Krise in der Ukraine Steinmeier mischt sich ein
Frank-Walter Steinmeier hat den ukrainischen Botschafter einbestellt. Der Bundesaußenminister will bei dem Treffen die offizielle Haltung der Bundesregierung übermitteln. Steinmeier mache sich Sorgen über die Auseinandersetzungen, die verschärften Gesetze zur Versammlungsfreiheit und den Umgang mit Nichtregierungsorganisationen.
Bereits in den vergangenen Tagen hatte Steinmeier mit seinem ukrainischen Amtskollegen telefoniert und sich dabei besorgt über die Eskalation auf den Straßen der Hauptstadt gezeigt. Regierungsgegner halten die Barrikaden in der Stadt aufrecht.
In den vergangenen Tagen war die Gewalt eskaliert. Drei Demonstranten wurden getötet und mehr als 150 Polizisten verletzt.
Proteste in Kiew: Orthodoxe Priester stehen am Donnerstag Einsatzkräften gegenüber.
Spezialeinheiten der Polizei postierten sich in Kiew. Präsident Wiktor Janukowitsch ist auch weiterhin nicht bereit, Zugeständnisse zu machen.
Der ukrainische Präsident und Oppositionsvertreter um Boxweltmeister Vitali Klitschko und Oleg Tjagnibok von den Nationalisten hatten am Donnerstag mehrere Stunden verhandelt.
Doch einen Durchbruch erzielten die Konfliktparteien nicht. Klitschko bat die Demonstranten im Zentrum von Kiew nach den Verhandlungen um Geduld und einen "Waffenstillstand".
Trauernde zündeten am Donnerstagabend Kerzen an im Gedenken an die Menschen, die während der gewaltsamen Proteste getötet worden sind.
Demonstranten verbrannten am Donnerstag in Kiew Reifen: Seit Monaten protestieren Regierungsgegner gegen Janukowitsch.
Klitschko nahe brennenden Barrikaden: Der Oppositionsführer rief die Demonstranten in der Innenstadt am Nachmittag auf, ruhig zu bleiben.
Mit Atemschutzmasken schützen sich die Demonstranten gegen den Rauch brennender Autoreifen.