Ukraine Russlands Feind Nummer eins
Er ist einer der Männer, die den Ex-Präsidenten Wiktor Janukowitsch zu Fall brachten: Dmytro Jarosch. Auf dem Maidan bekam er mehr Applaus als die ehemalige Regierungschefin Julija Timoschenko. Jarosch hat den grünen Kampfanzug vom Maidan jedoch abgelegt. Nun trägt er Anzug und Krawatte.
Der 42-Jährige ist Gründer und Kommandeur der Nationalistengarde Rechter Sektor. Die paramilitärische Truppe ist die große Unbekannte im Ringen um die Zukunft der Ukraine. Am 25. Mai kandidiert Jarosch bei den Präsidentschaftswahlen.
Auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew bewachten seine Kämpfer die Barrikaden. Kurz vor Julija Timoschenkos Freilassung hielt er eine Ansprache vor den Demonstranten. Er macht sich stark gegen Oligarchen und Kiews politisches Establishment.
Auf dem Maidan machte sich Jarosch immer auch mit radikalen Forderungen beliebt. So ist sein Ziel eine "Entrussifizierung" der Ukraine, die eben in Teilen zutiefst russisch geprägt ist.
Würde er als Präsident gewählt, würde Jarusch die Steuern senken, um den Mittelstand und ausländische Investoren zu entlasten. "Wir müssen Ordnung schaffen in der Justiz", sagt er im Interview mit SPIEGEL ONLINE. "Das Innenministerium ist faktisch eine terroristische Organisation."
Außerdem fordert Jarusch liberalere Waffengesetze. Seine Begründung: Ein Kosake sei ein "freier, bewaffneter Mann". Das bewaffnete Volk könnte sich gegen Putin durchsetzen, so Jarusch. Laut den jüngsten Umfragen kann Jarusch keine zwei Prozent der Ukrainer für sich gewinnen.