Ukraine Timoschenko auf dem Maidan
Maidan in Kiew: Julija Timoschenko ist frei, Wiktor Janukowitsch abgesetzt, doch das ist erst der Beginn. Die Ukraine steht vor riesigen Problemen, dem Land droht die Staatspleite. Russland streicht zugesagtes Geld, die USA und die EU bieten Hilfe an.
Julija Timoschenko: Vor Zehntausenden Anhängern sprach die frühere Regierungschefin auf dem Maidan in Kiew.
"Ihr habt kein Recht, den Maidan zu verlassen. Hört noch nicht auf", forderte die ehemalige Ministerpräsidentin die Protestierenden zur Fortsetzung der Kämpfe auf.
Timoschenko saß während ihrer Ansprache in einem Rollstuhl, in dem sie zuvor zur Bühne getragen worden war.
Sie war 2011 wegen Amtsmissbrauchs im Zusammenhang mit Verträgen mit Russland über Erdgaslieferungen zu sieben Jahren Haft verurteilt worden.
Gebannt folgten die Menschen auf dem Maidan den Worten Timoschenkos, viele machten mit ihren Mobiltelefonen Fotos.
Manche hatten Kerzen und Fotos ihres Idols dabei. Es gab aber auch Pfiffe während der Ansprache von Timoschenko.
"Wir müssen Janukowitsch und den Abschaum um ihn herum auf den Maidan bringen", forderte Timoschenko.
"Ihr habt ein neues Land verdient. Erlaubt ihnen nicht, ein Land aufzubauen, das ihr nicht wollt", sagte die Oppositionsführerin.
Die ukrainische Oppositionsführerin war am Samstagnachmittag auf dem Flughafen von Kiew gelandet.
Sie war wenige Stunden zuvor aus ihrem Haftkrankenhaus in der Stadt Charkow entlassen worden.
"Kämpft bis zum Ende", forderte sie die ukrainische Bevölkerung auf.
Beim Verlassen derr Klinik in Charkow grüßte sie ihre Anhänger.
Auf dem Flughafen umarmte sie ihre Tochter Jewgenija.
Die frühere Regierungschefin war mehr als zweieinhalb Jahre in Haft.