowitsch den Unabhängigkeitsplatz. Arm in Arm ging sie mit dem Oppositionsführer Arsenij Jazenjuk durch das Protestcamp. Sie wurde dabei von den Demonstranten jubelnd mit "Europa!"-Rufen empfangen.
Wenige Stunden später rückten die Sicherheitskräfte vor. Die Offensive auf dem Maidan kurz nach ihrem Besuch verstand Ashton genau so, wie sie gemeint war: als Affront gegen die oberste EU-Diplomatin. Sie schrieb pikiert bei Facebook: "Ich bin immer noch in Kiew."